Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 18 (2.3.1896)
- Date
- 1896-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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m mmm 'j- XXXVII. Jahrgang. M 18. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe IudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 2. März 5656(1896). Leitender Artikel. Kagadafi fchel Wesach. Zehnte Seri e?) Mainz, 1. März. I. — 'JT1N 1J3>2 1J’3N 'NH 3>1P.1 ‘pD JS 'l .in« -VD .U3DIT >N 3D >321 31D >31 „Gesegnest seist Du, Gott unser Gott, König der Welt, Gott, unserVater, unser König, unser Macht herrlich er, unser Schöpser, unser Erlöser, unser Bildner, unser Heiliger! H ei liger Jaakobs, unser Hirte, Hirte Jsrals, gütiger und allen wohlthuender König! Jeden und jeden Tag hat Er uns Gut es getHan, thut Er u ns Gutes und wird Er uns Gutes thun. Er hat uns alles reifen lassen, er läßt uns alles reifen und Wirdes uns für die Dauer reisen lassen, zur Würdigkeit, /•^uv Liebe, zuin Erbarmen, zur Erleichterung, Rettung, Beglückung, Segen und Hülfe, Trost, Nahrung und Versorgung, Erbarmen, Leben, Frieden, und allem Guten; und durch alles Gute, möge er uns selber nichtzu geringwerden lassen." Wir sind mit der Erklärung des Tischgebets nunmehr zu dieser, seiner vierten und letzten Berocho gelangt, welche den Namen 3'vv">i 3-21 03-3 führt. Dieselbe ist von unseren Weisen in Jabneh etwa ein halbes Jahrhundert nach der Zerstörung Jerusalems *) Vergleiche die neunte Serie im vorigen Jahrgang Nr. 20—29, die achte Serie im 35. Jahrgang Nr. 26—33, die fiebente Serie im 34. Jahrgang Nr. 19—28, die sechste Serie im 33. Jahrgang Nr. 21—30, die fünfte Serie im 32. Jahrgang Nr. 25—33, die vierte Serie im 3t. Jahrgang Nr. 17—31, die dritte Serie im 30. Jahrgang Nr. 17—26, die zweite Serie im 29. Jahrgang Nr. 20—29, die erste Sernim 28. Jahrgang Nr. 23—30 und der Zerstreuung Israels im ganzen Römerreiche angeordnet worden. Nach dem Falle der heiligen Stadt war Jabneh mit seinen Weisen, der Centralpunkt der jüdischen Diaspora, auf welcher die römische Willkürherrschaft mit unerträglichem Drucke lastete. Diese grausame Härte von außen und die glühende Sehnsucht in den jüdischen Geistern und Herzen, nach Wiederherstellung der eingebüßten nationalen Selbstständigkeit erzeugte eine Spannung in den Gemüthern, die verhängnisvolle Folge hatte. Obwohl die Exulanten in göttlichen Eid genommen waren, nie auf eigene Faust eine Wendung ihres thränenreichen Geschickes zu versuchen, sondern die Gestaltung ihrer Zukunft ganz und ausschließlich Gott anheimzustellen, versuchten die Trümmer des jüdischen Stammes mit dem Schwerte in der Hand, die Befreiung vom römischen Joche zu erkämpfen. Dieser Aufstand wurde von Bar Kochba geleitet und wurde in B et har in grausam blutiger Weise von der römischen Uebermacht niedergeschlagen. Nachdem durch diese vollständige Niederlage jede Hoffnung auf eine Wiedererhebung für alle Zeit vernichtet war, kannte die Rache der römischen Sieger keine Grenzen mehr. Sie begnügten sich nicht mit einem grausamen Blutbade, sondern man gestattete nicht einmal die Beerdigung der hingemordeten Helden. Nach Jahren erst gelang es den unaufhörlichen Bitten und Drängen der Hinterbliebenen die Erlaubniß zur Beerdigung der offen umher liegenden Leichen zu erwirken. Die Geschichte hat den Tag, an dem diese Beerdigung erfolgte, bewahrt, es ist der fünfzehnte Tag des Monats Ab, und hat diesem Tag noch bis auf unsere Zeit eine feiertägliche Auszeichnung gesichert. Aber die Weisen haben dieses Geschehniß für bedeutsam genug erachtet, es uns fortwährend gegenwärtig zu halten, indem sie seine Erinnerung durch diese, unsere vierte Beracha, die sie dem Tischgebet bei diesem Anlaß anfügten, mit unserem täglichen Mahle verwoben. Als die bei Bethar Gefallenen zur Grabe gebracht wurden, lehrten die Weisen in Jabneh ihr Volk, von nun an jedem Gedanken an Selbsthilfe zu