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Der Israelit · 1895-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1895) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1895)
Date
1895-04-18
Page
– (sequence 26)
Language
German
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600 Mürrche«, 20. März. Eine höchst wichtige Entscheidung für israelitische CultuSgemetnden fällte der BerwaltungSgerichtShof. Diese Gemeinde« find befugt, zu bestimmen, daß jedem Manne und jeder Frau ein Synagogenplatz gegen eine von der Gemeinde bestimmte Gebühr zugewtefen werde. In Nördlingen hat s. Z. die Gemeinde bestimmt, daß die Mittel zum Synagogenbau dadurch gedeckt werden, daß jedes Gemetndemttglied einen Platz für M. 400 (oder deren Zinsen) übernehmen müsse. Der Verwaitungsgerichtshof hat das Recht der Gemeinde anerkannt. Der gleiche Fall kam heute nochmals betr. einer anderen Gemeinde zur Verhandlung. Durch Beschluß deS Bezirksamts Neumarkt i. O. waren die israelitischen Kaltusgemetndemitglieder Simson Wilmersdorfer und Max Landecker in Neumarkt für verpflichtet erklärt worden, für sich und ihre Frauen zusammen vier Synagogenplätze im Betrage von je 100 Mk. auf Lebensdauer zu erwerben, und zwar auf Grund des von ihnen entrichteten Eintrittsgeldes. Dieser Bescheid stützte sich auf einen Cultusgemeindebeschluß vom 1. Dez. 1888, wonach jedes selbstständige steuerpflichtige Mitglied der Cultusgemeinde einen Synagogenplatz für sich sowohl, wie nach der Verehelichung auch für die Ehefrau auf Lebensdauer zu erwerben habe. Die Erträgnisse sollen zur Bestreitung der gemeindlichen Bedürfnisse, sowie zur Bildung eines Synagogeubaufonds verwendet werden. Gegen den bezirkSamtlichen Beschluß wurde von Beiden Beschwerde eingelegt, die jedoch nach gutachtlichem Anträge des Oberstaatsanwaltes als unbegründet kostenfällig verworfen wurde unter Festsetzung der Beschlußgebühr auf 20 Mk. Nach den Motiven ist der Beschluß der Kultusgemeinden von 1888 nicht zu beanstanden; die fragliche Leistung übersteigt nicht die Leistungsfähigkeit der Zahlungspflichtigen und werden sämmtltche selbstständige Mitglieder für sich und ihre Frauen zur Zahlung von je 100 M. für Synagogenplätze herangezogen. Die Erträgnisse kommen allen Kultusgemeindemttglteder« zugute und kommt der bestrittenen Leistung ein obligatorischer Eharakter zu. Die Beschwerdeeinwände, daß die dermalige Synagoge nicht zu klein sei, sondern im Berhältniß zur Mitgliederzahl vollkommen ausreicht, sowie daß die Erwerbung von Synagogenplätzeu auf Lebensdauer nicht nothwendig fei, sind unbehelflich und ist die Berechtigung der Kultusgemeinde zur Beschaffung der nüthigen Mittel zur Deckung der gemeindlichen Bedürfnisse von derartigen Erwägungen nicht abhängig. WaS den ferneren Einwand anlangt, daß die Ehefrauen als selbstständige Mitglieder der Kultusgemetnde zu betrachten seien, so ist dem entgegenzuhalten, daß dieselben nicht selbstständige Mitglieder sind, sondern Familienangehörige ihrer Ehemänner. Der erstinstanzielle Beschluß ist demnach vollkommen gerechtfertigt. vermischtes. Ls. London, 15. März Der Bericht des Loarä of Guardians zeigt ein Bild von englischer jüdischer Wohlthätigkeit, aber auch Noth unter den Londoner Juden, daß er wahrlich auch über die Grenzen Englands hinaus Aufmerksamkeit verdient. Die Einnahmen betrugen 1894 ca. 610000 Mk. gegen 680000 Mark im Jahre 1893, zeigen also leider einen Rückgang, die unterstützten Fälle dagegen vermehrten sich von 18852 im Jahre 1893, auf 2O434 im Jahre 1894, so ist es begreiflich, daß dieses Jahr et» Defizit von ca. 30000 Mark aufweist. 727 Fälle betrafen russische Einwanderer, 702 Fälle solche Leute, die schon in früheren Jahren die Hilfe deS Loarä nachgesucht hatten, darunter 266 Schneider, 167 Schuster und 101 arme Kürschner etc. Der Bericht schließt mit der Bitte an die jüdische Gesammtheit, durch neue reichere Spenden die Verwaltung des Loarä vor der Nothwendigkeit zu bewahren, ihre Thätigkeit einzuschränken. — Mr. Sebag Montefiore wurde in Ramsgate einstimmig in den Kenter Grafschaftsrath gewählt. Briefkasten der Expedition. N. F. in R., A. G. in New Bork: Betrag erhalten. Ei» Abonnent m H. Lassen Sie sich das Jahrbuch des Deutsch-Israelit. Gemeindebundes in Berlin kommen. Wi « | e i ö t tt. Für den folgenden Thcil ist die Red actio« nicht verantwortlich. Bitte, verlangen Sie den vielfach höchst pra&iirtei sstellen sind,durch Schilder erkenntlich. 85. 90,95, lÖOPfg. p, Vstt-Packet A.CossmannKölnD mm Je. 3t J c_ 3e j'tJt j: 3t js't j t je je Je je. je Je j'e Ji Jt jtVt SLjot Aj’oWt Forell’s Garten £ 201* MWVÄCUMC1IU. _ C“ -st y y y y y Y v v y v v v v Bockenheim. CSüt unser Kurzwaarengeschäft O suchen per sofort ein Lehrmädchen. HK. Kahn & Cie, 1992) Alzey, Hessen. HlslÄ Schadchen in besseren ++ Kreisen empfiehlt sich Gnft. Heimann, Hamburg, 2053) Wexstraße 35.

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