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Der Israelit · 1896-02-20 · Heft 15 (20.2.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 15 (20.2.1896)
Date
1896-02-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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,n^ssr>pu‘ 307 > Personalien, ~f AuS dem RabvinatSvezirk Schweiufurt In tiefste Trauer ist unser Bezirk, und mit ihm weitere Kreise versetzt worden, durch den unerwartet raschen und allzusrühcn Heimgang der Frau Dr. Meta Stein n"y. Sie war nicht nur die treubesorgte und ebenbürtige Lebensgefährtin unseres hochverehrten und vielgeliebten Herrn Distriktsrabbiners Dr. Stein ’"J, sondern sie kann auch wegen ihrer hervorragenden Eigenschaften und Tugenden in des Wortes vollster Bedeutung eine ds genannt werden. Ihre Gottesfurcht und Gottinnigkeit war felsenfest und treu und konnte durch kein Mißgeschick gemindert werden. Der bei ihr Klagende fand Trostesworte und Rathschläge. Uin das Gebot werkthätige Nächstenliebe zu üben, war ihr kein Weg bei Tag und Nacht zu weit, keine Anstrengung zu groß und kein Geldopfer zu viel. Ihr Haus war stets offen der Gastfreundschaft, die Armen waren ihre Hausgenossen. Der anspruchsvollste Wunsch, das kühnste Verlangen des Bittenden wurde oft ohne Widerwillen erfüllt. Der nach Speise Lechzende wurde am eignen Tische fürstlich bewirthet und bekam beim Weggang noch sein besonderes Almosen aus ihrer müdthätizen Hand. Nur selten trifft man in der Frauenwelt eine solch' wahre Menschenkenntnis. Ihr Urthcil mar niemals zu hart, ließ sie sich doch stets von dem Grundsatz leiten: „Beurth ile jeden nach der guten SeteE Dem Schreiber dieser Zeilen traten oft voll Rührung die Thränen in die Augen, wenn die leider so früh Dahingeschiedene so herzinniglich von ihren Eltern, Lehrern, Freundinnen und Freunden sprach. Die Aufzählung ihrer Edelthatcn würde Bücher füllen. Ihr Leben und Streben ist durch beredten Mund unter Anführung des Bibelwortes: N7CN "1DDD HN fast erschöpf, nd geschildert worden. Möge die Verblichene reichlichen Lohn finden im Jenseits und die Früchte genießen, deren Saat sie so reichlich ausgestreut hat! Uns Allen wolle sie sein — eine gute Fürsprecherin! Ein dauerndes Andenken hat sie sich gesichert in den Herzen Aller, die ihr nahe standen._ -£• vermischtes. Mainz, 19. Februar. (Eine antisemitische Niederlage.) Im Bericht des Vierten Ausschusses der Zweiten Kammer über das Gesuch einer Anzahl Einwohner von Trebur um Uebersetzung des israelitischen Religionsbuchs ,,8crbulobau aruch“ auf Staatskosten, wird ausgeführt, daß nach den Mittheilungen des Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz für die Großh. Regierung kein Anlaß rorliege, das „Schnlchan aruch“ betitelte israelitische Religionsbuch auf Staatskosten übersetzen zu lassen, da nach den stattgehabten Ermittelungen dieses Buch von keinem israelitischen Religionslehrer des Landes als Lehrbuch bei Ertheilung des Religionsunterrichts benutzt wird. Nach dieser Mittheilung beantragt der Ausschuß obigem Gesuche keine Folge zu geben. _ Briefkasten der Nedaetio» N. P. in R r In welchem Staatsgebiet hat denn Ihr Herr Sohn sem Examen bestanden? Haben Sie sich nicht etn» mal mit einer Eingabe direct an da8 Justizministerium gewandt? Miiu-Pktls-MMl. Auf unser Ausschreiben in Nr. 12 dieses Blattes sind uns eine sehr große Anzahl von Räthseln und Preisfragen zugegangen. Nach sorgfältiger Prüfung und Sichtung haben wir das nachfolgende Räthsel des Herrn r&i Leo Lewin in Bruchsal als des Preises würdig erkannt und demselben die Prämie iin Betrage von zwanzig Mark übersandt. Das Räthsel lalltet: Math sek (yevräisch). Gestützt Hab ich die Hand des Frommen, Daß Israel besieg' den Feind, Auch werd' als Farbe ich genommen, Mit Grün und Blau steh ich vereint. Ein Zufall ist's, daß beide Namen Am Purimfeft zusammenkamen, Besitzt Du rückwärts sie gelesen, So kannst Du leicht dies Räthsel lösen. Unter den Einsendern der richtigen Lösung wird gelocht und erhält der Gewinner ein Körbchen, enthaltend Zwei Flaschen Champagner HDD by von der Firma Hugo Bondi «. Co. itt Mainz Als zweitbestes Räthsel wurde das nachstehende ermittelt, das auch seiner Originalität halber hier eine Stelle finden möge. II. j)reis-Ergänzungs-Näthsel. Anmerkungen: Die freigelassenen Stellen des Gedichtes sind auszufülleu. Gewinner ist derjenige, dessen Ergänzungen den Originalstellen am nächsten kommen. Die beiden letzten Wörter des Gedichtes müssen mit denen im Original genau übereinstimmen. Das Gedicht kann auch, wenn gelöst, als Solo-Aufführungsstück dienen. Die alte Allbekannte. Soloscene von R. Lacher. (Eine verschleierte Gestalt tritt auf.) Ihr seht mich an? Ihr kennt mich nicht? Woher ich komme, wißt Ihr nicht? Wohl wahr! Mich kennt nicht Jedermann Und — Zwar komme ich jahrein, jahraus Am Purimfestc gern, In meiner Lieben gastlich Haus Ob — Doch unsichtbar bin Allen ich, Ich komm' und gehe still, Nachdem mein Herz sich inniglich Gefreut — Wenn Frühlingsstürme draußen weh'«, Mit Macht der Lenz erwacht Wenn Winter's Schnee und Eis zergeh'n Kurz — Dann gehe ich von Haus zu Haus, Unsichtbar — doch bekannt So wandere ich, jahrein, — jahraus Vergnügt — Ich sah in alter trüber Zeit Jehudah's Schaar verbannt, Weit von der trauten Heimath. Weit Vom

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