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Der Israelit · 1896-02-27 · Heft 17 (27.2.1896) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 17 (27.2.1896)
Date
1896-02-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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WGWMWWWWW '1;J ^^«»Wiwyww 346 überstieg. Und wie gab diese Frau? Nicht unwillig, oder indem sie dem Bedürftigen harte Worte sagte, und nicht öffentlich, indem sie jede Gabe in die Zeitung stellen ließ, da sollte um keinen Preis jemand etwas davon erfahren. Wie freundlich, gütig unb ermunternd reichte sie, eine wahre Helferin in der Roth, den Leidenden die stützende Hand. Von überaus frommen Eltern in Hegenheim (Elsaß) geboren, bewahrte sie auch durch ihr ganzes Leben ihre Frömmigkeit und obgleich nicht dem Kreise der isr. Religionsgesellschaft angehörend, waren, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ihre Gaben und Spenden den Zwecken gewidmet, die am meisten geeignet sind, Gottesfurcht und Betätigung unserer heiligen Religion zu fördern. Es würde zu weit führen, wenn wir den Lebensweg dies.r edlen Frau eingehend hier schildern wollten. Es sei nur erwähnt, daß die Hinterbliebenen in edler Pietät an die Verstorbene einen Nachruf in einer besonderen Ausgabe zum Abdruck bringen lassen und denselben Freunden der Entschlafenen gern zur Verfügung stellen. DaS vergangenen Freitag stattgehabte Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer überaus würdigen Trauerkundgebung. Im Hause der Dahingeschiedenen gab Herr Alexander, ein Freund der Familie seinen Gefühlen beredten Ausdruck. Auf dem Friedhofe sprach Herr Rabb. Dr. Plaut ungefähr Folgendes : „Laut einer alten Ueberlieferung ist heute der Todestag unseres großen Lehrers Moses. Er schied bekanntlich nur sehr ungern aus dem Leben, das ihm zu verlängern er Gott wiederholt anflehte. Da wird nun bei den alten Weisen in Israel nioiD) gefragt: was war es denn, das den großen Mann so sehr an das Leben dieser Welt fesselte, und was flößte ihm die heiße Sehnsucht ein, das ihm versagte Land zu betreten, welches die Heimath Israels werden sollte? Gelüstete es den großen Geist etwa nach den süßen Früchten Palästinas? t>13N3 '31?N1t2’ pNl.D)3'1 1)31 H12D HINI) HD ’>3i2 ,131.1 112)3 ION p Nt>N ,1'1L N’l 13100 JJOtiO IN ingO ON D)3N pN3 JON niO”pnO ]'N1 ’1’ 1JJ 1N112’ 1DL) HIStD .'1'?J> p3 10”piTt2 '13 Nein, sprach Moses — so lautet die Antwort — mit vieler Mühsal habe ich mein jugendliches Volk für Gott erzogen und ihm die Pflichten für das Leben eingeprägt. Gern möchte ich nun auch die Freude genießen, zu sehen, wie dieses mein Volk sich im Leben bewährt und wie es glücklich ist. An diese Lebensthätigkett und an diesen Wunsch erinnert uns die Heimgegangene Frau Dr. Sarah Jonas. Nicht ohne mancherlei und große Schmierigkeiten und Mühseligkeiten war sie, nachdem ihr der Gefährte ihres Lebens vor mehr als 16 Jahren durch den Tod entrissen wurde, ihre Kinder im festen Glauben an Gott und in der Heilighaltung seiner Gebote zu erziehen bestrebt. Nicht allein die religiöse Satzung auch den religiösen Brauch und die religiöse Sitte waren ihr heilig und fanden in ihrem Hause warme Pflege. Der Lebensgang dieser Verklärten erinnert uns an den unsrer Stammmutter Sara, v«n welcher der Midrasch in finniger Weise erzählt, daß, so lange sie lebte, ein Licht die Wohnung erhellte, der Segen auf dem Brode ruhte und eine Wolke über dem Zelte schwebte. (131 t2l1D.) Auch in den Wohnräumen dieser Verklärten leuchtete das Licht der Religion (HÜB 1) ’3) unauslöschlich — auf ihrem Brode ruhte Segen, weil sie es verstand, mit willigem Herzen und offener Hand, wo Armuth und Noth an sie herantrat, zu helfen, sei es im eigenen Familienkreise oder in einem ihr fremden. Und, darum ruhte der Schutz Gottes sichtbar auf ihr und ihrem Hause. — Ein altes Wort unserer Weisen lautet: 13N’ 1312 31P3 JO’1 11üt2 ’D .5H3 Wer sich in dieser Welt der Arbeit und der Mühseligkeit für den ewigen Weltensabbat durch sein Tugendleben vorbereitet hat, der darf hoffen, einzugehen in das Reich der Seligen, inuoi 13t2 P3t2 01’? in das Reich des ewigen Lebens, der ewigen Liebe und des ewigen Friedens, wo wir uns dereinst mit dieser theuren Verklärten, wie mit allen vorangegangcnen guten unv edlen Seelen vereinigen werden." Alsdann widmete nochmals im Namen der Familie Herr Prof. Dr. Sulzbach der Heimgegangenen rührende Worte des Abschieds. Er wies namentlich daraufhin, wie Frau Dr. Jonas es verstanden hat, ihren Gatten in Theorie und Praxis den jüdifchen Gesetzen näher zu bringen. Die Rede des Herrn Professor dürfte wohl auch in der obenerwähnten Ausgabe eine Stelle finden. Welcher Verehrung sich die Tahingeschiedene bei den hiesigen Gesetzestreuen zu erfreuen hatte, erkannte man auch daran, daß der größere Theil der Leidtragenden zu unseren Gesinnungsgenossen zählte. Die Erinnerung an diese Frau wird in den Herzen unserer Glaubensgenossen stets lebendig bleiben. England. London, 24. Febr. Die längst projektirte Erbauung einer großen Synagoge im östlichen Staditheile für die hier eingewanderten russischen Glaubensbrüder wird nun endlich zur Ausführung gebracht, und beabsichtigen wir Ihnen Näheres hierüber, sowie über das damit zu verbindende große Beth-Hamidrasch später zu berichten. Wir freuen uns, heute bestimmt mittheilen zu können, daß die bisher dem ganzen Projekt feindselig gegenüber gestandene „Föderation of Synagogue”, deren Präsident Sir Samuel Montag u ist. nun eine freundliche Haltung angenommen hat. Man beabsichtigt, die Federation im Prinzip mit oer United-Synagogue zu vereinigen, so daß vorerst kein Prediger für die Synagoge der Federation angestellt wird, sondern, wenn seiner Zeit die neue große Synagoge vollendet dasteht, der für dieselbe anzustellende Prediger gleichzeitig seine geistlichen Funktionen auf die federirte Synagoge des gejamntten östlichen Stadttheiles ausdehnen soll. London, im Febr. In der Generalversammlung der „Talmud-Thora-Schule" wurde beantragt, daß in Folge der ungeheuer großen Zunahme dieser Anstalt neue Lokalitäten eröffnet werden mögen und hoffen wir, daß dieser Antrag bald verwirklicht werde. Der Direktor Herr Dr. Reh fisch (früherer Lehrer an der Hirsch'schen Schule zu Frankfurt a. M.) erwirbt sich durch seine Energie und Tüchtigkeit allge-

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