Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1896)
- Date
- 1896-02-20
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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•.:'7. ^7 V^vr--'r"'Z£t'S ' .y*'-?'/?:’ für öasG^ ÄrthodoxeNüderrlhrnW [■OM0 S £ Sv5-~i| A R O 19lv. 3. 29. ^-evr. 1899.^ WSMMStÄ Bur Fkler des MMHriM Kestehens der ^4-e> Israelitischen Gemeinde zu Rendsburg und der vor 50 Zähren erfolgten Einweihung des neuervauten Gotteshauses. Prolog, verfaßt und gesprochen von Frau Martin M e y e r. ^S) eid mir gegrüßt, verehrte Festgenossen, Die Ihr zur Jubelseier hier verweilt! Ob unserer Vaterstadt Ihr seid entsprossen, Ob aus der Ferne Ihr herbeigeeilt; ^2/ Uns einet Alle ja ein gleiches Streben, Ein gleiches Hochgefühl schwellt uns're Brust, Daß uns vergönnt ward heute zu erleben Was unsere Herzen füllt mit hoher Lust. (Bedenken wir, daß vor 200 Jahren Die ersten Glaubensbrüder sich vereint, Die aus der Fremde hergekommen waren Zu gründen eine jüdische Gemeind', Tann muß sich heißer Dank zum Höchsten ringen, Der reichen Segen spendet ihren Bund; Was sie gewollt, der Herr ließ es gelingen, Sein Schutz mar mit uns bis zu dieser Stund'. Wie man das Werk begann mit Gottvertrauen, So wuchs und blüht' es mit der Zeit empor, Ehrwürdige Männer, edle Frauen Gingen aus der hiesigen Stadt hervor. Was sie gewirkt mit nimmer müdem Streben, Das ward den späteren Geschlechtern kund; Der Frommen Werke werden ewig leben, sticht stirbt das Wort, wenn auch verstummt der Mund. Auch gilt's heut, den Gedächtnißtag zu feiern, An dem das Gotteshaus zuerst geweiht; Schon 50 Jahre sich seitdem erneuern, Doch unberührt steht es vom Zahn der Zeit. Es maltet d'rin der Gottheit heilige Nähe, Die Allmacht thronet am geweihten Ort. 20er gramgebeugt, er eil' hinein und flehe, Erhob'ncn Hauptes geht er wieder fort. Dies Haus, zu Gottes Ehr' und Preis erbauet, Es sei in Glück und Leid uns Zufluchtsort; Hat auch der Spender nicht sein Werk geschauet, In diesem Werke lebt er mit uns fort. Wir woll'n in seinem Sinne weiter streben Und leben nach der frommen Väter Art, Dann dürfen wir getrost da- Haupt erheben, Wir haben unser Heiligthum gewahrt. Wir wollen uns're Söhn' und Töchter lehren Im Guten stark, im Glauben treu zu fein, Die Tlwra als den höchsten Schatz zu ehren. Mit Gut und Blut uns ihrem Dienste weih'n. Wenn Widersacher sich zusammenschaaren, Wenn Spott und Hohn das Dasein uns erschwert, Wir fürchten nicht von außen her Gefahren, Des Glaubens Macht sich jeder Zeit bewährt. Laßt uns der theueren Eltern Vorbild ehren, Gedenken unsres alten Lehrers Wort, Dem Sündenreiz mit allen Kräften wehren, Die Gotteslehr' sei unsres Lebens Hort. Kein Zw-ifel soll in unser Herz sich schleichen, Begeisterungsvoll stimmt in den Ruf mir ein: „Wir werden nie von uns'rer Fahne weichen, Juden sind wir, Juden woll'n wir sein. So geb' der Himmel weiter seinen Segen, Beschütze ferner unser Gotteshaus; Wenn treu wir wandeln stets in Gottes Wegen, So gehen freudig wir d'rin ein und aus. Er segne die Gemeinde und die Leiter Und Alle, die mit uns sich hier vereint, Daß uns noch hundert Jahr und weiter Wie heut' des Glückes Sonne scheint!