Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1895)
- Date
- 1895-06-27
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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938 Bernhardt—Tarnowitz und Dr. Neustadt— BreSlau über den „Deutschen Reichsverband jüdischer Religionslehrer" folgendermaßen aus: Nur ungern ergreife er in dieser Sache das Wort, das vielleicht, ja wahrscheinlich, ein anwesendes Mitglied unangenehm berühren^werde. Aber er folge der gebieterischen Stimme der Pflicht und seinem Bedürfniß, gegen Jedermann offen zu sein. Er hatte die Gründung des Herrn Dr. Neustadt mit ihren uferlosen Plänen, besonders aber mit ihren Sammlungen für ein Projekt von sehr zweifelhaftem Werthe, nicht nur für überflüssig, sondern geradezu für gefährlich. Er müsse eindringlich davor warnen, dem Vereine beizutreten, oder die von ihm veranstalteten Sammlungen zu fördern. Das könne nur zum Nachtheil der bisher bestehenden Einzelvereine und ihrer Institute ausschlagen, wie Redner selbst in einem bestimmten Falle, in dem ihm Diskretion geboten sei, eine Schädigung der Unterstützungskaffe des Vereins israel. Lehrer in Schlesien und Posen habe feststellen können. (Dr. Neustadt: Namen nennen!) Redner erklärt, daß er begreiflicher Weise in öffentlichen Versammlungen den Namen nicht nennen dürfe, daß aber dem Vorsitzenden der Name des in Rede stehenden Mannes bekannt sei. (Dies wird vom Vorsitzenden bestätigt.) Die-'von Herrn Dr. Neustadt seinem Vereine gestreckten Ziele seien ja, soweit sie praktisch, bereits Ziele thetls der Einzelvereine, theils des in Aussicht genommenen Verbandes jüdischer Lehrerveretne im Deutschen Reiche, über dessen Begründung Dr. Neustadt im vorigen Jahre und in der gegenwärtigen Sitzung mit berathen habe. Er wolle nicht behaupten, daß Dr. Neustadt bei seiner Gründung sich von persönlichen Motiven habe leiten kaffen, dieselbe sei vielmehr nur ein Fehler seiner Unerfahrenheit. Redner schließt mit der wiederholten Mahnung, sich von einem Unternehmen fern zu halten, das die kärglich bemessenen Groschen der Lehrer und die von verschiedensten Setten in Anspruch genommenen Beiträge der Gönner aus Nichtlehrerkreisen in unzweckmäßiger Weise verzetteln. — In ähnlicher Weise spricht sich Brock-Hirschberg aus. Herr Dr. Neustadt erklärt, daß Herrn Prof. Dr. Badt von dem Ungenannten eine Unwahrheit gesagt worden. Redner habe überall in Wort und Schrift für friedliches Nebeneinanderwirken beider Vereine gewirkt und bleibe von der Nützlichkeit seines Vereins, sowie besonders des von ihm in Aussicht genommenen Lehrerheims, nach wie vor überzeugt. Bericht üöer die 6. Jahresversammlung des „Verein der israel. Lehrer ilairmt'iS.“ In dem lahnumfloffene«, lieblich gelegenen Wellburg tagte am 9. Juni d. I. die leider sehr schwach besuchte Versammlung der isr. Lehrer Nassaus. Um ll4/a Uhr wurde die Schung im Schullokale der isr. Gemeinde mit einer von Herrn Lehrer Fröhlich-Weilburg, ca. */„ Stunde andauernden Lehrprobe im Concentrationsunterrichte eröffnet. Hierauf begaben sich sämmtltche Anwesende, durch den Besuch zweier Vorsteher Weilburgs, Herr Nathan Retfenberg und Herrn A. Sternberg — Löhnberg, sowie auch durch den des ehemaligen Vorstehers Herrn G. Reifenberg beehrt, in den Saal des „Pariser Hof." Hier begrüßte unser verehrter Vorsitzender Herr Lomnitz-Limburg die Anwesenden, unter denen sich unsere drei allseitig geschätzten Herren Bezirke bbiner DDr. L an d a u-Wetlburg. Silbe r stein-WteSbaden und Wet ng arten Ems befanden, in einer gediegenen, zu Herzen gehenden Ansprache, welche in einem Hoch auf seine Kaiserl. König!. Majestät gipfelte, in das alle Präsenten begeistert einstimmten. Zunächst wurden mittelst einer eingehenden Debatte einige interne Vereinsangelegenheiten zur allgemeinen Befriedigung erledigt. Alsdann trug man dem Magen Rechnung. — Nachdem sich alle Anwesenden von einem so schmackhaften wie billigen, durch Frau Fröhlich hergerichteten Mahle, zur Genüge gelabt hatten, erfreute uns Herr Fröhltch durch seinen, in jeder Beziehung vorzüglichen Vortrag über: „Concentration im jüdischen Religionsunterrichte." Wenn nun auch Einer oder der Andere, namentlich Herr W. Frank-Westerburg an der Lehrprobe Verschiedenes zu tadeln fand, so verdient dieselbe dennoch, wie allseitig anerkannt wurde, als eine gute bezeichnet zu werden. — Was nun den Vortrag anlangt, so dürfte es vielen Berufsgenossen erwünscht erscheinen, wenn derselbe durch Drucklegung eine wette Verbreitung erlangte. Nach Erledigung dieser interessanten und belehrenden Angelegenheit ging man zum wichtigsten Punkte der Tagesordnung: „Die Bildung