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Der Israelit · 1896-01-06 · Heft 2 (6.1.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 2 (6.1.1896)
Date
1896-01-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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-<mv CTJZr-p " „-ZT* >^T5V^*I/T-^S^’" .' f XXXTII. Jahrgang. Erste Beilage M M 2 des „Israelit". Zeitnug-uachrichterr uub Corvefpoudeuzen Deutschland. Berlin, 28. Dez. (Ein antisemitisches Blatt über die antisemitische Presse. Die „Dresdner Nachrichten", ein an der Spitze des Antislmitismus marschirendes Blatt, widmet anläßlich d.r Mcktheilung, daß die antisemitische „Wests. Res." zum 1. Januar eingeht, der antisemitischen Preffe folgende Zeilen: „Wie die antisemitischen Tagesblätter vor wenigen Jahren wie Pilze aus der Erde schossen, so packt jetzt eines nach dem anderen wieder ein. Die antisemitische Bewegung ist unter den Herren Ahlwardt und Z mmermann derart versumpft, daß sich die Anhänger des ernsten Antisemitismus widerwillig von dieser Richtung abgewendet haben und die lächerliche Großsprecherei dieser Blätter für den Abonnentenfang nicht mehr zieht. Der eitle Humbug, der von diesen Blättern mit den Schlagworten „Vertretung des Mittelstandes", „Monarchie" und „Christenthum" getrieben wird, ist zu allgemein erkannt. Dazu kommt die Kläglichkeit, mit der die Blätter fast durchweg redigirt sind. Faulheit und jouralistische Unfähigkeit verräth jede Nummer Jedem, der sich die Mühe nimmt, Vergleiche anzustellen. Und welche Mätcl sind von diesen „berufenen" Kämpfern für deutsches Wesen und deutsche Ehrlichkeit zur Erlangung von Inseraten angewendet worden! Man hat Beispiele, daß altangesehene christliche Firmen, die in den Blättern nicht inserirten, als jüdische verdächtigt wurden." — Die „Dresdner Nachrichten" scheinen demnach ihre Gesinnungsgenossen genau zu kennen. Berlin, 2. Jan. (Zur Crimtnal-Statistik.) Dieser Tage erschien eine vom Comit« zur Abwehr antisemitischer Angriffe herausgegebene, von Dr. Paul Nathan redigirte Criminal-Statistik. Dieser Schrift, welche aus amtlichen Datcn schöpft, ist zu entnehmen, daß die Zahl der Verurtheilungen von Juden in Deutschland hinter jener Zahl zurückbletbt, welche sich nach der Gesammtziffer der Verurtheilungen und nach dem Verhältniß der Zahl der Juden zu derjenigen der Gesammtbevölkerung zu ergeben hätte. Bemerkenswerth ist, daß die Verurtheiluna von Juden wegen Zweikampfes einen höheren Prozentsatz ausmacht, als dem Verhältniß der Zahl der Juden zur gesammten Bevölkerung und der Gesammtzahl der Verurtheilungen entspricht. Was die Crimtrral-Stattftck in Oesterreich betrifft, >o ist die Zahl der Verurtheilungen von Juden vom Jahre 1882 bis zum Jahre 1892 beständig! gesunken, und zwar 1326 Verurtheilungen im Jahre 1882 auf 1022 im Jahre 1892, trotz der Zunahme der Bevölkerung. Die Gesammtzahl der Berurtheilungen von Juden in diesen zehn Jahren betrug 11.670, während nach ihrem Verhältniß zur Gesammtbrvölkerung und aller Verurtheilungen 13,800 Verurtheilungen auf sie entfallen würden. Wir kommen vielleicht auf dieses in mehr als einer Hinsicht ebenso interessante, wie hochverdienstltche Werk in eingehenderer Besprechung zurück. Marburg, 2. Jan. In der Privatklage des antis. Retchstagsabgeordneten Pfarrer Jskraut gegen Professor Stengel erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung, indem es dessen Darlegungen völlig beitrat. Jskraut war von Stengel bei der Eschweger Wahlkampagne grober Lüge geziehen worden. Das Gericht erachtete als festgestellt, daß Jskraut vorsetzlich und bewußt die Unwahrheit gesprochen habe, um einen politischen Gegner geschäftlich zu schädigen. Mit Recht sei daher, so hob die Urteilsbegründung wörtlich hervor, Jskrauts Verfahren nicht nur als grobe, sondern wegen Niedrigkeit der Gesinnung auch als gemeine Lüge zu charakterifiren. In der Widerklagesache Stengels wegen eines von Jskraut Unterzeichneten beledigenden Wahlflugblattes mußte Jskraut gleichfalls freigesprochen werden, weil nicht erwiesen ist, daß Jskraut von der Verbreitung gewußt habe. Höchberg. 20. Dez. Zu dem Auszuge auS dem Jahresberichte der Lazarus Ottensofer Stiftung tragen wir noch nach, daß von der dem „Schulberichte" vorangehenden Biographie des Gründers der Anstalt, Rabbiner Lazarus Ottensofer s. A., ein Sonderabdruck erschienen ist, welcher für 30 Pfg. bei dem Stiftungskasfirer, S. Eldod in Höchberg bezogen werden kann. Der Gesammtertrag ist zu Gunsten der Stiftungskaffe bestimmt. W. Aus Babe«, im Jan. DaS neueste Verordnungsblatt des Großh. Oberraths der JSraeltten enthält unter Anderem Berichte über die in verschiedenen Rabbinatsbezirken deS Landes im Jahre 1895 abgehaltenen Conferenzen israelitischer Religionslehrer. Sie verbreiten sich im Allgemeinen Über Erörterungen unterrichtltcher und erziehlicher Schulfragen. Der „Israelit" brachte im Laufe des Jahres über einige Conferenzen nähere Berichte, und wir verweisen hier auf dieselbe. Als besonders der Besprechung bedürftig, erscheint in erster Reihe die Resolution, die von der übergroßen Mehrzahl von Lehrern des Rabbinatsbezirks Freiburg- Sulzburg angenommen worden ist. Sie lautet: „Die neunte Religionslehrerconferenz der Bezirke Freiburg-Sulzburg richtet an den Großh. Oberrath

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