Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 25-26 (26.3.1896)
- Date
- 1896-03-26
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Baden-Baden. Aotel Hannljäuser KeMgjtr. 1. Ecke Kichleuthalerstr. im Centrnm der Stadt. (Eröffnung bei Beginn der Saison.) Westarrrnnt Geräumiger luftiger Speifefaal — Offene und gedeckte Veranda. — Comfortable Fremdenzimmer. — Vorzüglich streng rituelle Küche bei civilen Preisen. 1947) Besitzer: S- Cahn. Werthe Glaubensgenossen. „Bei dir findet Erbarmen die Waise!" Die ergebenst Unter;-ichneten erlauben sich, das Augenmerk der Leser dieser Blätter auf einen im Schoße hiesiger Gemeinde eingetretenen schweren Unglücksfall zu lenken: Herr MsseS Reicher auS Galizien ist, nachdem er einige Jahre in Eschau, Bayern, gewohnt, vor ca. 12 Jahren hierher verzogen. Seine Familie, aus Frau und 6 Kindern bestehend, konnte er als Spengler unmöglich selbstständig ernähreund war derselbe folglich auf die Unterstützung hiesiger Gemeinde angewiesen, umsomehr, als er leider enen erwachsenen, geisteskranken Sohn und eine verkrüppelte Tochter besaß, welche selbstverständlich niemals selbstständig erwerbsfähig werden könnten; ein im vorigen Jahre aus der Schule entlassener Junge erlernt im nahen Windecken die Spenglerei; die zwei jüngsten Kinder sind noch schulpflichtig. Um nun das Maß de8 Schicksals zu füllen, erlitt Reicher vor 2 Jahren einen Schlaganfall der sich vor ca 3 Wochen wiederholte und den sofvrtigen Tod herbeiführte. Wenn nun die Kinder ihre ganze Hoffnung auf die Mutter fitzten, so sollte nach dem unerforschlichen Rathschluffe Gottes auch diese zu Schanden werden, indem dieselben nach kaum 14 Tagen an einem Lungenletden, ihrem Manne tn'S Grab folgen mußte. Trost» und rarhloS, ohne jegliche Mittel, stehen die Verwaisten trauernd in unserer Mitte, laut um Hilfe flehend. Wollen wir daher die bedaurnSwerthen Kinder nicht dem Elende und der äußersten Noth prreiSgeben. so müssen wir unS in dieser verzweifelten Lage an unsere edeldenkenden Glaubensbrüder wenden, um sie um Hilfe für die unglücklichen Hinterbliebenen aufzurufen. Wir richten daher an alle mitfühlende Glaubensgenossen die ergebene Bitte, unS zu dem guten Werke, wozu unsere Kräfte allein nicht auSreichrn, durch eine gütige Beisteuer, geneigtest verhelfen zu wollen. Heldenbergen, 18. März 1896. Der Lehrer der iSr. Gemeinde: L. Wertheimer; der Vorstand der iSr. Gemeinde u. in dessen Namen: S. SchatzmattN. Vorstehender Aufruf enthält über die Hinterbliebenen der verstorbenen Reicher'schen Eheleute, die vollste Wahrheit und empfiehlt derlselben der Unterfertigte, welcher fast volle 32 Jahre, die katholische Pfarrei Heldenbergen pastorirt und im Armenwesen, wie auf dem Gebiete der Nächstenliebe, sich stets thätig erwies und dadurch die Leiden und Schicksale aller Bewohner, ohne Unterschied de8 Glaubens kennen zu lernen, die reichlichste Gelegenheit fand, dem Mitleid aller L ser deS Aufrufs aufs Innigste und Dringendste Heldenbergen, IS. März 1896. Geistlicher Rath: Brentano, Dekan und Pfarrer zu Heldenbergen rc. Auch die Expedition d. BI. ist gerne bereit Gaben unter Nr. 1740 in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern.! fLinige Mädchen od. Kna- I den, welche eine höhere Töchterschale bezw. «ine RealschNle besuchen sollen, finden bet einer Israel. Lehrerfamilie in einem klimatisch, sehr günstig gelegenen Orte des badischen Oberlandes familiäre Aufnahme. Den Kindern wird eine sorgfältige, religiöse Erziehung za Theil. Den Mädchen ist gute Gelegenheit zur Erlernung aller weiblichen Handarbeiten und des Klaviecspiels geboten. Frco.- Off. unter Nr. 1934 besörd. d. Exped. dsS. Bl. eür ein I5jähr. Mädchen, aus nrtter Familie, wird in einem feinen und streng religiösem Hause in Frankfurt a. M. oder dessen Nähe zu sofort Pension gesucht, wo Gelegenheit zur vollständigen Ausbildung gegeben ist. Off. unter A. S. 1949 bef. d. Exp. d. Bl. Lehrlings -Gesuch. Für mein Du’l rQLT streng geschlossenes Kur;- u. Wollwaaren-Engros-Geschäft suche ich per sofort unter günstigen Bedingungen einen mit gründlichen Schulkenntnissen versehenen Lehrling aus achtbarer Familie. Samuel Kahn, 1944) Köln a. Rh. erfikte Köchin gegen hohen Lohn, sowie zwei Kochlehrmädchen zur Saison gesucht. Hotel Landskron G. Borg Wwe.,(i939 Bad Neuenahr. 18 Reisender, Comptoirist oder Lagerverwalter suche per 1. April od. später Stellung in einem Getreidegeschäfte. Bin mit der Gelreide-, Saaten- und Futtermittelbranche vertraut. Sally Lehmann, 1946) All enstein (Ostpr.) nfchneider, ISr.. Fachmann, der sicher schneidet, sucht eine Stelle als Zuschneider, event. sucht er einyeira, then zu können. Gefl. Off. unter Chiffre 0. X. 1941 beföcd. d. Exped. d. Bl. wei Mädchen können die bessere Küche in einem Hotel, welche streng rituell, an einem größ. Badeplatze, während der Saison erlernen. Gefl. Off. unter Nr. 1943 bef. d. Exped. dsS. Bl. Edle Glaubensgenoffen. Ein frommer, fleißiger Mann der bis jetzt seine Familie stets redlich mit Gottes Hilfe ernährte, doch j. schon durch schwere unheilbare Krankheiten in der Familie sehr znrückgekommen ist, bittet edle G aubensgenossen um Unterstützung, um so seine Noth lindern zu können. Derselbe ist ein wahrer "in> und hat aus Verschämtheit bis jetzt noch nicht um Unterstützung anzuhalten vermocht. Die Erped. dss. Bl. ist gerne bereit Geldbeträge für diesen Haribedrängten unter Nr. 1725 in Empfang zu nehmen und weiter zu befördern. d^uch in diesem Jahre sehen wir nnS genöthigt, die Opferet- Willigkeit seiner israelitischen Glaubensbrüder für den armen Salomo Buxbaum in Niederurff in Anspruch zu nehmen. Derselbe befindet sich fortgesetzt in bedrängtester Lage, da sein Geschäft als Bote nach Cassel kaum das Allernothwendigste für den Haushalt abwirft. Dabei aber har er noch seinen ältesten Sohn auf dem Seminar zu unterhalten, wo er sich zum Lehrerberuf ausbildet u. dessen Studium jetzt, wo er im letzten Ausbildungsjahc steht, befand, rs viel Auslagen erfordert durch Anschaffung von Büchern u. s. w. Die Gemeinde Niederurff aber, die noch dazu schwer durch Hagelschlag im letzten Sommer betroffen ist, kann dem p. Buxbaum keinerlei Unterstützung gewähren. Wir wenden uns dehhalb an die barmherzige Liebe seiner wohlhabenderen Religionsgenossen in der zuversichtlichen Hoffnung keine Fehlbitte zu thun. Niederurff, den 21. Januar. K. Eisemann, Pfcurer. Siebert, Bürgermeister. M. Hallach, Synagogenvorst. Auch die Expedition ist gerne bereit Gaben u. Nr. 442 in Empfang zu nehmen und dieselben weiter zu befördern. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.