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Der Israelit · 1896-03-16 · Heft 22 (16.3.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 22 (16.3.1896)
Date
1896-03-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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459 sonders interessiren, daß auch drei Rabbiner in Deutschland bezw. Holland n*nin mm von unserem Rabbi erhalten haben. Es sind dies die Herren Rabbiner Dr. Auerbach '"2 in Halberstadt, Rabbiner Dr. Ritter "'2 in Rotterdam und Rabbiner Dr. Teckel B 'inberger "0 in Schrimm. Einzelne Mittheilungen und Episoden aus dem Leben des großen Tobten behalte ich mir für einen späteren Bericht vor. p'irr 12t. Vereinsncrchrichten. Berlin, im März. Der Verein für jüdische Geschichte feierte am 27. Februar sein diesjähriges Purimfest, verbunden mit der Feier seines fünfjährigen Bestehens durch ein großes Festessen in den Täten des Brüdervcreins Unter den Linden und die Aufführung eines eigens dafür gedichteten Pnrimfestspiels. Circa 170 Gäste waren dem Rufe der Agitationskommission gefolgt, die unter der Leitung des Herrn Benas Levy das Arrangement übernommen hatten. Die Feier begann in einer Begrüßungsrede des Herrn Levv, worauf Herr Dr. Karpeles eine Uebersicht über die Geschichte des Vereins während des verflossenen Zeitraums von fünf Jahren gab, und den bedeutenden und segensreichen Einfluß hervorhob den der Berliner Geschichtsverein, gemeinsam mit den auswärtigen Vereinen gleicher Tendenz auf das Geistesleben der deutschen Judenheit ausgeübt habe. Alsdann folgte die eigentliche Festrede, die Herr Dr. Castan übernommen hatte. Derselbe führte aus, wie die heutige Zeitströmung mit ihren Angriffen von Außen, vielen Juden, die schon glaubten, nur noch Deutsche und gar nicht mehr Juden zu sein, wieder das Interesse am Judenthum nahegebracht habe. Er richtete besonders packende Worte an die anwesenden Damen und betonte, wie gebieterisch die heutige Zeit verlange, daß das Haus des Juden wieder ein jüdisches werde, und daß die Frauen und Mädchen in erster Linie berufen seien, hierbei mitzuarbeiten. Der lebhaft applaudirten Festrede folgten noch eine Anzahl von Toasten, von denen wir den Damentoast des Herrn Julius Isaak hervorheben, der in schwungvollen Versen die anwesenden alten und jüngeren Damen pries. Rach der Tafel folgte das Festspiel, mit ebenfalls lebhaftem Beifall und eine Reihe anderer humoristischer Vorträge, hielt die Anwesenden noch bis zum frühen Morgen zusammen. Alle Theilnehmer werden das gelungene Fest noch lange im Gedächtniß behalten. Wiesbaden. Der hiesige israel. Frauenverein, eine der humanitärsten Institutionen unserer Bäderstadt, feierte dieser Tage die 25. Wiederkehr des Gründungstages. Der Verband, der auf die stattliche Mitgliederzahl von 110 Damen blickt, iß aus kleinen Anfängen hervorgegangen und zeigt deshalb so recht, welche segensreiche Ausdehnung wohlthätigc Vereinigungen nehmen können, die sich des Vsrtheils einer wackren Leitung erfreuen Der Verein, welcher seinen Ehrentag nicht vergehen lassen wollte, ohne seinem unermüdlichen Protektor, Herrn Rabbiner Dr. Kahn ein äußeres Zeichen seiner dankbaren Hochschätzung zu geben, ließ durch die Dirigentin, Frau Lichtenftättcr, dem hochverehrten Herrn Rabbiner eine prachtvolle Widmungsgabe übermitteln. Möge dem Verein und seinem edlen Gesammtvorstande auch fernerhin ein so segensreiches Wirken bcschieden sein, wie in dem ersten Vierteljahrhunderr seines Bestehens. 8. Gerichtszeitirug Berlin. Vor dem Schöffengericht wurde die Firma A. Zuntz sel. Wwe. von der Anklage wegen des Vergehens gegen das Rahrungsmittelgesetz freigesprochen. Sämmtliche Kosten des Prozeffes wurden der Slaatskasie auferlegt und die Publikation des freisprechenden ErkenntniffeS auf Kosten der Staatskasse beschloffen. Das von dem Berliner Polizei- Präsidium vorgelegie Gutachten über den Kaffee der genannten Weltstrma wurde durch die geladenen Sachverständigen in allen Theilen als durchaus falsch erklärt. Zwickau Der Volksschullebrer Tobe, der früher in Brand bei Freiberg und zuletzt in Aue im Erzgebirge angestellt war und der als ein eifriger Anhänger und Wortführer der Antisemiten galt, wurde vom hiesigen Landgericht wegen schwerer Sittlichkeitsverbrechen, deren er sich Schulkindern gegenüber schuldig gemacht hatte, zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurtheilt. Vermischtes. Berlin. Jeden, der nur einigermaßen Musikliebhaber ist, dürften die jetzt so zahlreichen Notizen der Tagespresse, in welcher über die Ankunft und das Auftreten eines Wunderkindes auf dem (Gebiete der Instrumentalmusik Bericht erstattet wird, in Erstaunen versetzm. Dieser an sich merkwürdigen Erscheinung wird man umsomehr ein warmes Interesse cntgegenbringen, als gerade die edle Kunst des Geigenspieles besondere Naturveranlagung bedingt, die außer einem richtigen Gehör noch ein starkes empfindungsreiches Temperament erfordert. Für uns sind diese musikalischen Wunderkinder aber auch noch ein Gegenstand besonderen Interesses. Sie sind nämlich sämmtlich Juden. Vor allem sind die 4 jugendlichen Virtuosen anzuführen: Max Gibianski 10'/* Jahr, Bronislam Hubermann 13 Jahr, L. Argewitsch 15 Jahr, die erst in den letzten Wochen durch ihre außergewöhnliche Begabung allgemeines Aufsehen erregten. Namentlich muß der kleine Mar Gibianski hervorgehoben werden, der erst das zehnte Jahr überschritten und doch seiner kleinen Geige die wundervollsten kräftigen Töne zu entlocken weiß. Der zarte Knabe, dessen Vater, nebenbei bemerkt, ein bekannter hebräischer Literat aus Warschau ist, errang sich in kürzester Zeit die Sympathien der ersten Kapazitäten des Geigenfpieles, vor Allem des Geigerkönigs Joachim, was füglich als bestes Zeugniß für seine geniale Veranlagung angesehen werden kann. Berlin. Die „Volksrundschau", jene mit so viel Tamtam in's Leben gerufene Schöpfung des Dr. Friedrich

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