Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 37 (9.5.1895)
- Date
- 1895-05-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXVI. Jahrgang. Zweite Beilage ju M 37 ües „Israelit“. Literarischer Bericht. Wilhelm Gesenius' Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament in Verbindung mit Prof. Albert So ein und Prof. H. Zimmern bearbeitet von Prof. Frants Buhl. Zwölfte völlig umgearbeitete Auflage. Leipzig. F. E. W. Vogel 1895. M. 15. — Es sind neue Namen, die uns diesmal auf dem Titelblatt des Wörterbuchs entgegentreten. Während Buhl das specifisch Ltx'calische besorgte, siel Socin die Bearbeitung des sprachvergleichenden Materials zu und stammen die assyrischen Vermerke von Zimmern. Viele Artikel sind, wie uns im Vorwort mitgetheilt wird, ganz neu gestaltet und sehr wenige ohne irgend eine Aenderung geblieben. Der aramäische Thetl ist vom hebräischen getrennt. Die neue Auflage verdient in der That hohes Lob gegen ihre Vorgängerin, das Buch hat an Wissenschaftlichkeit eminent gewonnen. Das liegt in erster Linie in der Selbstbescheidung, in der Besonnenheit, die über unaufgeklärte Dinge hypothetische Aeußerungen unterdrückt. So sind die dubiöse Erklärung der Buchstaben, die aus verkehrtem Gesichtspunkt gezogenen Grundbedeutungen der Verba, die unsicheren Reduktionen der dreiradikaligen Stämme auf zweiradtkalige u. a. m. weggefallen. Dafür sind lautlich gleiche Stämme mit verschiedener Bedeutung strenger geschieden vgl. z. B. die drei (früher eins), ebenso in, m k. Unberechtigt angesetzte Stämme zu isolirten Substantiven sind gestrichen vergl. z. B. n?o, m u. a. In viel höherem Maaß als bisher ist wahlberechtigter Weise das Assyrische herangezogen worden. Wenn auch pr kaufen wohl nicht aus aff. zidanitn „Wage" entstanden sein wird (s. s. v.), so besteht doch vermutlich ein Zusammenhang; weiteres Licht wird auf das Berhältniß fallen, wenn man das egypt. ätzbeu „Gewicht" dazu stellen darf, das sehr möglicher Weise auf zeben zurückgeht. Sehr reichlich sind die vortrefflichen Arbeiten Barths (Nominalbtldung und Etymologische Studien) benutzt worden. Nicht blos für den Anfänger ist es höchst bedeutungsvoll, in die Ideen Barths, die so wichtige »eue Gesichtspunkte eröffnen, Einblick zu gewinnen. Als ein fernerer Fortschritt des Wörterbuchs darf die stärkere Heranziehung des Egypttschen bezeichnet werden. Dabei sind in erster Lmie Bondi, Lehnwörter und Müller, Asien und Europa berücksichtigt. Zu bedauern ist, daß im Wörterbuch hier keine einheitliche Transscription durchqeführt ist. Es ist überhaupt auf diesem Gebiet noch das Meiste zu thun. So hätte Ecman's Arbeit in der Zeitschrift der deutschen Morgenländischen Gesellschaft Bd. 46 mit Auswahl b.nutzt werden müssen und »och anders. So müßte einmal mit all den falschen Etymologien aus dem Egyvttschen aufgeräumt werden, wie bei rrn-D, bnm, wy» rc., wofür Iheilw-ise schon das Richtige gefunden, in der vorliegenden Auflage aber noch nicht verwerthet ist. Gewiß ist der letzte Bestandtheil von uayff durch die Erklärung der Mischna als m „gewebt" (Kil. 9, 8 und sonst) längst sicher gestellt und in bester Harmonie mit dem egypt. naz (später nat) „das Gewebe." Es hat das Egyptische dem hebräischen Lexicon noch sehr viel zu leisten, denn spurlos ist der vielhundertjährige Aufenthalt Israels in Egypten und sind die unausgesetzten Beziehungen Palästinas zu Egypten an dem Sprachgut der beiden Völker gewiß nicht vorübergegangen. Wir empfehlen das vortrefflich ausgestattete Wörterbuch, das als Hilfsmittel ersten Ranges zum Studium des yin zu bezeichnen ist, unseren Lesern aufs wärmste. Zeitungsnachrichten «uv Correspoudeuzen. Deutschland. Brandenburg a. d. H., 5. Mai. Unser neugewählter Rabbiner Herr Dr. A. Ackermann, bisher in Berlin, hielt am gestrigen Sabbat seine Antrittsrede. Derselbe führte aus, er fühle sich berufen, jene Religion zu hüten und zu verkünden, die als Satzung des lebendigen Gottes dem sterblichen Menschen ins Herz gelegt wird. Diese Religion führe zum Leben: »vvvv nsi »rpn m omaten ona »m oi^n am nry» "hp*. Zur Herbeiführung aber eines glücklichen Verhältnisses zwischen Rabbiner und Gemeinde müsse dasselbe beruhen auf Wahrheit, Recht und Frieden. Auf Wahrheit müsse sich das Bündniß gründen und auf gegenseitiges Vertrauen, gelte doch das Bündniß jener Lehre der Wahrheit, die sich als solche durch Jahrtausende bewährt hat; durch das Recht, das Recht Gottes (p) müsse es gestützt werden, besonders durch die tiefe Entfaltung des Jugendunterrtchts und die Unterstützung desselben durch die häusliche Erziehung; durch den Frieden endlich müsse es verschönt und veredelt werden, durch den inneren Seelenfrieden jedes Einzelnen, durch den Frieden inmitten der Gemeinde, durch Frieden zwischen Rabbiner und Gemeinde und endlich durch den Frieden zwischen allen Mitbürgern, weß Glaubens und Standes sie feien. Die Weisheit des