Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 30-31 (18.4.1895)
- Date
- 1895-04-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVI. Jahrgang. / M 30 &*8 Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de« 18. April SSSS (I8SS). Leitender Artikel. Sprüche der Mater. Fünftes Buch. XXVII. Mainz, am Ausgange des Peßachsestes. «sr na«? thdi jno»? thd oND^ria mnv pan« nai^a NODN N2T na«? nrpi yior? nrp nov.na na» Tr») n»p ,aiö p?n it na«? n»pi yiD»? n\no .jn p?n lr na«? „Vier Arten giebt es unter den Schülern: Wer leicht lernt und leicht h^^dem geht derBorthetl in den NachtheuaufTMer schwer lernt und schwer vergißt, bei dem geht der Nachtheil in den Bortheil auf. Leicht lernen und schwer vergessen, das ist ein guter Theil. Schwer lernen und leicht vergessen, das ist ein schlimmer Theil." Im Begriffe die Fortsetzung der Erklärung der Väter-Sprüche wieder neu aufzunehmen, welche der unvergeßliche Begründer dieser Blätter begonnen hat, werden wir durch den Jahrzeitstag des großen Dahingeschiedenen, der in diesen Tagen alljährlich die kaum vernarbte Wunde wieder aufrecht, mehr als sonst im Jahre, durch diese Aussprüche der Väter an den eigenen Vater und Lehrer erinnert. Fügt es sich aber gar, daß es stch wie dieses Jahr trifft» unsere Betrachtung mit derjenigen Beobachtung zu eröffnen, welche unsere Weisen über das verschiedenartige Wesen der Schüler uns hinterlaffen haben, wie könnten wir dann der Schüler gedenken, ohne das Andenken des Lehrers und Vaters neu zu beleben, der uns durch sein zündendes Beispiel gelehrt, zu den Füßen der Weisen uns niedersetzen und an ihren Lippen hangend, die Aussprüche ihrer Weisheit zu deuten! Wissen wir uns doch gerade durch diese Wehmuth mit dem großen Kreis unserer Lrser so innig verbunden, als einst durch das Glück, gemeinsam mit ihnen zu dem Lehrer und Vater der zeitgenössischen Diaspora, wie Kinder und Schüler zu dem großen Meister emporzubUcken. — Ihnen gegenüber bedarf eS sicher keiner Rechtfertigung oder gar Entschuldigung, wenn wir bet Wiederkehr des TageS, der uns den gemeinsamen Vater und Lehrer entrissen, in liebender Wehmuth dem Seelen-Schmerze Ausdruck geben, der bei diesem Anlaß mit erneuter Heftigkeit im Busen wühlt. Bilden doch die gefinnungsverwandten Leser deS „Israelit" eine große über daS wette Erdenrund zerstreute Gemeinde, welche zu seinem Begründer wie Glieder einer Familie aufschauen. Sie werden unseren Schmerz nicht nur beareifen. sondern auch theilen. Dieser schmerz hak M stttigende Kraft, von dem auch das Won unserer Mischnah gilt; aiv p^n n na«? n»p: „Schwer zu vergessen, das ist ein guter Theil!" Jn diesem Gedanken an ihn, haben wir die Feder ausgenommen, die seiner sterbenden Hand entsunken ist, um sie in seinem Sinne zur Ehre Gottes wetterzuführen. Möge unser redliches Wollen ersetzen, was unser schwaches Können zu wünschen übrig läßt, möge sein großes Verdienst uns und?Nn»' bi beistehen unser Scherfiein beizutragen nj»r? mtayn nnnn? unserer heiligen Krone, den alten Glanz wieder zu verschaffen! n"'a«. Unsere Mischnah, enthält trotz ihrer präcisen Fassung und ihres selbstverständlichen Inhalts eine Schwierigkeit, der wir selten sonst begegnen. — Die Aussprüche unserer Weisen, auf welchem Gebiete sie sich auch bewegen, haben sammt und sonders das Charakteristische, daß sie nirgends auf eine bloße Bereicherung unseres theoretischen Wissens hinzielen, sondern immer das thätige Leben und seine praktische Verwirklichung zum Gegenstand haben. Wo sie uns einen AuSspruch hinterlassen habin, der scheinbar nur das sprculative Wissen, nicht aber ft ine Anwendung für das Leben sofort erkennen läßt, wird nach dieser Beziehung mit der