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Der Israelit · 1895-05-16 · Heft 39 (16.5.1895) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 39 (16.5.1895)
Date
1895-05-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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748 -r w^aapyj w; •ynynß%sp&. Meiniugeu, 29. April. Landrabbiner Dr. Dessauer ist heute hier gestorben. Dr. Moritz Dessauer, aus Neutra in Ungarn gebürtig, stand noch in den besten Lebensjahren. Er war ein Zögling des Breslauer Seminars und zuerst in Köthen, dann in Meiningen als Rabbiner thätig. Außerdem war derselbe als Schriftsteller auf populär-philosophischem und pädagogischem Gebiete thätig. München. Ein sehr derbes aber charakteristisches Urtheil fällt das ultramontane bayerische „Vaterland" über den Antisemitismus in Sa ch sen. In dem übrigens durchaus judenfeindlichen Blatt des Herrn Dr. Sigl lesen wir in der Nummer vom 14. April Folgendes: „Von dem Fanatismus und der Unduldsamkeit der Sachsen kann man sich keinen Begriff machen. Trotzdem diese Mucker ganz unter sich sind und es fast gar keine Katholiken oder Juden dort giebt, würde man gern die beiden, Juden und Katholiken, vom Erdboden vertilgen. In einem Punkte läßt man aber Katholiken und Juden eine Existenzberechtigung zu, nähmltch als solventen Käufe r n. Da sind ihnen Juden und Katholiken recht. Wenn die Juden, deren Großhändler die Hauptabnehmer der sächsischen Produkte sind, mehr esprifc de corps hätten, würden sie die ganze sächsische Heuchler- und Betbruder-Gesellschaft längst hinausgeschmissen haben. Die HH. Christian. Trau- und Fürchtegotts 2c. könnten dann den eigenen Leichnam in ihre preiswürdigen Gewebe hüllen. Das wäre die einzig richtige Behandlung für diese Leineweber- Gesellschaft." Oesterr.-Ungar. Monarchie. .Wie«, 23. April. Die hier verstorbene Gabriele Przibram testirte 50,000 fl. für eine Bcttenstiftung für kranke Kinder und den gleichen Betrag zur Errichtung eines Asyles für arme, blinde Mädchen, in beiden Anstalten ist die Aufnahme von dem Glaubensbekenntnisse unabhängig; ferner vermachte die edle Wohlthäterin, die einer angesehenen jüdischen Familie in Prag entstammt, und gleichfalls Israelitin war, 5000 fl. für jüdische und 5000. fl. für christliche humanitäre Anstalten in Wien und Prag. Wien, 29. April. Für die LaibacherNot tzleidenden spendeten u. A. Wilhelm Freiherr v. Königswarter 500 fl., Frau Josefine Paul-Schiff 200 fl., Gebrüder Guttmann 3000 fl., Firma Eisler 200 fl., der k. u. k. Vizekonsul in Manchester, Herr Siegmund Oppenheimer, 100 fl. und das Bankhaus Rothschild 5000 fl. Italien Florenz, 26. April. Der hiesigen Gemeinde ist es gelungen, unfern verehrten Rabbiner Dr. Margulies zum ferneren Verbleiben im Amte zu bewegen, und er somit die Berufung an das Rabbiner-Seminar zu Breslau, welche an ihn erfolgt war, abgelehnt hat. Es gereicht der hiesigen Gemeinde zur Ehre, daß sie sich zu den größten Opfern für eine bessere und definitive Stellung ihres Rabbiners schnell entschließen konnte. Air jiidWen Nttkiueu, Mlen und Stiftungen. Frankfurt a. M. Die Suppenanstalt für israelitische Armen veröffentlicht ihren 15. Jahresbericht für 1893/94. Im Winterhalbjahr erhielten Kinder 11,460 Portionen, hier wohnhafte Arme 10,746, durchreisende Arme 5786, zahlende Personen (zu 20 Pfg.) 206, Kranke über die Straße 2188, zusammen 30,486 Personen; im Sommerhalbjahr Kranke über die Sraße 8970; insgesammt 39,456 gegen 39188 Portionen in 1892/93. Der Einzug in das neue Haus vollzog sich erst nach Schluß des Berichtjahres, am 28. Okt. 1894. An Stelle der früheren dumpfen Räume werden dort den armen Kostgängern helle luftige gesunde Gelasse geboten. Die Einnahmen der Anstalt haben gegen das Vorjahr eine Verminderung erfahren. An Geschenken gingen ein M. 16,286, dabei ein Legat der Frau Regine Grünebaum mit M. 10,000, zum Andenken der Frau Recha Seligstein M. 1000, verschiedene Gaben von Mark 500 rc. Die Beiträge von 376 Mitgliedern beliefen sich auf rund M. 7400. — Dem 47. Bericht des Frauenvereins entnehmen wir, daß die am 12. Dezember v. I. verstorbene erste Vorsteherin, Freifrau Luise v. Rothschild, dem Verein M. 20,000 vermacht hat. Im Ganzen waren 30 Zöglinge in der Anstalt. Seitens der 1893 gegründeten Bing'schen Stiftung wurde bereits ein Waisenkind ausgenommen, und die Mittel der gleichfalls Ende 1893 gegründeten Wertheimber'schen Stiftung wurden für einen austretenden Zögling in Anspruch genommen. An Mitgliederbeiträgen gingen M. 4657 ein, an Zinsen M. 8851, an Geschenken und Legaten M. 18,018, darunter ein Legat von Louis Wertheimber mit M. 8000, von Prof. Alfred Stern-Zürich M. 1000. Die Ausgaben betrugen M. 25.340. Die Hö'chberg'sche Stiftung hatte Ende 1894 ein Vermögen von M. 26,786. Die Zinsen dieser, sowie einer Anzahl anderer Privatstiftungen wurden den Zöglingen in die Sparkassenbücher geschrieben. Mühlhausen (Elsaß). Die Israel. Gewerbschule des Ober-Elsaß schließt mit einer Einnahme von Mk. 23,308.28 und einer Ausgabe von M. 15,446.72 ab. Die Ausgaben beziehen sich auf 14,050 Verpflegungstage für 38 Zöglinge, die in der Anstalt anwesend waren. Also M. 1.09 pro Tag für Kost, Kleidung, Unterricht, Wäsche, Heizung, allgemeine Spesen u. s. w. Budapest. Die Pester „Chewra Kadischa" hat ihre ordentliche General-Versammlung am 28. April unter dem Vorsitze ihres Präsidenten Herrn Carl Reuß abgehalten. Der Jahresbericht gedenkt zunächst der Ende vorigen Jahres stattgehabten Mitglieder-Aufnahme, aus deren Anlaß 1631 neue Mitglieder dem Verbände des heiligen Vereines beigetreten sind; an Einverleibungs-

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