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Der Israelit · 1896-02-10 · Heft 12 (10.2.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 12 (10.2.1896)
Date
1896-02-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVIT. Jahrgang. fp M 12. Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von Df. Lehman» in Mainz. Montag, den 10. Februar S«S« (18S6). Leitender Artikel. I>er Adar-Wonat. Main z, 9. Februar. I. ruycra DWDn yp D’p^n yy py'Dit/D mND “insu r\si DO-nn rw pjpro psiM riPsn ns pip d nwy hn vrsoi D'3-in ’dil’ t>D i’&ip ,o'on ms'ipo nsi nnimn .owsn yy *|n psri nnapn „Anr erftert Adar ergeht der Schekelruf, und das Verbot ver schied enePflanzen mit einander zu säen. Am fünfzehnten liest man die Megilla in Festungen. Man stelltWege, Straßenu. R einig u ngkbäder her und erledigt alle öffentliche Angelegenheiten. Man bezeichnet die Gräber und sendet Boten wegen der verbotenen Mischung verschiedener Pflanzenarten." (Mischna, Schekalim, I. 1.) Es war ein ungemein reges Leben, das sich mit Beginn des Adarmonats in der jüdischen Gesammtheit einst geltend machte, als sie noch in dem heiligen Lande weilte. Der Adar war der letzte Ausläufer der Winterzeit, der nun in wenigen Wochen den Frühlungsmonat ablöste. Wie draußen in der Natur, sollte auch in den Geistern und Gemüthern der Bann des Winters gebrochen werden. Der erste Ruf, der den Winterschlaf verscheucht uud die Herzen mit muem Lebenshoffen erfüllt, ist der Schekelruf. Er vollbringt an denjenigen, an die er sich wendet und die ihm willig Folge leisten, dasselbe Wunder, das der herannahende Frühling an jedem Hälmchen und Pflänzchen vollzieht, welche den Winter und seine Stürme überdauert hatten. Dieser Ruf lautet: „Wenn du das Haupt der Kinder Israels hoch heben willst, so soll jeder eine Sühne für seine Person geben, wenn man sie zählt, dann giebt es kein Sterben unter ihnen, wenn man sie zählt. (II. B. M., Cap. 30, V. 12.) Einen halben Schekel sollte jeder geben. Der Reiche soll nicht mehr, der Arme nicht weniger geben, als einen halben Schekel. Dieses Geld sollte dann Moscheh entgegennehmen und es für den Dienst des ersten Gottesheiligthums auf Erden verwenden, damit es zum Gedächtniß werde vor Gott, um allen Seelen die göttliche Sühne zu erwirken. Diese halben Schekel beizufteuern für die täglichen Opfer, die das Gottesheiligthum in Israels Mitte forderte, war der Inhalt des Schekelrufs, der mit jedem ersten Adar durch die jüdischen Reihen ging. Wie Gott in der Natur den Winter bannt und den Frühling vorbereitet, so scheucht er auch die Nachtgedaitkeu aus der Menschenbrust und aus dem Leben eines ganzen Volkes. Es ist wunderbar, welche Energie und welche Kraft jedes Gräschen bekundet, das tief im Boden das Saatkorn sprengt, trotz seiner augenscheinlichen Schwäche die schwere Erdscholle durchdringt und dennoch das Köpfchen endlich zum H mmel hebt, um sich immer stärker und stärker zum Lichte emporzuringen. Würde ein solches Pflänzchen menschlich fühlen uno denken können, es würde die schwer auf ihm lastende Erdeninaffe mit seiner winzigen Kraft vergleichen und nicht vielleicht einmal den Versuch wagen. So aber folgt es dem Gesetze seines Herrn und Meisters, bewältigt ein Hinderniß nach dein andern und fordert dann die Hilfe von oben im Regentropfen, der die Scholle gelockert, ihm Sonnenstrahl, der es zur Höhe zieht bis es sein Grab gesprengt und zu neuem Leben erstanden ist. Wohl sind seine Kräfte gering und seine Mittel unzulänglich, ihr Einsatz ist aber deshalb doch unerläßliche Bedingung. Jhm.folgt dann Gottes Beiftano, um zu vollenden, was die schwache Kraft begonnen. Sollen aus unserer Brust, aus unserem Haupt und unserer ganzen Umgebung die Winlergedanken weichen und wieder Lenzeshoffuungen einziehen, dann müssen auch wir unsere Kraft, wie winzig sie auch sein möge, voll und ganz einsetzen, xtm dann sicher

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