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Der Israelit · 1895-06-24 · Heft 50 (24.6.1895) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 50 (24.6.1895)
Date
1895-06-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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914 der Wissenschaft und Kunst zu bestimmen, und der Blick auf die Ueberreste entschwundener Jahrhunderte soll den Sinn für die Geschichte des Judenthums wie für die idealen Zwecke desselben wecken. In der That sind bereits derlei Gegenstände für das zu gründende Museum von verschiedenen Seiten in Aussicht gestellt und ist manches interessante und werthvolle Stucke erworben worden. Das Curatorium, dem das fördernswerthe Unternehmen sein Entstehen verdankt, wendet sich nunmehr an alle Freunde und Verehrer der Kunst und Wisseuschaft, sowie an Diejenigen, welche Sinn für Alterthümer haben, mit der Einladung, ihr Interesse an dieser neuen Schöpfung durch Widmung von derartigen Objecten zu bekunden, sowie durch Beitritt als Mitglied das Unternehmen zu unterstützen, und dadurch beizutragen, eine Sammelstell" für jüdische Kunst und Alterthümer zu gründen. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cnltusgemeinde hat seine Sympathie für die Ziele der Gesellschaft dadurch bekundet, daß er eine namhafte Summe als Gründungsbeitrag widmete. Im § 1 der Statuten, welche bereits die behördliche Genehmigung erhalten haben, wird der Zweck der Gesellschaft folgendermaßen detaillirt: „Der Zweck der Gesellschaft ist die Sammlung und Aufbewahrung von Erzeugnissen der Littcratur, Kunst und der Wissenschaft, sowie der historischen Denkmäler, welche auf die politische und Enltur-Geschichte der Inden Bezug haben. Diese Sammlung ist nicht auf die litterarischcn, künstlerischen und wissenschaftlichen Werke der Angehörigen des Judenthums zu belchränken, sondern auch ans diejenigen anderer Völker anszudehnen, insoweit sich an dieselben ein ans das jüdische Volk bezügliches geschichtliches Interesse knüpft. In die Sammlung sind daher insbesondere aufzunehmen: a) Die Bücher der heiligen Schrift und die sich an dieselbe anschließenden litterarischen Werke, insoweit die Exeniplare durch Alter und Seltenheit einen antiquarischen oder in Folge ihrer Ausstattung einen künstlerischen Werth besitzen, b) Inschriften aus dem heiligen Lande oder aus Ländern, in welchen die Juden lebten, im Originale oder in Nachbildungen, c) Inschriften von Völkern, welche dem jüdischen Volke verwandt waren, insoferne dadurch das Verständniß der Bibel, der hebräischen Sprache oder der jüdischen Geschichte gefördert wird. <l) Abbildungen von ägyptischen und assyrischen Denkmälern, die auf die Geschichte der Juden Bezug haben, oder zur Erläuterung der heiligen Schrift dienen können, e) Kunstwerke von jüdischen Künstlern oder auch von nichtjüdischen Künstlern, soferne sie Gegenstände der jüdischen Geschichte betreffen, t) Stiche, Lithographien, Handzeichunngen biblischen oder jüdisch historischen und culturellen Inhalts, g) Pläne und Ansichten von Bauwerken, Städten und Landschaften im heiligen Lande, b) Abbildungen von Bauten für Cultus- und humanitäre Zwecke (technisch und archäologisch), i) Münzen und Medaillen, k) Paramente und andere Objekte, welche liturgischen Zwecken dienen, t) Porträts von Persönlichkeiten, die sich um das Judenthum Verdienste erworben haben (Juden und Andersgläubige). Um diese Sammlung anzulegcn und zu vervollständigen, wird die Gesellschaft nach Maßgabe ihrer Mittel Reisende und Gelehrte unterstützen, deren Unternehmungen auf Erwerbung solcher Gegenstände gerichtet sind, wird sich anderen t Vereinen, die einen ähnlichen Zweck erstreben (z. B. „Palästina-Verein") anschließen und sich an Ausgrabungen bethciligen. Sie wird ferner litterarische und künstlerische Arbeiten, welche aus die Geschichte der Wissenschaft und Kunst im Judenthum Bezug haben, unterstützen und fördern, Publikationen und Vorträge veranlassen und eine ausgen ählte Fachbibliothek anlegen." Statistisches. Nach Ausweis der Dienstalterslisten des Kunzeschen Kalenders für das höhere Schu wesen Preußens, Jahrgang 1895/96 (Breslau, Verlag von Preuß und Jüngerbeträgt 1. die Zahl der Direktoren jüdischen Glaubens: a) an Vollanstalten 0, b) an Nichtvollanstalten 2. (Dr. Baerwald am Philanthropin (Realschule der israelitischen Gemeinde), Dr. Hirsch an der Realschule der israelitischen Religionsgesellschaft-, beide in Frankfurt a. M.). 2. Die Zahl der Oberlehrer jüdischen Glaubens: a) an Vollanstalten 21; b) an Nichtvollanstalten 28 (zusammen 49). Von diesen 49 führen 9 den Profeffortitel, und zwar: a) an Vollanstalten 6, b) an Nichtvollanstalten 3. Von dielen 49 kommen auf Westpreußen 1, Posen 3, Schlesien 5, Brandenburg 2, Berlin 18, Sachsen >, Heffen-Naffau 19. 3. D e Zahl der Hilfslehrer jüdischen Glaubens'.26. Von diesen 26 sind 3 als Privatlehrer oder Leit-r einer Privatschule thätig, 1 ist Assistent an den Elektrizitätswerken in Königsberg O.-Pr. Die übrigen 23 haben zum Theil rcmunerirte Thätigkeit an öffentlichen Schulen, zum Theil stehen sic mit solchen in untere chtlichem Zusammenhang» Diese 23 vcrtheilen sich auf Posen 1, Berlin 17, Sachsen 1, Heffen Nassau 3. Hamburg 1. 4. Die Zahl der Probekandidaten jüdischen Glaubens 4 (1 Westpreußen, 1 Brandenburg, 2 Berlin). 5. Die Zahl der Seminarkandivaten jüdischen Glaubens 3 (1 Westpreußen, IBerlin. 1 Heffen-Naffau). Summa aller pro facultate docendi geprüften und in den DienstalterSlisten geführten jüdischen Lehrer an höheren Lehranstalten Preußens 84 (Prof. Toeplitz in Liffa ist nicht mitgercchnet, da er am 1. April 1895 nach 47 jähriger Thäiigkeit in den Ruhestand getreten ist; er war 19 Jahre Hilfslehrer!!!). Bon den 49 angestellten Oberl hrern kommen auf königliche Anstalten nur 4, und zwar 1 Westpreußen, 3 Posen. Die Provinzen Pommern, Hannover, Schleswig-Holstein.Westfalen und Rheinprovinz haben keinerlei i>ro facultäte äoeendi geprüfte Lehrer jüdischen Glaubens an höheren Lehranstalten l Von den königlichen wissenschaftlichen Prüfungskommissionen für das Lehramt an höheren Schulen wurden 1893/94 543 Prüfungen abgehaltni. Untzr den 543 Kandidaten waren 87 katholisch und 12 mosaisch. W'.ffenschafttiche Lehrer mit Direktoren waren im Berichtsjahr 5832 vorhanden, darunter mosaisch 84. Die preußischen höheren Lehranstalten wurden im Sommersemester 1893 von rund 142,000 Schülern besucht. Dem Bekenntnisse nach waren 65.5 vom Hundert der Gymnasiasten evangelisch, 25.8 vom Hundert katholisch, 0.2 vom Hundert dissidentbch und 8.5 vom Hundert mosaisch. Briefkasten der Expedition. Atter Abonnent: Wenden Sie sich in der angftragten Sache an den S>ellennachweisverein für jüd. Kaufleutein Breslau.

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