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Der Israelit · 1896-02-20 · Heft 15 (20.2.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 15 (20.2.1896)
Date
1896-02-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVIT. Jahrgang. M 15. Der Israelit. m Gentrat-Hrgan für das orthodore IudenIHum. Begründet »»« Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 20. Februar 5656 (1896). Für Eine JJtmtfi abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat März auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die ErpeüUion des „Israelit". Leitender Artikel. Der Adar-Wonal. ii. (Schluß.) Mainz, 19. Februar. Von den Maßnahmen, welchen die höchsten jüdischen Gerichtsbehörden, mit dem Eintritt des Adar- Monats ihre Aufmerksamkeit zuwenden, werden noch ausgezählt: rrtN'po tni ,n-iir.n rw ,DO"m n« ppnci nnapn nw rr’soi c’:nn v»ijn , O’ön. Man setzte die Wege, Plätze und Reinigungsbäder, die durch die Winterzeit Schaden gelitten hatten, wieder in Stand, danlit die nun aus allen Gauen des heiligen Landes zu Peßach das Gottesheiligthum Aufsllchenden überall gangbare Straßen und die Quellen der Reinheit zum Gebrauche vorfanden. Alle öffentlichen, gerichtlichen, das Tempelheiligthum betreffender! und sonstige gemeinnützige Angelegenheiten, welche noch schwebend waren, fanden in diesem Monat, mit welchem das Jahr abschloß, wie cs die Thora zählte, ihre Erledigung, damit das neue mit dem Niffan- Monat beginnende Jahr den Aufgaben sich ganz hingeben konnte, welche die neue Zeit brachte. Endlich bezeichnete man die Gräber mit frischem weißen Kalk, damit sie Niemand aus Unkenntnis; betrete und seine Reinheit einbüße. Der Schekelruf und die Kilajim-Mahnung ergehen heute nicht mehr im heiligen Lande. Aber die ihnen zu Grunde liegenden, den Winter bewältigenden und den Frühling weckenden, menschengesellschaftlichen Gedanken und Anregungen, werden uns alljährlich durch Paraschat Schekalim und Paraschat Sachor nahe gelegt, wie wir dies eingehend darzustellen versuchten. Es liegt nach alledem nicht fern, daß die beiden letzten der vier Parschijoth den andern Maßnahmen entsprechen, welche unsere Mischnah aufzählt. Paraschat Para lehrt die Reinheit und Freiheit, zu welcher einst im Adar die Wege geebnet und die Quellen der Reinigung in Stand gesetzt wurden. Das gebundene Irdische in den Dienst des freien Göttlichen zu stellen, auf der Erde und aus der Erde die Richtung zum Heiligthum und zu den Quellen zu finden, welche uns die verlorene Reinheit wiedergeben, das ist der concrete Ausdruck des fundamentalen Gedankens, welchen Paraschat Para lehrt. Dunkel und geheimnißvoll wie das Leben und Weben in der Natur ist der Gegenstand dieser Paraschah. — Auf göttliches Geheiß wurde ein rothes, lebenskräftiges, fehlerloses Thier geschlachtet, ein Theil des Blutes nach der Richtung des Heiligthums hin gesprengt, und das Ganze dann verbrannt. In den Brand wirft der Priester Ceder, Mop und rvthen Faden. Die Asche wird dann gesammelt und sobald Jemand durch Berührung einer Leiche sich verunreinigt hatte, wurde diese Asche mit lebendigem Wasser gemischt und der Unreine mit dieser Mischung besprengt, wodurch er die Reinheit wieder erlangte. Von allen Stürmen und Schlägen, welche das Völker- und das Einzelleben bedrohen, ist keiner nachhaltiger und unvermeidlicher als der Tod, als die Thatsache, daß früher oder später alles Staub und Asche wird. Nichts ist geeigneter jede höhere Anschauung zu lähmen, als der Gedanke, daß der Tod heute oder morgen allem und allen, ein gleiches sicheres Ende bereitet. Deshalb macht jede Berührung mit dem Tode den jüdischen Menschen unrein.

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