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Der Israelit · 1896-03-02 · Heft 18 (2.3.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 18 (2.3.1896)
Date
1896-03-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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372 TDirb sowohl Laie als auch Gelehrter in demselben eine Fundgrube agadischer Gelehrsamkeit, viele aus der Meerestiefe des Talmud und Midrasch arfls Tageslicht geförderte Perlen finden. Dieses Werk wird dem Ersteren angenehme Zerstreuung und Beleh rung, dem Letzteren und besonders dem Kanzelredner, sinnreiche Hinweise und vorzügliche Anspielungen für temporäre Verhältnisse reichen und ein werthvolles Compendium bilden; es kann daher jedem Verehrer unserer heiligen Wissenschaft wärmstens empfohlen werden. Josef Edinger. vermischtes. Frankfurt a. M. (W i e R o t h sch i l d s e i n e n T o ka v er zahlt.) Die Ff. Ztg. schreibt: Der theuerste Tokayer, den es je gegeben hat, dürfte wohl gegenwärtig in Frankfurt a. M. getrunken werden. Dem Chef des hiesigen Hauses Rothschild, Baron Willy v. Rothschild, der sich von einem schweren Influenza-Anfall in der Rekonvaleszenz befindet, war alter Ungarwein verordnet worden. Man wanvtc sich, wie das „Wiener Fremdenblatt" erzählt, an einen hiesigen Privatier, dessen Besitz an altem Tokayer bekannt ist, und er überließ dem Rekonvaleszenten fünf Flaschen davon, indem er gleichzeitig eine Bezahlung ablehnte. Daraufhin ließ Baron Rothschild den Armen für jede Flasche tausend Mark auszahleu. Wir können ergänzend mittheilen, daß der Privatier ein Vorsteher der isr. Religionsgesellschaft und daß der erwähnte Betrag der genannten Gesellschaft zu Gute gekonunen ist. Zittau, 10. Febr. (Wieder Einer!) Der antisemitische Agitator und Mitbegründer des hiesigen antisemitischen Reformvereins F. A. Geißler wird jetzt wegen Betrugs steckbrieflich verfolgt. Geißler, der früher Marine- Unteroffizier, Grenzaufseher und später Cigarrenhändler war, hat ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Seit einigen Jahren gab er Vorstellungen als Gedankenleser und legte sich mehrfach den Titel „Professor" bei. Bei der Begründung des hiesigen antisemitischen Vereins spielte „Professor" Geißler eine hervorragende Rolle. Nunmehr ub.r fahndet die Polizei auf ihn und das sächsische Gendarmerie-Blatt hat bereits seinen Steckbrief gebracht. „Professor" Geißler I soll sich angeblich zur Zeit in Holland aufhalten; von an-! derer Seite wird gemunkelt, er habe sich nach Amerika bei geben, um dort mit seinem Gesinnungsgencssen Ahlwardt für den Antisemitismus zu agitiren. Budavest. (Eine prinzipielle Entscheidung), die auch für weitere Kreise Interesse besitzen dürfte, hat der Minister des Innern in einer Matrikel-Angelegenheit getroffen. Ein angesehener Bürger der Hauptstadt hatte einen verfrüht zur Welt gekommenen Sohn durch die nachfolgende Verehelichung mit seiner jetzigen Gattin legitimirt und wünschte nun. aus den Matrikeln der Budapester israelitischen Religionsgemeinde einen Auszug zu erhalten, in welchem die Bemerkung, daß die Geburt ursprünglich eine uneheliche gewesen, weggelassen wäre. Der Minister des Innern lehnte dieses Gesuch mit der Begründung ab, daß den zu Recht bestehenden Vorschriften gemäß der Matrikelsauszug eine wortgetreue Wie ergäbe der Matrikeleintragung darzustellen habe. Außer dieser formalen Dchwicrigkeit aber stünde dem Begehren auch noch ein meritorisches Hindcrniß im Wege, daß nämlich zwischen dem ehelich geborenen und dem durch die nachträgliche Verehelichung legitimirterr Kinde in Bezug aus die Rechte der Erstgeburt ein wesentlicher Unterschied obwaltet. Budapest, 10. Febr. Die hauptstädtische Finanz-Commission hat in einer ihrer Sitzungen beschlossen, der Steinbrucher Israelitischen Religionsgemeinde eine Jahressubvention von 1000 fl. zu gewähren. Raab. Die vor Kurzem hier verstorbene Wittwe B. Deutsch hat in ihrem Testamente 120 000 Kronen für wohlthätige und kulturelle Anstalten gewidmet. Palästina. Dce jüdischen Gemeinde in Liberias ist von Herrn Lazar von Poliakosf und seiner Gemahlin ein Spital gespendet ivoiden. DveisMthPel. Die Auflösungen der fünf Pretsräthfel, sowie der beiden anderen Purim-Räthfel, die wir wegen Raummangel heute nicht mehr bringen konnten, gelangen in nächster Nummer zum Abdruck. Briefkasten der Redaction. I. H., Cölu: Wenn wir nnS recht erinnern, so ist es Herr A. Walz, Culrusbeamter in Hamm in Wests, welcher ein derartiges Inserat erlassen hat. Anzeige Für den folgende« Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. fEin geb. j. Mann, Israelit, 25 I. alt, wünscht mit einem jungen Mädchen von schönem Aeußern, behufs späterer Verehelichung, in Verbindung zu treten. Es w. dabei beding»: tadellose Vergangenh., daS Bestehen eines Geschäftes, sowie etwas Vermögen. G fl. Off. um. 1545 a. d. Erp. d. Bl ®uche per sofort einen Metzgergesellen, welcher in allen Theilen der Metzgerei erfahren ist. Offerten umer Nr. 1t31 deförd. d. Exped. d. Bl. Auch in diesem Jahre wird auf NOS mein gebr. Java-Kaffee unt. Aufs. Sr. Ehrw Herrn Rabv. Dr. Frank in Köln gebrannt. WMstlltzk. 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