Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 20 (9.3.1896)
- Date
- 1896-03-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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420 nur'Unterricht :c. rc. unentgeltlich zu bieten, sondern auch noch bedeutende monatliche Unterstützungen zu gewähren, wodurch allein es vielen unbemittelten Eltern es ermöglicht wurde, ihre Kinder dem Lehrberufe zuzuführen. Allen Herren Rabbinen, Kultusvorständen und Lehrern, allen verehr!. Gönnern unserer Anstalt, welche durch Spenden, Stiftungen und Sammlungen ihr Wohlwollen für diese heilige Sache bekundeten, sprechen wir an dieser Stelle den tiefgefühltesten Dank aus. Besonderer Dank sei hier erstattet dem hochherzigen Wohlthater N. N in Hessen, dem verehrl. Studien- und Arbeitsbeförderungsverein für Israeliten in Bayern zu München, sowie der verehrl. Freien Bereinigung in Frankfurt a. M., welche einzelne bedürftige Schüler durch namhafte Zuwendungen unterstützten. Unsere Anstalt suchte auch sich des ihr in so reichem Maße zugewendeten Vertrauens jederzeit würdig zu zeigen, indem sie danach strebte, „Gewährungswürdigkeit und Vcrständniß des Guten zu erreichen in den Augen Gottes und der Menschen." Es wird besonders darauf geachtet, den religiös-sittlichen Sinn der Zöglinge zu beleben und zu heben, deren Charakter zu bilden und ihre Kenntnisse in den hebräischen und den übrigen Disciplinen zu bereichern. In letzteren wurde und wird den Schülern dasjenige Maß von Wissen beigebracht, welche der Normativ für die König!. Präparandenschulen in Bayern vorschreibt. Als Beweis dafür, daß die Anstalt nach allen Seiten hin ihre hohe Aufgabe zu erfüllen weiß, dürfte das Prüfungsresultat bei Seminaraufnahmen gelten, indem sämmtliche Zöglinge, welche sich 1894 und 95 diesen Prüfungen unterzogen, dieselben mit gutem Erfolge bestanden und in den isr. Lehrerseminarien zu Würzbürg, Cöln rc. Aufnahme gefunden haben. Mehrere Zöglinge haben sich dem Kaufmannsstande zugewendet, und man ist auch da. soviel bekannt, mit deren Leistungen und Verhalten zufrieden. Um nun das angestrebte Ziel auch fortzusetzen und erweitern zu können, um zu ermöglichen, daß einer größeren Zahl von Zöglingen Aufnahme gewährt werden kann, bedürfen wir, da diesmal manches Gesuch aus Mangel an Mitteln abschlägig beschieden werden mußte, auch ferner der kräftigsten Unterstützung unserer verehrl. Glaubensgenossen. Die Einnahmen betrugen 16640 M., die bis auf 4959 M. vorausgabt wurden. Mülhausen. Nach dem Berichte des Berwaltungsrathes des israelitischen Krankenhauses in Mülhausen i. E. (Jahrgang 1895) zählt die Anstalt 26 Zöglinge, und zwar 9 Männer und 17 Frauen, deren Durchschnittsalter 68 Jahre ist. Die Gesammtzahl der Verpflegungstage, das Personal der Anstalt mit inbegriffen, war 12,295 Tage, die gewöhnlichen Ausgaben waren M. 15,293.15, was pro Tag M. 1.25 ausmacht. Die außergewöhnlichen Ausgaben für Unterhalt der Gebäude, des Gartens :c belaufen sich auf M. 808.88. 21 Personen sind aus beschränkte Zeit während 668 Tage gepflegt worden, 20 sind nach Genesung ausgetreten, 1 ist gestorben. vermischtes. Breslau. Dem hiesigen Obercantor Spiro starb im blühenden Alter von 26 Jahren sein Sohn Dr. zur. Spiro in Berlin. — Dr. Louis Neustadt versandte einen Aufruf zu Purimspenden für das zu gründende Lehrerheim. 8. Ralibor. Hier starb in geistiger Regsamkeit Frau Rosalie Hadalje an ihrem 100. Geburtstage. Die Verstorbene war brav und streng fromm. Rabbiner Dr. Blume n thal knüpfte in seiner Trauerrede an das Bibelwort an: „Die Zahl Deiner Tage umche ich voll" Stuttgart, 29. Febr. Ein schönes Verhältnis herrscht zwischen dem katholischen Pfarrer Ginter und der israelitischen Gemeinde Nordstetten, woselbst Berthold Auerbach geboren und begraben ist. Als dieser humane Geistliche vor zwei Jahren sein goldenes Priester-Jubiläum feierte, bedachte er in einer Armenstiftung auch die jüdischen Ortsarmen. Anläßlich seines 25jährigen Amtsjubiläums als Bezirks- Schulinspector, das Herr Pfarrer Ginter am 22 v. M. feierte, überreichte ihm die israelitische Gemeinde in Anerkennung seiner edlen Gesinnungen einen Pokal mit einer Widmung. Wien. Die hiesige Schiffschul war bei der Leichenfeier des Rabbiner Dr. Guggenheimer 8"2i, außer durch die Herren Rabbiner I. B. Kohn und Vorsteher Marcus Bondi noch durch Herrn Vorsteher Ignaz Back vertreten. Pesth. Herr Rabbiner Inda Sofer, Sohn des berühmten Verfassers Jalkut Elieser, aus Paks, ist in Szekelyhid zum Oberrabbiner erwählt worden. Briefkasten der Redaetion. L. S. in Tr.r In solch kurzen Notizen kann man nur das Wichtigste bringen. Was Ihre Ausstellung betrifft, so ist dies so bekannt, daß gerade diejenigen, die es angeht, unseres Hinweises nicht bedürfen. Dr. B. in S. (Elsaß): Wenn bei Ihnen der Gebrauch ist, aus nso bereitete Speisen am nDD my zu genießen, so wendet sich unsere Bemerkung durchaus nicht dagegen, denn wir schrieben ja nur, daß das Verbot auf den Gebrauch in unseren Gegenden sich bezieht. E. O. uud O. G in Crumstadt: Wenden Sie sich an David Bauer, Frankfurt a M.; sollte dieser die angefragten Artikel nicht führen, so dürfen Sie, da es vom Arzt verordnet ist, solche auch aus der Apotheke beziehen. In diesem Falle belesen Sie selbe vorher. Briefkasten der Expedition. Jakob Spitzer, D. Szerdahely: Betrag dankend erhalten. Privat-Telegramrn des „Israelit". äkowno, -i'Ot rwnB nn» my. Ich mache Ihnen hierdurch die erschütternde Mittheilung, daß heute Nacht die größte rabbinische Autorität, N a b b i Jizchak Elchanon Spektor sanft verschieden ist. Ausführliches folgt. Lebensversicherungs-Gefeüschaft zu Leipzig, aut Gegenseitigkeit gcgr. 1830 (alle Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende Februar 1896 1168 Versicherungen über 8242 350 Mk. beantragt morden, 734 550 Mk, mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 157 Mitglieder, die mit 988800, Mk. versichert waren. Der Versicherungsbestand stellte sich Ende Februar 1896 auf 64 700 Personen mit 462 Millionen Mk. Versicherungssumme, das Vermögen aus 135 Millionen Mk. Für fällig gewordene Versicherungssummen sind bis jetzt ausgezahlt 92 Millionen Mk., als Dividenden an die Versicherten gewährt 45 Millionen Mk.; Dividendenreserven in Höhe von 22 Millionen Mk. liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42°/0 der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzreu Versicherungen außerdem 1*/, % der Summe der gezahlten Zusatzprämien.