Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 23 (19.3.1896)
- Date
- 1896-03-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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476 Thatsache, daß auch der ehrwürdige Preßburger Oberrabbiner Herr Schreiber, der bekanntlich längere Zeit hierdurch nicht unbedenklich krank war, an derselben im besten Wohlsein theilnahm. Rußland. Kowno, 27. Febr. (10. März). Die hiesige Gemeinde wählte in heutiger Versammlung einstimmig Herrn Rabbiner Zewi Hirsch '"j, Sohn bespwn rrjon Rabbi Jizchak Elchanan b": D*po Gerichtszeitung Köln, 18. März. Der Inhaber der Antisemitischen Buchhandlung, Ed. Hensel, war beschuldigt, den Synagogen-Vorsteher und Kaufmann Elias Rosenthal zu Mayen durch Aushängen und Verkauf des Druckheftes: „Der gerichtlich festgestellte Meineid eines jüdischen Millionärs" beleidigt zu haben. In dem Druckheft ist unter anderm behauptet, Rosenthal habe nach Leistung des Zeugeneides die Unwahrheit gesagt. Er habe vor Gericht einen Meineid geleistet, das sei erwiesen. Rechtsanwalt Bodenheimer führte aus: Hensel mache es sich zur Aufgabe, achtbare Leute zu beleidigen, indeni er täglich Bilder ausstelle, die Angriffe auf gewisse Personen enthielten und bezweckten, die jüdische Raffe als unwürdig darzustellen. In dem betreffenden gerichtlichen Urtheil sei das Gegentheil von dem festgestellt, was das Druckheft enthalte. Der Redacteur Anton Simonis zu Coblenz sei wegen Beleidigung Elias Rosenthal's mit 800 M. Geldbuße bestraft worden. Es müsse eine empfindliche Strafe gegen Hensel verhängt werden und er beantrage daneben auf eine Buße von 1000 M. zu erkennen. Rechtsanwalt Schumacher bietet den Wahrheitsbeweis an, beantragt die Vernehmung von 14 neuen Zeugen, Vertagung der Sache und bemerkt, daß er für den Redacteur Anton Simonis das Wiederaufnahmeverfahren beantragt habe. Dem Beklagten Hensel sei höchstens eine nicht strafbare Fahrlässigkeit zur Last zu legen, deßhalb müffe derselbe freigesprochen werden. Das Schöffengericht verkündete folgendes Urtheil: Das Gericht habe nicht die Uebezeugung, daß Hensel Rosenthal durch aushängen und verkaufen des fraglichen Druckhefles beleidigt habe. Er sei Inhaber einer Buchhandlung, die sich mit der Verbreitung antisemitischer Druckhefte befasse; er habe nur berechtigte Jntereffen vertreten und eine Beleidigung habe ihm ferngelegen. > Vermischtes 4- Bremen. Die hiesige jüdische Religioiisgemeiiide hat vor Kurzem den vr. pliil. Leopold Siofcnaf mit Stimmeneinheit zu ihrem Rabbiner erwählt. Um den Nabbinalsposten hatten sich fünfundvierzig jüdische Theologen beworben, nach der Prob.predigt Dr. Rosenak's aber — er war der Sechste in der Reihenfolge — wurde den Uebrigen abgeschrieben. Dr. Leopold Roseno k ist ein Ungar, der nach Absolvirung der Preßburger Rabbinerfchule die philosophische Facultät der Berliner Universität bezog. Der erst 26jährige junge Gelehrte promovirte vor einigen Monaten zum Doctor der Philosophie und fast gleichzeitig erfolgte seine Erwählung in Bremen. Letzte Nachrichten. Mainz, 18. März. Der Telegraph bringt uns die schmerzliche Kunde, daß Herr Geheimer Hosrath, Professor D r. Otto R o q u e t t e heute Nacht nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Der letzte deutsche Dichter aus jener Zeit, die inan die klassische nennt, war der Dahingeschiedene unter den gottbegnadeten Poeten, der gefeiertsten einer, der seinen Ruf als Dichter mit dem Werke „Waldmeisters Brautfahrt", einein anmuthigen Märchen, in welchem er den heitern Lebensgenuß am Rhein schildert, begründet hat. Während unser Bruder, Herr D r. Jonas Lehman n, sich znm Zwecke seiner Studien in Darmstadt aufhielt, gelang es diesem, das Herz des ebenso berühmten, wie edlen Mannes im Sturme zu erobern und Roguette gönnte dem jungen aufstrebenden Talente das hohe Glück seiner Freundschaft. Ein Strahl dieses Glückes fiel auch auf die Familie des Freundes und seit jener Zeit kam Roquette öfters aus Darmstadt herüber, um mit dem Begründer dieser Blätter heitere Stunden in geistreichem Gespräche zu verbringen. Eines der letzten Dramen des Dichters hat unter dein Titel „Lanzelot" einige edle jüdische Gestalten verherrlicht. Friede sei«er Asche. Bad Harzbnrg. „Hötel Parkhaus“ -)BO FeineS Restaurant u. Pension, eleg. Hotel, 46 Z. m. Balkons, vornehmste Lage. Streng rituell; u. Aufsicht Sr. Ehrw. d. Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. Borzügl Verpflegung. (99 a DamenkleiderstofTe. Grösste Auswahl aller Gattungen vom Einfachsten bis zum Elegantesten Mohair doppeltbreit das Modernste & M. 1 25 per Meter, Muster auf Verlangen franco in’s Haus. Ballu Gesellschaftsstoffe garantirt reine Wolle ä 65 Pf. per Meter versenden in einzelnen Metern franco ins Haus, neueste Modebilder gratis OKTTlKWEB & Co , Frankfurt am Main. Separat-Abtheilung für Herrenklelderstoffe. Kuxkin von Mark 1.35 per Meter an.