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Der Israelit · 1896-03-09 · Heft 20 (9.3.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 20 (9.3.1896)
Date
1896-03-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVII. Jahrgang. J {M'V-C'Pt '? y£ •' > JVi S0 Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das ortßodore IudenIHum. Begründet »»« Dr. Lehman« in Mai»-. Montag, den 9. März 5656 (1896). Leitender Artikel. Kagaday fdkl' Uefach. Zehnte Serie. Mainz, 7. Ai ä rz. III. "IttfN nD^DOn Tyi NT TL7N lTUH TN 1PQN "VTt£' cri’Ty iDtyn inu pni np>” pn ttn — iNTp nt *ptiG ’di^ nnno dtdltpi p]N3 »^rnp mw* **en inm "Dp: „Schütte deinen @ trimm aus z u den Vö lkern hin, d ie dich nicht erkannt und über die Königreiche, die deinen Namen nicht verkündet haben. Denn Er hat Jakob verzehrt und seine Stätte haben sie verwüstet. Schütte über sie deinen Unwillen aus und die Gluth deines Zornes erreiche sie. Verfolge im Zorne und vernichte sie u n t e r d e m Fimmel Gottes h in weg." Diese den Psalmen und den Klageliedern Jirmijahus entnommenen Sätze leiten den zweiten Theil des Hallel-Liedes ein, dessen erster Theil bereits vorher gesungen worden war. Diese ersten Lieder der Hallel-Hymne schilderten den Auszug Israels aus Egypten. Die erste Beracha des Tischgebets auf das nun folgende heiter-ernste Festmahl, versetzt uns in die Wüstenwanderung mit ihrer Mannaspeisung. Mit dieser Beracha hatte Moscheh die vom Himmel fallende Manna-Spende begrüßt, welches Moment wir zur Erklärung dieses Segenspruches ausführlich erörtert haben. Die zweite Beracha vergegenwärtigt uns das Betreten und die Besitznahme des heiligen Landes durch das Gottesvolk. Die dritte Beracha galt Jerusalem, Zijon und dein sich dort erhebenden Tempelheiligthum, wie sie von David und Schelomo eingesetzt wurde. Die vierte Beracha hat die Zeit nach der Tempelzerstörung /c Ic. /1t£ zum Gegenstand nebst den bedeutsamen Erfahrungen, die sich daran für die jüdischen Exulanten knüpfen. So repräsentirt der erste Theil des Hallel-Liedes mit dem Tischgebet in gedrungenen Zügen ein ganzes Repetitorium der Geschichte Israels vom Auszug aus Egypten bis in die gegenwärtige Zeit. Die letzten Ausläufer der Geschichte Israels, die Wehen und Krisen, welche der messianischen Wiedergeburt der Gesammtmenschheit vorangehen bis zu dem Zeitpunkt, in welchein Israel alle Völker zur vereinten Gotteshuldigung auf Grund der bisherigen geschichtlichen Erfahrungen aufruft, besingen die nun folgenden Theile des Hallelliedes. Gehoben von der festlichen Stimmung der Gedächtnißstunde, welche die das Peßachfest Feiernden in allen Familien der Wirklichkeit entrückt, hat die Haaada mit den zu unserer Betrachtung herausgegriffenen Sätzen uns an den Gegensatz erinnert, der zwischen den Sängern der jüdischen National-Hymne und denjenigen eristirt, an welche sich ihr Lied richtet. Sie scheuen diesen Gegensatz und sein Bekeuntniß nicht. Sie öffnen die Thüre und rufen ihn laut in die Nacht hinein. Und dieser seit Jahrtausenden erklingende Ruf ist nicht spurlos verhallt. Wie haben sich doch Tie Zeiten, die Menscken und Völker verändert, seitdem Asaphs Harfe und Jirmijahus Klagelied diese Worte zum ersten Mal in die Welt gerufen! In unserem Kreis, in unserem ganzen Erdtheil und weit über denselben hinaus, gibt es keine Völker und keine Reiche mehr, die Gott nicht kennen und seinen Namen nicht verkünden! Der Ruf aber wird so lange aus den jüdischen Häusern hinausklingen bis er in jeder Menschenbrust ein treues Echo gefunden hat. Oberflächlichkeit und Böswilligkeit haben ihn oft als Chauvinismus verkannt und verdächtigt. Welchen Sinn wir Juden diesen Worten beilegen, wenn wir sie in den Sedernächten aus den geöffneten Thüren in die Nacht Hineinrufen, das möge der geehrte Leser nicht unserer, sondern einer beliebigen

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