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Der Israelit · 1895-04-18 · Heft 30-31 (18.4.1895) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 30-31 (18.4.1895)
Date
1895-04-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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und Bibellesrn — die Ertheilung de« Unterrichts, hat aber alS eine unabänderliche von uns im Lehrplan eine gebührende Berücksichtigung erfahren, so daß sie nicht allzu hemmend den Unterricht beeinflußt. Eine weit größere und empfindlichere Schwierigkeit aber, die doch bei einigem guten Willen der Eltern leicht zu beseitigen wäre, beruht auf der Berschiedenheit der Altersstufen, innerhalb der einzelnen Klaffen. Um nur auf einzelne Beispiele hinzuweisen, führen wir an, daß in der II. Klaffe sich Schüler befinden, die erst kürzlich da- 13. Lebensjahr überschritten haben und in der vorletzten (VIII.) solche, die schon 14 Jahre alt sind; in anderen Klaffen sitzen Kinder von 7 Jahren neben Kindern von 14—>5 Jahren. Dieser große Gegensatz der Altersgrenzen hat seinen Grund nicht etwa in der geringen Befähigung und dem hieraus folgenden Zurückbleiben der Kinder, sondern fast ausschließlich in der schon so oft von ungerügten und dennoch immer noch nicht genügend beachteten verspäteten Einschulung derselben durch die Eltern. Wir wollen heute diesen Uebelsiand nur mahnend in die Erinnerung rufen und die herzliche Bitte hinzufügen, die Kinder unS schon in dem Alter anzuvertrauen, wo sie eben schulpflichtig geworden sind und nicht mit der Anmeldung zu warten, bis etwa die bevorstehende Bar Mizwah die Eltern auf ihre Pflicht hinweist. Unser Lehrerkollegium hat im vergangenen Jahre einen herben Verlust erlitten, den schwersten, der es seit seinem Bestehen getroffen. Am 26. Oktober v- I. hat Herr Dr. Nathan Deutschländer, der über 23 Jahre an unserer An stalt wirkte, das Zeitliche gesegnet. Vom April 1671 an, wo er daS Lehramt übernahm, bis fast zu den letzten Stunden seines Leben« hat sein Sinnen und Trachten der Schule gegolten; ihr hat er sein großes Wissen, sein reiches Können und Wollen mit nie versa ender Ausdauer gewidmet. An Stelle des verstorbenen Dr. Deutschländer wurde von den Gemeindebehörden zum Stellvertreter des Direktors Herr Meier Hildesheimer gewählt, der seit Oktober 1886 Lehrer unserer Schule ist und mit der Vertretung des Herrn Di', Deutschländer seit Januar bereits, wo dieser an der vollen Ausübung seines Amtes behindert war, beauftragt worden war. - Zu Michaelis 1894 verließ Frl. Bertha Pinn unsere Schule, um in den Ehestand zu treten und im Februar 1895 Herr Dr. Kaatz, um die Stelle eines Predigers und Schuldirektors an der hiesigen Gemeinde Ahawas Keim zu übernehmen. Die erstere wirkte seit April 1888, der letztere seit April 1889 an unserer Schule. Während der mehrjährigen Dauer ihrer Thätigkeit habe beide an den Bestrebungen unserer Anstalt innigen Antheil genommen und sind mit großer Pflichttreue den iünen gestellten Aufgaben nachgekommen. Neu einzetreten ist Herr Warszrwski. Seit Januar ds. Js. haben wir einen Fortbildungs- Kursus in Mischnah und Talmud unter Leitung der Herren Hoffmann und Warszawski für vorgeschrittene Zöglinge der Klaffen VII—III eingerichtet. Neben diesem wurden die schon bisher bestehenden Talmudcurse sder Herren Hildes heimer und Wahl) beibehalten. In vergangenem Jahre waren wir in der Lage, wieder eine Selekta für Mädchen einzurichtcn. Von dem Vater eines Schülers war uns anläßlich der Bar Mizwah seines Sohnes eine Spende von 20 > Mark,von einem anderen anläßlich des siebzigjährigen Geburtstages seines Vaters eine solche von 1000 Mark zugegangen. -Vermischtes. New - Orleans. Es wird den vielen Freunden des Herrn Salomon Marx aus Mainz sicherlich Vergnügen machen, zu vernehmen, daß dessen drittältester Sohn, der in Birmingham, Alabama, amtirende Rabbiner David Marx, einen Ruf nach Atlanta, Georgia, neben New Orleans die bedeutendste jüdische Gemeinde des Südens, erhielt. Eine Schweizer Milch-Curaustalt wurde von Herrn Johs Wetter aus Appenzell, Kl. Gärtner st raße 15/17 eröffnet. Da eS hierorts bisher an einer derartigen Anstalt mangelte, so wollen wir nicht verfehlen, unsere Leserinnen darauf aufmerksam zu machen. Die Schweizermilch eignet sich besonders als NahrungS- und Curmittel für Kind.r, sowie für Reconvalescenten. Die Thiere stehen unter Controle von Herrn KreiSthierarzt G. Völlers; die Besichtigung der Kühe während des Melkens wie der luftigen Stallungen ist jederzeitgestattet. Außerdem wird von Zeit zu Zeit durch Herrn Dr. Ad. Langfurth, beeidigten Gerichts- und Handelschemiker, die Milch einer Analyse unterworfen. Dieselbe ergibt nach dessen Aussage Butterfett 3,282 % Dasein, Albumin und Lactopvotein 3,410%, Milchzucker: 5,004% und Mineralstoffe (Salze) 0,673%. Also eine Gesammtmenge der festen Stoffe: 12,369 %. Auf dieses günstige Resultat hin, kann jede Hausfrau sich obiger Anstalt anvertrauen, da nur gute, reine Milch zum Verkauf gelangt. wr Anzeigen. “CO Für de» folgenden Thcil ist die Redaktion nicht verantwortlich. 1040) Telegramm-Adresse: dlv80p Frankfurtmain. Die Silberwaarenfabrik Lazarus Posen Wwe., _ Hoflieferant, Frankfurt a. HK. & Berlin empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten Cultusgegenstände, als: Tuss, fla-Chajim, Jad, Kronen, Cliannklampen, Esrogbächiten etc etc & versendet Mutserhefte nebst Preisoonrante gratis und franco. Grosse Läger in Gegenständen für Hochzeitsgeschenke etc. zu sehr billigen Preisen. Besteke zu enorm billigen Preisen. Auswahlsendungen, Kostenvoranschläge, Entwürfe, Wachsmodelle etc., etc. stets zu Diensten. 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