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Der Israelit · 1895-05-28 · Heft 42-43 (28.5.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 42-43 (28.5.1895)
Date
1895-05-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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793 nicht zuviel Juden lassen. Präsident Brisson: Die Juden sind sranzösische Bürger, die man nicht ohne bestimmte Beweise anklagen darf. (Beifall.) Denis: Die Juden suchen hohe Aemter, um die Seele des Landes verderben zu können. Seit 1870 haben die Juden ungeheure Vermögen erworben, größtentheils durch Betrug und Diebstahl. Wenn das Vaterland in Gefahr ist, wird man sehen, wessen die Juden fähig sind. An der Spitze aller Räubereien findet man Juden; Reinach Herz, Arton haben Frankreich für die ihnen erwiesene Gastfreundschaft mit Schande gedankt. Wir müssen uns gegen die Juden vertheidigen, wir brauchen sie nicht zu tödten noch zu vertreiben, nur dürfen wir ihnen keine hohen Stellen im Staate anvertrauen. (Vier Deputirte klatschen Beifall, die übrige Kammer schweigt.) D' Hugues, dem Niemand mehr zuhört, wiederholt die antisemitischen Ausführungen des Vorredners. Die jüdische Nasse könne sich niemals der französischen assimiliren, die Juden bilden eine internationale Allianz, die aus ihnen vaterlandslose Kosmopoliten macht. Redner konstatirt den bedrohlichen Einfluß der Juden in der Armee, in den Eisenbahnverwaltungen und Banken. Die Lösung der Judenfrage müsse darin bestehen, daß man den Juden die gestohlenen Güter wegnimmt. (Wiederum kein Beifall.) Der Sozialist Rouanet hält eine vortreffliche Rede, die die Kammer mit der größten Aufmerksamkeit anhört. Er sagt, die Sozialisten hielten es weder mit den Antisemiten noch mit der Regierung; die Judenfrage bedeute eine Verletzung des Werkes der Revolution, die die Menschenrechte erklärt habe ohne Unterschied der Rasse und Religion. (Beifall.) Mißbräuche und Betrügereien, wofür die Antisemiten ausschließlich die Juden verantwortlich machen, hätten schon Jahrhunderte vor den Juden existirt. Die Agiotage bestand bereits im alten Rom. Drumont werfe den Juden vor, daß sie die französische Aristokratie verderben, daß ihre Vorzimmer angefüllt seien mit Marquis und Vicomtes, aber vor der Revolution drängten sich ebenfalls die Edelleute in den Vorzimmern nichtjüdischer Financiers, betrieben die Agiotage und Korruption, aber katholische nicht minder. Redner erinnert an Bontoux, an die katholische Republik Columbien, wo anläßlich des Panamaunternehmens durch den katholischen Lesseps hohe Persönlichkeiten bestochen wurden. In den Vereinigten Staaten, wo die Juden keinerlei Einfluß besitzen, herrsche eine größere Käuflichkeit, als zu den schlimmsten Corruptionszeiten in Frankreich geherrscht. In der Panamaaffäre seien ungeheure Summen veruntreut worden, von denen die auf Konto der jüdischen Betrüger fallenden nur den geringsten Theil bilden, und an der Spitze der Panamaaffäre standen katholische Christen. (Beifall.) Die Juden haben den Handel mit Werthpapieren begonnen, nachdem man ihnen alle anderen Berufsarten verboten. Die Protestanten, die in Frankreich gleiche Verfolgungen wie die Juden erduldet, hätten gleichfalls mit Werthpapieren gehandelt, und gegen die protestantischen Financiers habe man früher die gleichen Beschuldigungen erhoben, wie heute gegen die jüdischen. Alle Nebel, die die Antisemiten beklagen, sind eine Folge des wirthschaftlichen Problems, nicht einer Raffenfrage. Der Antisemitismus in Frankreich ist ein deutscher Importartikel, in Deutschland wie in Frankreich bedeutet der Antisemitismus die letzte Phase des Kampfes zwischen feudalem Grundbesitz und beweglichem Kapital. Die Sozialisten nähmen für keinen dieser Gegner Partei. Das Eigenthum des Grundbesitzes wie des mobilen Kapitals beruht auf einer rechtswidrigen Erorberung. Auch die Regierung sollte für keinen der beiden Gegner Partei nehmen, sondern die Gesetze gegen die Mißbräuche anwenden, was sie nicht thut. Der Justizminister: Citiren Sie Fälle! Rouanet citirt den Fall der französisch-englischen Goldminen-Gesellschaft, die gegenwärtig entgegen dem Gesetze Aktien unter 100 Francs auf den Markt bringt. Der Justizminister: Die bestehenden Gesetze erlauben kein Einschreiten, aber die Regierung wird wahrscheinlich gesetzgeberische Maßnahmen ergreifen. Rouanet citirt ferner die Südbahn-Affaire. In den Couloirs würden seit Monaten die Namen der compromittirten Personen genannt, aber die Untersuchung kommt zu keinem Abschluß. Der Justizminister: Die Untersuchung wird nächste Woche geschloffen. Rouanet bringt eine Tagesordnung, die Regierung aufzufordern, die Manöver der baute bangue und alle Komplizen zu verfolgen. (Großer Beifall links) Naquet will die Tribüne besteigen, aber die Diskussion wird mit 379 gegen 146 Stimmen auf Montag vertagt. Heute Montag wird nach fernerer langer Debatte, auf die wir vielleicht später noch zurückkommen, die einfache Tagesordnung mit 299 gegen 206 Stimmen angenommen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«, 27. Mai. (Abgeordnetenhaus.) Ministerpräsident Fürst Windischgrätz beantwortete die Interpellation wegen der antisemitischen Predigten des Weinhauser Psarrrr Dr. Deckert dahin, daß die Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung veranlaßt habe. J'denfallS bedaure und mißbillige eS die Regierung entschieden, wenn von der geweihten Stätte Worte fallen, welche geeignet seien, den Frieden zu stören (Beifall) und aufreizende, gehässige Angriffe gegen die Behörden und individuell bezeichnete Theile der Gesenschaft gerichtet wurden. Das fürsterzbischöfliche Ordinariat habe auf Ansuchen der Regierung dahin erwiedert, daß alles vermieden werde, was geeignet sei, den gesellschaftlichen Frieden zu stören und zu Haß und Verfolgung von einzelnen Klassen auszureizen. (Beifall und Bewegung.) ^chne Mädchen geht es «icht — so wahr der Spruch ist, seine Berechtigung wird jedoch immer noch von vielen hartgesottenen Junggesellen und Weiberfeinden angezweifelt werden; ein Spruch aber, dem Alles zustimmen würde, wäre: ohne Kaffee geht eS «icht! Er nimmt unter den Getränken den ersten Platz ein, er überflügelt im Gesammtkonsum Bier wie Wein, und das hat er doch nur seinem wirklichen Werthe, seinen stärkenden und erfrischenden, seinen kräftigenden und anregenden Eigenschaften zu verdanken. Kaffee ist immer gut — heißt eine alte Gesundheitsregel, aber man findet nicht immer guten Kaffee. Man soll daher die bekannte Vorsicht in der Wahl feineS Kaffee-Lieferanten beobachten.Eine ganz hervorragende Stelle unter den vorzüglichen Häusern in dieser Branche nimmt die Firma A. Cohmann in Köln-Dentz eim Schon für billiges Geld erhält man dort eine vortreffliche, best gebrannte Bohne, wer aber etwas mehr anzulegeu pflegt, der wird, und sei er der verwöhnteste Kaffeefeinschmecker, nicht genug die Güte des Coßmanu'schen Jaffa-Kaffees preisen können, denn er kauft dort noch billiger, als vielfach aaderSwo, and auch «och bester.

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