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Der Israelit · 1896-02-06 · Heft 11 (6.2.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 11 (6.2.1896)
Date
1896-02-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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225 treue — et hinc illae lacrymae! Hoffentlich bemüht sich die Wiener Gemeinde ihren alten historischen Ruf miede, zu erlangen. Für andere Großgemeinden möge aber dieser Vorgang ein Menetekel sein! A m e r i k a. New-Nork, 1. Febr. Die jährliche Botschaft des Präsidenten Cleveland enthält folgenden auf die Juden bezüglichen Passus: Verhandlungen sind im Zuge über die Praxis der russischen Konsuln im Gebiete der Bereinigten Staaten, Bürger über ihre Nasie u. Religion zu befragen und ihnen, wenn sie sich als Juden bekennen, die Visirung der Pässe oder anderer in Rußland nöthiger gesetzlicher Dokumente zu verweigern. Insofern als dieses Vorgehen eine Entrechtung involvirt und in Füllen einer Erbschaft zu einem Bruche der vertragsmäßigen Rechte unserer Bürger führen könnte und endlich ein ungerechtes (obuoxioub) Eingreifen in unsere territoriale Gesetzgebung ist, hat es auf unserer Seile zu entschiedenem Einspruch geführt, dessen Resultat die Ursache der Beschwerde aus dem Wege räumen wird. Literarische Notiz. In mehreren Exemplaren meiner neuesten Schrift: „Ueber den Einfluß des ersten hebräischen Buchdrucks auf den Cultus und die Culrur der Juden" ist S. 15 oben der erste Satz nicht ganz correct enthalten. Derselbe muß richtig lauten: „Es stimmen nun alle jene Gelehrte überein, daß mit zrj, schreiben, nur Relief (spd'n p^), nicht aber das Eingraviren (no’Y pn) auszuschließen und somit die Druckschrift auch als „Schrift" im biblischen Sinne anzusehen sei." Zur Literatur über die Sedarim S. 49 ist nach A. Ep steins Buch anvvn m’rmpD S. 57 nachzutragen. Dr. A. Berliner. > ^Personalien. Freibnrg, 29 Jan. Am 27. d. M. beging der hiesige Rabbiner, Herr Dr. Lewin, sein fünfundzwanzigjähriges Rabbinerjubiläu n. Unter den zahlreichen Ehrengaben ragte die prachtvoll ausgestattete Adresse hervor, welche die Gemeinde Koschmin überreichen ließ, deren Rabbiner der Jubilar von 1872—1878 gewesen ist. Die Vertreter der Synagogengemeinde Freiburg und der Gemeinden im Bezirk Freiburg wie Sulzburg und auch die Lehrer dieser Bezirke brachten dem Herrn Rabbiner i re Glückwünsche iu corpore dar und über reichten weithvolle Geschenke mit ehrenden Zuschriften. Zur Feier des Tages veranstalteten die Vertreter der genannten Gemeinden auch ein Festmahl, an denen die Lehrer theilnahmen. In den gehaltenen Reden wurde insbcsoirdere hervorgchoben wie der Herr Rabbiner im Kriege von 1870/71 freiwillig als Feldprediger dem Heere gefolgt war und sich so in den Dienst der Gesammtheit gestellt hat e, wie er dann in Baden durch Mitbegründung des Handwerkervereins, durch seine Bemühungen für die Gründung eines Asyls das Gesammtwohl seiner Glaubensgenossen zu fördern suche. vermischtes. Berlin, 30 Januar. Die Bibliothek des verstorbenen Docenten Dr. I. Müller, wie die Restauflage seiner eigenen Schriften sind in den Besitz der Buchhandlung M. Poppelauer Hierselbst übergegangcn. Der Katalog befindet sich in der Vorbereitung. Auck die Buchhandlung von H. Engel wird nächstens einen größeren Catalog ihrer Hebraica und Judaiea veröffentlichen, worauf schon jetzt aufmerksam gemacht werden darf. Berlin, 1. Febr. Die „Voss. Ztg." meldet: Der am. 20. Januar d. I. im Duell schwer verwundete Assessor Wollstein aus Rakel ist gestern Mittag in der Bergmännischen Klinik gestorben. Breslan, 24. Januar. (Räuber an der russischen Grenze.) Vorige Nacht drangen fünfzig Räuber in den Grenzort Strzemeszicc, plünderten sämmtliche jüdische Kaufläden und die im Besitze von Christen befindlichen Schnapsbuden. Hierauf steckten sie den Ort in Brand, welcher einem Flammenmeer glich. Zwölf Abbrändler, welche den Räubern entgegcntraten, wurden niedergeschossen. Das Militär langte erst nach dem Verschwinden der Bande ein. Mehrere Sotnien Kosaken besetzten die Bahnstation an der Grenze. Dresden, 26. Januar. Das hiesige Landgericht verurtheilte den antisemitischen Parteigänger Restaurateur Vetter wegen gewerbsmäßigen Wuchers zu 5 Monat.n Gefängniß, M. 300 Geldstrafe und 1 Jahr Ehrverlust. Der Mann hat namentlich Handwerker ausgebeutet und sich Zinsen von 40—136 pCt. zahlen lassen. Mixstadt. Der hiesige Tempeldiener Wollheim fiel, als er nach beendigter Abendandacht das Bethaus verlassen wollte, auf der Schwelle desselben ohnmächtig nieder und konnte nur mit Mühe in seine naheliegende Wohnung getragen werden. Der schnell herbeigeholte Arzt konstatirte den Tod infolge Herzschlages. Der Verstorbene hat über 30 Jahre bei sehr niedrigem Einkommen seines Amtes treu gewaltet. In Anerkennung dessen übernahm die Korporation auf ihre Kosten die Beerdigung. Bei der Leichenrede appellirte Herr Rabbiner Dr. Bamberger aus Schildberg an die Mildthätigkeit der Korporationsmitglieder und legte denselben dringend ans Herz, die Wittwe des Verstorbenen, die mit einer Tochter und 2 verwaisten Enkelkindern in sehr dürftigen Verhältnissen zurückgeblieben ist, nach Kräften zu unterstützen. .rrawn Karlsruhe, 31. Jan. Die Berufung des Redakteurs Faas vom antisemitischen „Volksboten", der vom Schöffengericht wegen Beleidigung der jüdischen Aerzte und Anwälte zu 14 Tagen Hast verurtheilt worden war, wurde heute verworfen. Briefkasten der Redaktion. <£. G : Für den Ausdruck der Anhänglichkeit an unsere Zeitschrift herzlichen Dank, ebenso für Ihre Mittheilung über die Reiseskizze. Wir werden in Folge Ihrer freundlichen Anregung dieselbe nebst der Illustration bei passender Gelegenheit zum Abdruck bringen. N. S. 448 r Der Bericht ist durch unsc e heutige Eorrespondenz, die das Gleiche berichtet, gegenstandslos geworden. Herr Jsak Hirsch in Kolomea: Wenn Ihre Ausstellung richtig ist, so müßte dieselbe sich in erster Reihe gegen den an dem angeführten Orte erwähnten Midrasch wenden. — ES dürfte der scheinbare Widerspruch zwischen diesem Midrasch und den von Ihnen angezogenen Stellen sich jedoch ohne allzugroße Schwierigkeit lösen lassen. M. S>, Ungarn r Die Zeitung „Hamagid" in Krakau dürfte am meisten Ihren Wünschen entsprechen. Außerdem

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