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Der Israelit · 1896-01-16 · Heft 5 (16.1.1896) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 5 (16.1.1896)
Date
1896-01-16
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXV». Jahrgang. Zweite Beilage;» M 5 des «Israelit^. Literarischer Bericht. Silberberg Moritz, SeferHa-Mispar. Das Buch der Za hl, ein hebrätsch-arithmetischeS Werl desR. AbrahamibnEsra. Frankfurt a. M. I. Kauffmann 1895. Es ist allgemein bekannt, daß Abraham ibn Esra, wie er auf anderen Gebieten Unvergängliches leistete, so auch ein hervorragender Mathematiker war. Man darf es daher mit großer Freude begrüßen, daß Herr Dr. Silberbera (Beuthen O /S.) die umfangreichste mathematische Schrift Ibn Esra's hier zum ersten Male herausgibt und ste auch tn's Deutsche übersetzt und erläutert hat, was bet der Schwierigkeit, die dem Laien die technischen hebräischen Ausdrücken bieten, und der Wichtigkeit, die diese Schrift für die allgemeine Geschichte derMathemattk besitzt, von besonderem Wcrthe ist. Zur Sicherstellung seines Textes hat der Herausgeber fünf Handschriften im Original benutzt. Wir können dieses Buch, dessen Drucklegung die Zunz-Stiftung in Berlin und die Königswarter'sche Stiftung in Frankfurt a. M. in dankenswerther Weise subventtonirten, allen Freunden dieses Gebietes aufs beste empfehlen. Aeitrmg-nachrichter» «nv ßkorrespondenzeu Deutschland. Mainz, 12. Januar. Soeben erhielten wir ein Exemplar der in klassisches Hebräisch übertragenen Erzählung: y Agutllar von Dr. M. L e h m a n n. Die Uebersetzung erfolgte durch Professor M. Braunstein, Bacau in Rumänien und erschien das Buch im Verlage von B er mann und R ab in ow itz in St. Petersburg. Freunde der hebräischen Literatur und namentlich unsere geehrten Lchr, die das Werk bereits in deutscher Sprache besitzen, seien auf diese inte, reffante Novität hierdurch aufmerksam gemacht. Berlin, 12. Jan. In einer von dem Comite zur Abwehr antisemitischer Angriffe herausgegebenen Schrift, deren wir bereits in Nr. 2 dieses Blattes kurz erwähnten, stellt sich deren Verfasser, Dr. P. Nathan, die Aufgabe, die in der antisemitischen Agitation aufgestellte Behauptung, daß die Juden durch eine ganz besondere Beanlagung zum Verbrechen eine Gefahr für jene Länder seien, in denen sie sich aufhalten, auf Grund der bisher vorliegenden amtlichen Statistik aus den elf Jahren 1882—1892 zahlenmäßig zu widerlegen. Selbstverständlich liegt der Schwerpunkt der Erörterung bei den Vrrurtheilungen wegen 35 Slrafthaten, zu denen die Juden einen größeren Prozentsatz stellen, als ihnen nach dem Verhältniß der Bevölkerung zukommt. Daß hierin keine Bestätigung der gehässigen Ausstreuungen der Antisemiten liege, daraus hat schon ein conservativer Sozialpoltttker. H?rr v. Scheel, in dem „Allg. statist. Arch v" hmgeunesen, indem er ausfüdrte, das Entsch-tdende sei nicht die Race oder die Religion, sondern der Beruf. Eine ganz? Reihe von Verbrechen und Vergehen sind selbstverständlich bei einer Bevölkerung, welche sich in hervorragendstem Maße an der kaufmännischen Thättgkeit, sei es' Waaren, sei es Geldhand-l betheiligt, zahlreicher als z. B. bei der Landbevölkerung. Andere wieder, z. B. Sittltchkeitsvergehen, überwiegen in der städtischen Bevölkerung. Ecfahrungsmäßig trifft für die Juden Beides zu. Man muß also mit der Criminalstatisttk die Berufsstatistik verbinden. Auf dieser Grundlage gelangen die Nachmessungen zu dem überraschenden Ecgebniß, daß bet 20 Verbrechen oder Vergehen, zu denen vorzugsweise der kaufmännische Beruf und das Stadtleben Veranlassung oder Gelegenheit gibt, der Anthetl der christlichen Einwohner des Königreich Sachsen in gleicher Weise den für die Juden in ganz Deutschland ermittelten Satz überschreitet, während bet 22 anderen Delicten der Anthetl der Juden in Deutschland ein ebenso geringer ist, wie der Antheil der christlichen Einwohner Sachsens. Die österreichische Crimtnalstatistlk gibt den R.lcgionsstand nur bei Verbrechen an, welche mit Todesstrafe und Kerker belegt sind; auf diese also mußte die Untersuchung beschränkt werden. Und was ist das Ergebniß? Die amtttche (österreichische) Statistik weist 42 Rubriken auf, davon sind 25 unbedingt zu Gunsten dcr Juden; darunter solche mit Verbrechen schwerer Art, wie Mord, Todtschlag, Brandlegung, Diebstahl, Raub. In einer Anzahl anderer Rubriken ist der Antheil der Juden mit kleinen Verschiebungen nach oben oder unten normal. Auszuschetdm ist der Zweikampf, bei dem die Juden über die Verhältntßzahl auftreten, weil ste am Studium ziemlich stark procentual bethetligt sind und weil anderseits die antisemitische Strömung an den Hochschulen die Juden oft zwingt, sich ihre Stellung mit den Waffen zu wahren, woraus sich ergibt, daß der Vorwurf der Feigheit gegen sie mit Recht nicht erhoben wird. Mit dieser Ausscheidung des Zweikampfs ergibt sich, daß jede Rubrik, die einen Ueberschuß jüdischer Criminalirät aufwetst, zugleich eine Rubrik ist, bei der der Kauf-

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