Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 30-31 (18.4.1895)
- Date
- 1895-04-18
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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597 Als der junge Mann Isidor so daftehen sah, konnte er fich deS Lachens nicht enthalten und im Uebermuth rief er! „Schwiegervater, machen Sie den Mund zu, es zieht." Da erhob sich Frau Löb in ihrer ganzen Größe und mit der Hand nach der Thüre deutend schrie ste: „Hinaus! Unverschämter!" Herr Mayer folgte diesem kategorischen Imperativ und beeilte sich, aus der gefährlichen Nähe zu verschwinden. Frau Löb hatte jetzt schon genug. Um keinen Preis der Welt hätte sie die übrigen Kandidaten empfangen. Ste ging in ihr Schlafzimmer, zog ihr seidenes Kleid aus und sagte zu Isidor: „Eß Du jetzt aus, was Du eingebrockt hast, ich bin satt." „Ich habe gar nichts eingebrockt," sagte Isidor ärgerlich, „das hat die Zeitung gethan, sie soll sofort einen Brief haben. Röschen, schließ das Thor zu, daß keiner mehr kommen kann und komme dann herein, Du sollst neu Brief schreiben" und Röschen that, was ihr der Vater befohlen, die Kandidaten, die kamen, standen vor verschlostener Thüre und mußten unverrichteter Sache wieder abziehen. Die Zeitung erhielt einen geharnischten Brief und Löb schwur sich zu, nie mehr zu inseriren. Schon am nächsten Tage antwortete die Zeitungsexpedition, daß leider eine Zeile von einer Annonce in die andere gekommen, daß der Fehler aber bald bemerkt und corrigtrt worden sei und ste sandte ihm ein Beleg, in welchem das Inserat in der Fassung stand, in welcher Isidor es aufgegeben hatte. Sie entschuldigte fich deßhalb und sagte, daß nur circa dreihundert Exemplare mit der fehlerhaften Annonce, die schon expedirt worden waren, nicht mehr hätten zurückgeholt werden können. Nur dreihundert Exemplare, jammerte Löb — es wäre schon genug an dem einen gewesen, das der Schammes bekommen hat. Aber ich kann mich rechtfertigen. Und ehe eine Stunde verging, war dieses geschehen und war noch mehr geschehen. Der Sohn deS Schammes, ein tüchtiger, frommer, junger Mann wurde mit Röschen verlobt und half an den Tagen, an welchen im Geschäft viel zu thu« war, im Laden mit, während er an anderen Tagen für Isidor Löb reiste und sehr gute Geschäfte machte. Bald wurde die Hochzeit gefeiert und der Chronist hatte ein glückliches junges Paar mehr zu verzeichnen. Als später Isidor seinen Schwiegersohn einmal fragte, warum er gerade an jenem Tage um Röschen angehalten habe, erhielt er zur Antwort: „Durch die Annonce habe ich erfahren, waS Du für einen Schwiegersohn suchst, und als ich sah, daß ich Deinen Ansprüchen genügen konnte und mit mir einig war, daß ich Röschen lieber hatte als alles auf der Welt, da trat ich als Brautbewerber auf." „Also nur in Folge jener Annonce, jenes Druckfehlers?" „Nur in folgedessen." „Dann", setzte Löb hinzu „hat auch der Druckfehler sein Gutes gehabt und ich sage mit Nachum isch gam su gam su letauwoh." Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redactton nicht verantwortlich. Aufrichtig! Für einen Bekannten, 29 I. alt, Pferdehändler in einer größeren Stadt Rheinlands, suche ich eine passende Parthie. Derselbe ist von angenehmem Aeußern, selbst vermögend und Theilhaber eines bedeutenden Pferdegeschästes. Gebildete, hübsche Damen im Besitze einer Mitgift von 10-15 Mille werden gebeten, Offerten nur mit Photographie Vertrauens» voll an die Exped. d. BlatteS unter Nr. 2023 einzufenden. Nichlconvenirendes erfolgt sofort zurück. <^<e hiesige Cantor-, Schach» & ter- und p"2'Stelle ist sogleich zu besetzen. — Gehalt 1500 M. nebst freier Wohnung und falls derselbe befähigt ist, den hebr. Leseunterricht aus der Unterstufe zu ertheilen, ein Nebeneinkommen von ca. 300 M. Reisespesen werden nur dem Gewählten erstattet. Meldungen nimmt entgegen der CorporatiorrS-Börstaab. (1998 Ja rotschin, ö.April 1895. (Sintftp für sol. Kaufmann in Frankfurt, 39 I. alt, mit gutem EngroS-Geschäfte, hänSl. erzogene Dame mit 45—50,000 M. Mitgift. Offerten unter Nr. 2016 an die Exped. d. Bl. für meinen Sohn, wIIU|l der schon ein halbes Jahr als Bursche gearbeitet hat, zu seiner weiteren Ausbildung eine Stelle bei einem Metzger, wo Samstags u. Feiertage streng geschloffen ist. Eintritt kann schon am 1. Mai erfolgen. >2015 Jakob Kaufmann, Nteder-Mockstadt, Kreis Büdingen. /Luche einen tüchtigen Metzgergesellen, der in der Wurstmacherei erfahren und selbstständig arbeiten kann, gegen guten Lohn. Nur solche mit guten Zeugnissen wollen Offerten unter J. R. 1999 an die Exped. d. Bl. richten. /Lin jüd. junges Mädchen aus ® achtbarer Familie, in Wirthschaft und aller Art Handarbeit gut bewandert, sucht per sofort Stellung als Stütze der Hausfrau in gutem Haufe. ES wird weniger auf Gehalt gesehen, als gute Behandlung. Ref. zu Diensten. Offerten unter J. K. postlagernd Pose« erb. (1989 süchtiger, militärfreier Küfer (Israelit) in Holz- und Kellerarbeit durchaus erfahren, seit 4 Jahren in einer Champagnerkellerei (Jmprägnirung) beschäftigt, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, passende Stellung. Offerten erbitte unter W. E. 2052 an die Exp. d. Bl.