Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 46 (10.6.1895)
- Date
- 1895-06-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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836 Ti y<%yoF&rr,'1*? * v - ---'> ewigen Gnade von unserm Haupte entferne. Dem Feinde gegenüber, wollen wir durch strenge Beobachtung unserer heiligen Gewohnheiten den Beweis liefern, daß nicht Genußsucht und Gewinn die einzigen Triebfedern für unsere Handlungen find, daß wir 613 Ideale haben, für welche wir gerne bereit find, Genuß und Leben zu opfern, daß uns der kleinste Väterbrauch theuerer ist, als jeder Besitz und Lebensgenuß und nur 'n nx mnw Tjnd toni ‘jb'bj ^>221 122^> ba einzig und allein die Triebfelder für unsere Handlungen bildet. — Würde nur die Abschaffung der Speifegesetze und der zweiten Feiertage unser Wohl befördern, dann müßte schon längst unsere Erlösung gekommen sein, allein nicht der D”n mix und der njn mv ist es, der uns Feinde macht; es ist dies vielmehr die Nichtbeobachtung des niyn px und des i»r» uEtamn. Fragen wir uns auch, ob unser Erwerb und Gewinn im Sinne der min Ist? Fragen sich die Herren Rabbiner, ob ihre leere Phrasenmacherei, mit denen sie nur Feindseligkeit gestiftet haben, einen Lohn verdient und ist ihr Gehalt nicht auch ein nur rechtmäßig angeeigneter Erwerb? Schreibet Werke und Flugschriften über die Beobachtung von xtoddn und n’2-1, damit jeder Pfennig, den wir besitzen, rein von Schlacken der Ungerechtigkeit sei und auch nicht einen avn toton Hervorrufe l Solange aber Ihr nur gegen Speisegesetze und Feiertage ankämpfet, so wird sich nur Euere tief liegende Leidenschaft des tos ivnn tb bekunden, Ihr beweiset nur, daß die Fleischtöpfe Eueres Nachbarn Euere Lust reizen, daß ein Tag im Gewinn und Genüsse Euch mehr werth scheint als Gebet und ideale Heiligkeit. Wir fürchten nicht, denn iv» xto vw tb ron tomer nvi» es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels und seiner heiligen Lehre. Salomon Kohn. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzeu. Deutschland. In Bensheim, so schreibt man der „Laubhütte" fand eine Gemeindeversammlung statt, in welcher darüber berathen wurde ob man der Errichtung eines Rabbinats Bensheim zuftimmen solle. Nach eingehender Berathung wurde beschlossen, diesen Antrag abzulehnen. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde BenSheim gehört zu den persönlichen Anhängern des Herrn Dr. Marx in Darmstadt und wünscht deßhalb den Anschluß am dessen Religionsgesellschaft und Rabbknat. Es sind noch einige Gemeinden in der Bergstraße, die ebenso gesinnt find. Es werden äußerst wenig Gemeinden vorhanden sein, welche für den Anschluß an den Rabbiner der „liberalen" Gemeinde, Herren Dr. Selber in Darmstadt, stimmen. In Mtchelstadt fand eine Versammlung statt, von welcher ich Ihnen berichten kann, daß die Gemeinde einsttmmtg beschlossen hat, den Antrag zu stellen, daß das Rabbinat Michelstadt wieder errichtet werde. Hannover. Am zweiten und dritten Pfingsttage hielt der Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover seine diesjährige Versammlung im Hotel Falk ab. Der Vorsitzende eröffnet morgens 10 Uhr die Versammlung, begrüßt die Anwesenden in herzlicher Weise und schließt mit einem Hoch auf Sr. Majestät den Kaiser. Nach der Begrüßung seitens der anwesenden Herren Landrabbinen, des Seminardtrektors Herrn Dr. Knoller, und des Vertreters des D. I. G. B., Herrn Rechtsanwalt Dr. Benfey, Hannover erfolgt Berichterstattung, welche wegen des umfangreichen Materials bezüglich der Gründung eines Deutsch Jsr. Lehrer-Bundes eine geraume Weile in Anspruch nimmt. Nach Erledigung dieses Punktes erfolgt Vorstandswahl. Der bisherige 1. und 2. Vorsitzende werden durch Acclamation wiedergewählt. Zu Schriftführern werden Spanier Stolzenau und M e y e r Hannover ernannt. Hierauf erteilt der Vorsitzende an College Waller- Moringen das Wort zu seinem Vortrage: „Bibel oder B belauszug." Nach Beendigung des mit Beifall aufgenommenen Referates entspinnt sich eine lebhafte Debatte besonders über die aufgestellten Leitsätze, welche schließlich einer Commission zur Durchberatung überwiesen werden. Es folgt nun der wichtigste Punkt der Tagesordnung: Besprechung über Gründung eines Deutsch Jsr. Lehrer-Bundes. Der Vorsitzende verliest die diesbezüglichen schriftlichen Verhandlungen mit dem D. I. G. B. und empfiehlt Annahme der Vorschläge des D. I. G. B., nachdem der Vertreter desselben beruhigende Erklärungen bezüglich der streitigen Punkte abgegeben. Es werden zwei Vertreter für den Delegirten- Tag gewählt. Hierauf ergreift Konsul Simon Hannover das Wort, um in längerer Rede die Lehrer für seine Ideen: Förderung der Landwirthschaft und des Handwerks unter den Juden zu begeistern und beschließt seine Ausführungen mit einer Einladung an die Anwesenden zu einem Glase Bier in den Parkanlagen seiner in der Alleestraße belegenen sogenannten „Raubritterburg" (hierüber erfolgt demnächst Näheres). Nachmittags 4 Uhr versammelten sich die Mitglieder in der israelitischen Reltgionsschule, woselbst Herr Hauptlehrer Reuß- Aurich eine Lehrprobe über das Thema „Pflichten gegen Landesvater und Vaterland" hielt. Die