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Der Israelit · 1896-03-09 · Heft 20 (9.3.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 20 (9.3.1896)
Date
1896-03-09
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXV11 Jahrgang. KeUazr;u 20 des „Israelit". Zeitttttgsttachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Dürkheim, im März. Die Jubelfeier des hiesigen israelitischen Jünglings-Vereins verlief in der würdigsten Weise. Die religiöse Feier in der Synagoge wurde eingeleitct durch meisterhaft vorgetragenen Gesang des Herrn Cantors Mosessohn, woran sich die bedeutungsvolle Ansprache unseres verehrten Herrn Bezirks-Rabbiners Dr. Salvendi schloß. Abends fand im Restaurant Maas geselliges Zusammensein statt. Der Vereins-Präsident Herr Nathan Wolff hieß die vollzählig erschienenen Vereins- Mitglieder in herzlichster Weise willkommen und brachte auf dieselben ein Hoch aus. Herr Institutslehrer Strauß toastete auf den Jubilar, den Verein selbst. Herr F. Mayer gedachte unseres vielgeliebten Landes- Regenten Prinzen Luitpold, der alle seine Nnterthanen ohne Rücksicht auf ihren Glauben mit gleicher Liebe umfaßt und allen Humanitären Instituten das regste Interesse entgegenbringt. Es wurde an Se. K. H. den Prinz-Regenten folgendes Huldigungs-Telegramm abgeschickt: „Königliche Hoheit Prinz-Regent Luitpold in München. Zahlreiche israelitische Bürger der Stadt Dürkheim a. H. senden anläßlich der lOOjährigen Jubelfeier ihres Kranken- und Unterstützungs- Vereins (Jünglings-Verein) Ew. Königliche Hoheit unterthänigsten Gruß und die Versicherung unverbrüchlicher Treue. In tiefster Ehrfurcht: Nathan Wolff, l. Vorsitzender. Auf diese Depesche lief folgende huldvolle Antwort ein: „Herr Nathan Wolff, Vorsitzender des Kranken- und Unterstützungs-Vereins (Jünglings-Verein) Dürkheim. Se. K. H. der Prinz- Regent lassen für die anläßlich der gestrigen Jubiläumsfeier des Kranken- und Unterstützungs-Vereins Dürkheim in treuergebener Gesinnung dargebrachte Ovation allen Theilnehmern Allerhöchst ihren huldvollsten Dank entbieten. In Allerhöchstem Aufträge Freiherr v. Zoller, Generallieutenant, Generaladjutant." Ein von Herrn Jnstitutslehrer Strauß verfaßtes, dem Verein gewidmetes Gedicht gelangte zur Verlesung und wurde demselben für diese schöne Festgabe wärmster Dank ausgesprochen. England. B*. London. Das Kusso - Jewisli-Comite hielt seine jährliche gemeinsame Versammlung mit dem Board of Guardians und der Anglo-Jewish- Association am Mittwoch den 26. Feb.uar in der Central-Synagoge ab. Der Vorsitzende Sir Samuel Montagu leitete die Versammlung mit einer Gedächtnißrede für den dahingeschiedenen früheren Präsidenten, dem vielbeklagten Julian Goldsmid ein, dann erstattete er den Bericht des Russen-Comitss, aus dem wir die Erklärung hervorheben, daß sich die Hoffnungen, die die Juden an den jetzigen Czaren geknüpft haben, nicht erfüllten und die heutige Lage der russischen Juden nicht wesentlich von der früheren sich unterscheide. Dennoch sind erheblich wesentlich weniger Flüchtlinge nach England gekommen, als in früheren Jahren und der Bericht hebt hervor, daß auch von diesen die meisten nur als Durchreisende kommen. Die Leistungen des Comitös erweisen sich deßhalb als so nützlich, weil man es mit Klaffen von Menschen zu thun hat, die den eifrigsten Trieb haben zur Arbeit und zur Besserung ihrer sozialen Lage. Die vom Counts eingerichteten Abendschulen erweisen sich als sehr erfolgreich, denn sie ermöglichen vielen fremden Juden in verhältnißmäßig kurzer Zeit sich genügend Englisch anzueignen. Im Verlaufe der Debatte erhob Oswald I. Simon Protest gegen die angekündigten Maßregeln der Regierung, welche die Einwanderung armer Ausländer beschränken sollten, und regte die Abhaltung eines Massenmeetings mit diesem Thema an. Die weiteren Verhandlungen boten wenig allgemeines Interessantes. Amerika. New-Uork, 23. Jan. Die von der „Jewish- Sabbat - Observance - Association" veranstaltete diesjährige General - Versammlung fand gestern in den Räumen der Synagoge der Gemeinde Sichron- Ephraim (Rabb. Dr. Drachman) statt und war dieselbe ziemlich gut besucht. Als Zeichen der Stärke der in neuerer Zeit auch in jüdischen Kreisen zu Tage tretenden Frauenbewegung sei die Thatsache bemerkt, daß auch hier fast mehr Damen als Herren anwesend waren. Wir wollen dies als gutes Zeichen nehmen, da jeder Einfluß der mrpns D’VJ sich bereits im Beginn unserer Geschichte zum Guten bemerkbar machte und deßhalb hoffen, daß unsere geehrten Mitstreiterinnen in dem Kampfe für den heiligen rav sich nicht von ihren lieben Urgroßmüttern beschämen und ihren Eifer und Energie nicht erlahmen lassen werden, bis das von dem Verein gesteckte hehre Ziel erreicht sein wird. Als Beweis dafür, wie viel die Frauen zum Gelingen der Zwecke des Vereins beitragen können, diene die Erklärung des Inhabers eines der hiesigen feinsten und größten Modewaarengeschäfte. Dieser erkärte ausdrücklich, er könnte am rav sein Geschäft ruhig ohne jeden Nachtheil schließen, wenn nicht gerade an diesem Tage die jüdischen Damen

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