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Der Israelit · 1895-05-09 · Heft 37 (9.5.1895) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 37 (9.5.1895)
Date
1895-05-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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712 Psalmisten: msTn mV» »j?a ans n»yi v>v i'v, sie sei Leben für den gottgeweihten Bund zwischen Führer und Geführten. — Diese nach Form und Inhalt geradezu meisterhaft vorgetragene Rede feffelte die zahlreich erschienenen Zuhörer bis zum Schluß und legte von Neuem Zeugniß für die große rednerische Begabung des Vortragenden ab, wie dieselbe bereits auch in der Gemeinde große Genugthuung hervorrief über die in Herrn Dr. A. für die Gemeinde gewonnene Kraft. Möge sein Wirken in unserer Mitte allseitig befriedigen und sein segensreiches Mühen ihm selbst sowie der Gemeinde zum Heile gereichen. Amerika. San Francisco, 14. April. Die amerikanischen Zeitungen bringen sensationelle Berichte über eine neuerfundene sog. „Wahlstimmmaschine," deren sinnreiche Conftructton jeden Wahlbetrug unmöglich macht. Der Erfinder des die amerik. Regierungen bereits beschäftigenden Apparats, deffen Bildniß die heutige Nr. des „California Demokrat" bringt, Herr S. Dukas ist ein aus Deutschland eingewandeter Jude und Sohn des in Freiburg i. B. lebenden Herrn Leopold Dukas. Sprechsaal. (Für alle unter dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Rebaction dem Leserkreise gegenüber keine andere als die preßgesetzliche Verantwortung.) Der Nerdiiid der Delltsih-Irrael. Kehreroererne. Der Ausruf des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes an die Lehrervereine, sich zu einem Verbände zusammenzuschließen, hat in fast sämmtlichen Vereinen Deutschlands einen freudigen Wiederfall gesunden, und die Gründung des Verbands kann schon jetzt, nachdem von 17 Lehrerveretnen zwölf ihre Zustimmung geäußert und die Wahl von Delegierten vorgenommen haben, und die übrigen fünf Vereine den Beitritt von der Entscheidung ihrer Generalversammlungen abhängig gemacht haben, als g esichert gelten. Die dem Aufruf beigegebenen Leitsätze, die ausdrücklich nur „als Grundlage" eines zukünftigen Statuts bezeichnet waren, sind, wie aus einigen Zuschriften ersichtlich ist, in manchen Punkten beanstandet worden; die nachfolgenden Erläuterungen haben den Zweck, die bemerkenswerthesten Einwendungen, die gegen die Leitsätze erhoben worden sind, näher zu beleuchten und den Standpunkt des Gemeindebundes, speciell der Lehrabtheilung des D. I. G. B., etwas ausführlicher darzulegen. Der schwerwiegendste Vorwurf, der gegen den Gemeindebund in der Presse erhoben wurde, richtet fich gegen seine vermeintliche Absicht, die Selbstständigkeit der Lehrervereine zu beschränken. Diese Absicht wurde namentlich in der Bestimmung gesunden, daß dem D. I. G. B. das Recht zusteht, ein Mitglied mit beschließender Stimme in den Verbandsvorstand zu deputieren, sowie daß die Prüfung der Kasse des Verbandes durch den Gemetndebund erfolgt. Durch die Aufnahme der letzteren Bestimmung glaubte der Gemeindebund dem Verbände nur eine nicht geringe Arbeit abzunehmen — er verzichtet bereitwilligst auf die Kassenprüfung, sobald nur irgendwelche Bedenken dagegen erhoben werden. Die Committierung eines Mitgliedes in den Verbandsvorstand erscheint dem Gemeindebund mit Rücksicht auf die Gewährung und Verwaltung des von ihm zu leistenden Zuschusses wohlbegründet; zudim dürfte der eine Deputierte des Gemeindebundcs bei 6 oder 8 Vorstandsmitgliedern wohl kaum der Selbstständigkeit des Verbandes gefährlich werden. Im übrigen glaubte der D. I. G. B. grade durch die Gründung des Verbandes und durch Uebertragung des Zuschusses, den er bisher nach freiem Ermessen an die Lehrervereine leistete, auf den Verbandsvorstand — die Selbstständigkeit der Vereine zu erhöhen und zu kräftigen. Ein fernerer Einwand richtet sich gegen die zu kurze Frist, die der Gemeindebund den Vereinen für die Entscheidung gestellt hat. Die Kürze erklärt fich aus dem Drängen einzelner Vereinsborstände; der Gemeindebund wird dem von einigen Stellen geäußerten Wunsche Rechnung tragen und die Delegierten erst nach den diesjährigen Generalversammlungen der einzelnen Vereine einberufen, damit in den Zusammenkünften die Wünsche und Meinungen der einzelnen Vereinsmitglieder noch ausgiebig zur Erörterung gelangen können. Zu mehrfachem Widerspruch hat der Punkt 4 der Leitsätze Anlatz gegeben, der u. a. bestimmt, daß 2 Mitglieder des Verbandsvorstandes ihren Wohnsitz in Berlin haben sollen. Der Gemeindebund beabsichtigte mit diesem Vorschlag lediglich, den Geschäftsgang möglichst zu erleichtern, legt aber auf die Bestimmung keinen Werth, falls die Delegierten zu der Ueberzeugung kommen, daß die laufenden Geschäfte ebenso leicht auf schriftlichem Wege zwischen den Vorstandsmitgliedern erlegt werden können, oder daß in einer anderen Stadt — von einer Seite wurde Leiprig oorgeschlagen — sich die zur Führung der Geschäfte geeigneten willigen Persönlichkeiten finden. SchlietzUch sei nochmals die nachdrückliche Versicherung abgegeben, daß die Fassung der einzelnen Sätze wie die Gründung des Verbandes nur mit Zustimmung der Delegierten der einzelnen Vereine cifolgen kann und wird. -r.

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