Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-02-03 · Heft 10 (3.2.1896) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 10 (3.2.1896)
Date
1896-02-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448619--41220-2490167
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

210 deren Orten Algiers die gleichen peinlichen Nachrichten wie aus Oran, fo aus Bou-Saada rc. Auch auf Madagascar haben sich wieder jüdische Soldaten ausgezeichnet. Es erhielten die Militärmedaille Eugen Kahn, Adjutant im Bataillon der Hauschah-Tirailleure und Jules Berth, Soldat im 13. Marine-Jnfanterie- Regiment. England. Bs. London Aus Mogada kommt die Nachricht, daß dort die Cholera furchtbar wüthet. Besonders die Truppen des Sultans leiden sehr darunter und verbreiten die Ansteckung überall, so daß man für die Judenquartiere sehr fürchten muß, umsomehr, als sie ohnehin nicht gerade Muster von Sauberkeit sind. Amerika. New-Nork, 15. Jan. Gewiß wird es die Leser des so viel gelesenen und weitverbreiteten „Israelit" interessiren, auch einmal etwas Neues über das Judenthum in New-Dork zu hören. Haben doch tausende und tausende jüdische Familien in Europa Freunde, Verwandte , Bekannte in diesem Lande, außerdem hat die Stadt New-Aork eine jüdische Bevölkerung von mehr als 250,000 Seelen, und da giebt es gewiß etwas zu berichten, was einen jeden unserer Glaubensgenossen interessiren wird. Man hat im allgemeinen in Europa ein Vorurtheil gegen das amerikanische Judenthum. Der Schreiber dieser Zeilen kann sich noch lebhaft der Ausdrücke, die er in seinem alten Vaterlande über das hiesige Judentbum als „Amerika ist ein trefenes Land," u. dgl. mehr, hörte, besinnen. Daß dem nicht so sei, daß speziell hier in Rew-Pork, man mehr wahre, aufrichtige, ungeheuchelte Frömmigkeit findet, als anderswo, ja daß die Juden New-Iorks mehr für „Charity," Hospitäler, Institute u. s. w spenden, wie irgend eine Stadt der Welt, das zu erzählen soll der Zweck dieser Zeilen sein und darüber sollen die Leser dieser Zeitung unterrichtet werden. Es ist selbstverständlich, daß in einem so freien Lande, wo Staat und Kirche völlig von einander getrennt sind, man die verschiedensten Facen des Judenthums findet. So ist hier die orthodoxeste Richtung bis zur radicalsten Reform vertreten, dabei hat jede Partei ihre betreffenden Organe, welche theils in englischer, deutscher oder jüdischer Sprache — Jargon — erscheinen. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, in einem Berichte den Leser über all dies, was jüdisch ist, oder daBi.ZsdMhul^: intMsirt, Aufschluß zu geben und -so wird Schreiber dieser Zeilen Artikelweise den Lesern des „Israelit" berichten: a) über die Orthodoxie und ihre Vertreter; d) über die Reform und ihre Vertreter, in ihren verschiedensten Formen; o) über die jüdischen Wohlthätigkeitsinstitute und deren Leiter; d) über das jüdische Zeitungswesen; e) über die jüdischen Theater; k) über das Ghetto der Juden und g) über die jüdischen Missionäre —■ die hier auch eine Rolle, „aber was für eine" — spielen. Dabei wird das Bestreben Ihres Correspondenten dahin gehen, sich so viel als möglich unparteiisch zu zeigen. Dem Leser sollen die Thatsache so vorgeührt werden wie sie sind, und er mag sich sein Urheil selbst bilden. Türkei. (0.) Damaskus, 8. Januar. Aus den Zeitungen werden Ihre geehrten Leser schon erfahren haben, daß die Bewohner der an der nördlichen Grenze Syriens gelegenen Stadt Zeitun (]inn die Olivenstadt), die jedoch zuineist aus Armeniern bestehen, sich gegen die Pforte erhoben und die in ihrer Mitte befindliche türkische Garnison einfach zu Gefangenen gemacht haben. Die Rebellen setzten hierauf eine provisorische Regierung ein. Diese kündigte sogleich den in Zeitun wohnenden Israeliten an, daß sie weder für ihr Leben, noch für ihre Habe oder ihre Familienehre etwas zu befürchten haben, vorausgesetzt, daß die Israeliten sich ruhig verhallen und friedlich ihren Beschäftigungen nachgehen werden. Nun dauert die Revolte schon mehrere Wochen in Zeitun, da die Pforte nicht die Macht hat, die Rebellen zu unterwerfen, aber den Juden dort wurde auch nicht ein Härchen gekrümmt. Interessant dürfte es sein, daß die armenische Geistlichkeit es sich sehr angelegen sein läßt, die Rebellen zu einer guten Behandlung der Juden zu ermahnen, eine Ermahnung, die bisher gewissenhaft beachtet wurde. vermischtes. Glogau. Frau Louise Weißst ein hat dem Vorstand der hiesigen Gemeinde 30,000 Mark zur freien Verfügung überreicht. Der verstorbene Gatte der Frau Weißstein hat bei seinen Lebzeiten und sodann durch letztwillige Verfügung beträchtliche Summen der dortigen Gemeinde geschenkt, wie überhaupt als Vorsteher um Aufbau und Schmuck des prächtigen Gotteshauses sich große Verdienste eworben. Die Stiftung der Frau Weißstein soll zum Jnstandhalten des Tempels und für gottesdienstliche Zwecke verwendet werden. Aus Warschau meldet man uns: Der vor einem Jahre hier verstorbene S. Tscherujanof hinterlieh der hiesigen jüdischen Gemeinde die Summe von 15,000 Rbi mit der Bestimmung, daß die Zinsen dieses Kapitlas alljährlich verteilt werden aus Unterstützung des jüdischen Knabenhauses und auf die Aussteuer je zweier armen Mädchen. — In gleicher Weise haben die Erben des unlängst verstorbenen S. Halpern ein Legat von 5000 Rbl. gestiftet, damit die Zinsen dieses Kapitels an Arme zur Verteilung gelangten. (Ll.) Triest, 26. Jan In dir. 7. Ihres geehrten Blattes widmeten l^je dem in Abessynicn auf dem Schlachtseldc gefallenen italienischen und angeblich ällch' jüd. Officier Adriano Issel einen kleinen Nachruf. Ich beeile mich daher Sie darauf aufmerksam zu machen, daß der Verstorbene schon vor acht Jahren gelegentlich seiner Verheirathung mit einer Christin den Glauben seiner Väter abgeschworen hatte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.