Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1896)
- Date
- 1896-01-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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«WIWWWW MW 92 größere oder kleinere Summen zu schenken, stch als nicht entsprechend erwiesen habe und er bitte um Vorschläge in diesem Sinne. Der Vorstand beeilte stch, ein Memorandum vorzulegen, worin derselbe die Errichtung von Darlehens- und Vorschuß-Kaffen für Handels- und Gewerbetreibende in allen größeren Städten Galizien's empfahl. Bis zur Stunde ist Seitens des Baron Hirsch noch keine Rückantwort erfolgt, doch steht zu erwarten, daß mit Beginn des neuen Jahres die Reoraanisation der Wohlthätigkeits-Bureaux in Angriff genommen werden dürfte. Grostwardei». Die Gemeinde Besztercze in Siebenbürgen hat den hiestgen allseitig beliebten und hochgelehrten großen Talmudgelehrten Rabbi Salomon Ullmann zu ihrem Rabbiner gewählt. G eich nach seiner Installation hat Herr Rabbiner Ullmann eine ro*«n gegründet, die nach dessen hiestgen Wirksamkeit, eine bedeutende zu werden verspricht. K. Budapest, 7. Jan. (Staatshilfe für Seelsorger.) Die jüngst tnS Leben getretenen kirchenpolitische« Gesetze sind mit einer starken materiellen Einbuße für jene Seelsorger aller Culte verbunden, die gleichzeitig Matrikelführer waren, und der Reichstag hat daher als Recompensation für dieselben 100.000 fl. votirt. Der Cultus- und Unterrichtsminister hat nun an sämmtltche kirchlichen Oberbehörden ein Refcript gerichtet, in welchem er vorerst seinem Bedauern darüber Ausdruck gibt, daß diese pro 1895 votirte Summe keine höhere sei, sodann die Verstcherung ertheilt, daß er bemüht sein werde, diesen Seelsorgern auf legislativem Wege eine dauernde Entschädigung zu sichern, und die Kirchenbehörden schließlich auffordert, ihm die Liste jener Seelsorger mttzutheilen, die am härtesten betroffen wurden und am meisten der Staatshilfe bedürfen. Der Unterrichtsminister hat nun diese 100.000 fl. derart repartirt, daß auf die Matrikelführer, respective Seelsorger sämmtlicher jüdischen Gemeinden des Landes 1500 fl. entfallen. Preßbrrrg, 6. Jan. Am 25. Dezember hat hier die Vorstand- und die Repräsentantenwahl der tsr. orth. Cultusgemeinde ftattgefunden. Es war ein sehr heißer Kampf zwischen den fortschrittlich gesinnten, welche an ihre Spitze den Herrn Dr. Stein und Antiquar Steiner stellten, und den Orthodoxen, welche die Herren L. Gestettner, L. C. Bettelheim, M. Frey und eine aus streng religiösen Repräsentanten bestehenden Gemeinde- Vorstand erstrebten. Es wurden solche Skandale seitens der Fortschrittler provocirt, daß man telephonisch um Polizei ansuchen mußte. Der Sieg blieb mit einer Majorität von 100 Stimmen auf Seite der Strenggläubigen. Die gewählten Vorsteher sind die Herren Joel Wolf, I. Rosenbaum, L. Gestettner, M. C. Beitelheim und M. Frey. Uugvar, 5. Jan. Am 3. d. starb und wurde heute zur ewigen Ruhe getragen Herr Adolf Weinberger, einer der ältesten und angesehensten Mitglieder der hiesigen Gemeinde. Der Dahingeschiedene war wegen seines ivn mfc’M weit bekannt. Er war einige Jahre Vorsteherder hies. orth. Gemeinde. Der hiesigen mm rnv^n-Schule hat er ein Haus und eine mm tdo vermacht, damit dort täglich veranstaltet und während des ganzen Jahres vr*i? gesagt und n\)ffD gelernt werden soll; dem Verein o'i?i nana in Jerusalem testete er 500 fl., der hiesigen w'ip rnon 300 fl., für die hiestgen o’j’H je 100 fl. Eine große Menge von Leidtragenden aus allen Confessionen eilten zur mS um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Die Rabbinats-Assefforen Wolf und Brody gaben in ihren Reden dem großen Verluste um den Dahingeschiedenen in warmen und rührenden Worten gebührenden Ausdruck. Schweiz. Zürich, im Jan. Vergangenen Sonntag hielt im hiesigen Verein „Munion" Herr Dr. Heilbronn aus Gailingen einen Vortrag über „Die Grundzüge der moralischen Gesetzgebung vom ärztlichen Standpunkte aus." — Mag man über den Btldungswerth von Vorträgen denken wie man will, so läßt sich doch nicht bezweifeln, daß ein Beitrag zur Würdigung des Gottesgesetzes, wie er hier von berufener Seite und in abgerundeter Form gegeben wurde, von hohem Werthe und des Interesses weiterer Kreise würdig ist. Verdient doch schon die Thatsache allein festgeftellt zu werden, daß die alte Bibel selbst den durch die Schule der modernsten Wissenschaft gegangenen Gelehrten reichlich Anregung und Belehrung bietet. — Der Redner sprach zunächst von dem unschätzbaren sittlichen und sanitären Werthe der FamilienbezieHungen, auf welche die Bibel im Gegensatz zu den zeitgenössischen und im Einklang mit den heutigen Anschauungen den höchsten Nachdruck legt. — Wenn freilich der Redner das Gesetz: „Koche nicht das Ztegletn in der Milch seiner Mutter" auf die Durchführung des Familieprinzips in der Thierwelt zurückführte, so scheint uns das etwas gewagt. — Redner ging hierauf zur Betrachtung berSabbatr u h e über, der er in langer Ausführung, die höchste sanitäre Bedeutung zusprach, indem sie nach der Wochentagsanstrengung für den ganzen nervösen Apparat des Körpers die so nothwendtge völlige Entspannung vermittele, welche andernfalls sich endlich doch gewaltsam einstellt, und zwar in Form von Krankheiten, welche Kaltwasser- und Nerven-