Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 49 (20.6.1895)
- Date
- 1895-06-20
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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892 Sparkörbchen-Sammlungen im Jahre 1893/94 betreffend, so hat sich die Wohlthätigkeit der glücklichen sehenden Kinder für ihre blinden Altersgenoffen durch ihren Sammeleifer neuerdings erwiesen, so daß dieselben in diesem Jahre die Summe von fl- 6062.38 ergaben. Dem am 12. März dahingeschiedenen geistigen Schöpfer und ersten Präsidenten des Institutes, Herrn Dr. Ludwig August Frankl von Hochwart, widmet der Jahresbericht tief empfundene Worte des Dankes. Wien. Außer den sofort zur Vertheilung an Arme gelangten 10,000 fl., welche in den letztwilligen Bestimmungen Wilhelm v. Gutmann's ausgeworfen waren, ist testamentarisch ferner verfügt worden: Die Errichtung einer Stiftung von etwa 200,000 fl. mit der Bestimmung, daß jährlich 8000 fl. an verarmte Ge Kerbsleute in Wien, und zwar je zur Hälfte jüdischer und christlicher Confesston zur Vertheilung gelangen. Herr Max v. Gutmann errichtet, den Intention seines verewigten Vaters folgend, eine Stiftung von 300,000 fl., deren Zinsen zur Unterstützung von Waisen der Berg- und Hüttenarbeiter verwendet werden, die bei den Montan-Unternehmungen der Firma im Ostrau-Karwiner Reviere bedienstet waren. Endlich wird von demselben der Betrag von ungefähr 60,000 fl. verschiedenen wohlthätigen Instituten in Wien zugewendet. Wie«. Frau Jda v.Gutmann widmete, um das Andenken ihres verewigten Gemahls zu ehren, den Betrag von 4000 fl. für daS israelitische Mädchen-Waisenhaus in Döbling, 2000 fl. für die israelisische Kinderbewahr-Anstalt in der Großen SchiffamtSgaffe in Wien, 1000 fl. den Ferien- Colonien, 500 fl. dem Maria-Therefien Hospital, 500 fl. dem Kinder-Asyl in ZillingSdorf, 1000 fl. der Freiwilligen RettungSgesellschaft, 500 fl. für das Asyl armer Wöchnerinnen in Gersthof und 500 fl. für daS Siechenhaus in Braunkirchen bei Krems. Görz, 26. Mai. Sie haben in Ihrer letzten Nummer gemeldet, daß die berühmte jüd. Bibliothek der Familie Triefte in Wien an das Rabbiner - Seminar in Budapest um den Betrag von 15000 fl. verkauft worden ist. Letzteres ist nicht richtig, denn der Kaufpreis betrug nur 12,000 Lire, also ungefähr 6,000 fl. Die italienische Regierung, als sie hörte, das diese Bücherei ins Ausland verkauft werden soll, hat den Oberrabbiner von Padua, Eudes Lolli beauftragt, dieselbe genau zu prüfen, da nach einem in Italien bestehenden Gesetze, Kunstwerke, Alterthümer und werthvolle Manuscripte nur mit Erlaubnis der Behörden über die Grenze gebracht werden dürfen. Der Oberrabbiner erklärte jedoch, daß der Ausfuhr dieser Bücherei kein Hinderniß im Wege stehe. Uebrigens befinden sich in dieser ganzen Bibliothek blos fünfzig Manuscripte von größtentheils schon bekanntem Inhalte, so acht Bände der Mischna, einige Bande von Maimonides Jad Hachsaka re. Bs. SonfcQn. Die Gemeinde von Glasgow hat durch den Tod ihres Vorsitzenden einen schweren Verlust erlitten. Mr. Samuel Morris, der am 5. März Plötzlich starb, war ein geborener Danziger, der als junger Mann nach London und dann nach Glasgow kam, wo er sich ein namhaftes Vermögen erwarb. Bald erwarb er sich das Vertrauen seiner Glaubensgenossen, für deren geistige und materielle Wohlfahrt er unermüdlich besorgt war, und seiner unermüdlichen Thätigkeit dankte die Gemeinde die Errichtung der schönen Synagoge in Garnit Hill. 35 Jahre hindurch war er der durch das Vertrauen seiner Mitbürger immer wieder gewählte Vorsteher der jüdischen Gemeinde, die er zu einer der besteingerichtesten und wohlthätigsten erhob und die ihm zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen verdankt. Auch für die flüchtenden russischen Juden leistete er wirksame Hilfe und sie verlieren in ihm einen stets bereiten opferfreudigen Schützer. Als der Tod ihn jetzt im 73. Jahre seines Lebens dahinraffte, riß er eine Lücke in das jüdische Gemeindeleben in Glasgow, die sich noch lange fühlbar machen Wird. — Aus der Kapstadt kommt die Nachricht, daß unser GlaubenSgenoffe Mr. Levyno zum Bürgermeister von Somerset gewählt worden ist, obwohl er in diesem Ort erst 12 Monate gewohnt hat, nachdem er früher in Belford diese Würde drei Jahre hindurch bekleidet hat. Mr. Levyno ist ein orthodoxer Jude der alten Schule und hat sich die Anerkennung und Liebe seiner andersgläubigen Mitbürger durch die vorzüglichsten persönlichen Eigenschaften erworben. Bad Harzbarg. “ISO Rcstaur. Pensionshaus. 186a Billa Concordia, Bergstr. a. Walde. Unter Aufsicht Sr. Ehrwttrden d. Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. Eleg. Zimmereinrichtung. Neue Betten. Luftiger Speiscsaal. Borzügl. Verpflegung. Jeden Sonnabend Gottesdienst. Max Hecht. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. 1040) Delegrarnrn-Adresse: dleoop franstsurtmain. 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