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Der Israelit · 1895-03-28 · Heft 25 (28.3.1895) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 25 (28.3.1895)
Date
1895-03-28
Page
– (sequence 32)
Language
German
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ans waren wir besonders begünstigt. Ein mehrere Tage anhaltender Regenguss liess uns einen Augenblick fürchten, dass unsere gesammte Arbeit verloren sei. Dem war indessen nicht so; da „Mik weh Jisrael“ im Verhältnisse zu den umliegenden Besitzungen hoch gelegen ist, konnte das Wasser abfliessen, und wurde das wenige noch zurückgebliebene Wasser von dem in der Nacht herrschenden Winde getrocknet. Der beackerte Boden hat nicht darunter gelitten, am nächsten Tage zeigte sich die Vegetation frischer denn je, und alle unsere Sorgen waren beseitigt. Im November hatten wir auch einen günstigen Verkauf unserer Kellererzeugnisse zu verzeichnen. Wir haben etwa vierzig Hektoliter Weine verkauft. Unser Wein wird immer gesuchter; aus Russland und Egypten erhalten wir zahlreiche Bestellungen; es ist dies ein sehr beruhigendes Ergebnis für die Zukunft unserer Erträge. Die Orangen des Gartens und Gemüsegartens sind für 2900 Frcs. verkauft worden, eine nicht sehr grosse Summe im Verhältnisse zur Ausdehnung der Anlage, grösser indessen als das Ergebnis im vorigen Jahre. Die Orangenernte beginnt mit dem 15. November; jedes Bäumchen giebt zwischen20 0 und 300 Orangen. Seit vierzehn Tagen wenden wir alle Mühe der Anpflanzung von Mandelbäumen zu, und erwarten wir von diesem neuen Anbau die besten Erträgnisse. Der Gesundheitszustand der Zöglinge ist seit einigen Wochen ein vorzüglicher, und zur Stunde haben wir keinen wirklich kranken. Seit einigen Tagen haben wir freilich das prachtvollste Wetter, eine so mild scheinende Sonne, dass man nicht umhin hann das Haus zu verlassen, sich zu tummeln, zu laufen und im Freien zu arbeiten. --—-- Briefkasten. An alle meine geehrten Herren Correspondenten die ebenso höfliche als dringende Bitte: 1. Die Spenden-Libte von den brieflichen Mittheilungen stets getrennt zu halten. 2. Die Spenden-Liste, mag sie selbst noch so bescheiden sein, nicht auf dem Coupon der Postanweisung, sondern auf einem Blatte Papier verzeichnet einzusenden. 3. Für die Spenden-Liste niemals die jüdische Kurrentschrift in Anwendung zu bringen, und falls die Spenden für verschiedene Rubriken und Zwecke bestimmt sind, sie auf ebenso vielen einzelnen Blättern zu verzeichnen. 4. Nur wo eine Spezialbescheinigung unbedingt nöthig, — beispielsweise zu Belegen bei Gemeindeakten u. dgl. mehr — eine solche zu verlangen, sonst jedoch davon gütigst absehen und das sofort, oder einige Tage nach der gemachten Geldsendung erhaltende neueste Spenden-Verzeichniss als Empfangsbestätigung betrachten zn wollen. 5. Kit der Veröffentlichung der eingesandten Spenden stets einige Geduld zu haben. Nicht blos die alphabetische Reihenfolge, die, der leichteren Uebersicht wegen, bei den Ortsnamen eingehalten wird, sondern auch der Umstand, dass die „Spenden-Verzeichnisse“ aus verschiedenen Gründen schon einige Wochen vor ihrem Erscheinungsdatnm gedruckt werden, ruft öfters eine Verspätung in der Veröffentlichung mancher Spenden hervor, die sich beim besten Willen selbst nicht umgehen lässt, unveröffentlicht hl eiht aber s elbst di e ge ringfügigste Gabe nicht. Auf viele an mich aus Russland ergangene Anfragen erkläre ich hiermit wiederholt, dass ich freudig bereit bin, alle daselbst für die verschiedenen russischen in und oder für sonstige palästinensische Zwecke gespendeten Summen ohne jeden Abzug ihrer Bestimmung zuzuführen. Frau Minna JLilienthai in Breslau. Ich bitte höflichst um gefällige Angabe Ihrer Wohnnngsadresse. Wr. B. in flf.-M. Sehr gern werde ich Ihren mir knndgegebenen Wunsch erfüllen, so oft mir die nöthige Anzahl Listen zur Verfügung stehen wird, was jedoch sehr häufig nicht der Fall ist. Für die mitgetheilte Adresse besten Dank! •I. 8. in O. Halten Sie gütigst das fromm» Werk, soweit es eben möglich, in dem früheren Umfange aufrecht! Q’DtMl p O ]’J/”DO NZTIl. B. K. in <ü. Thnen Sie alles in Ihrer Kraft Liegende, um mindestens den Status quo der Mitgliederzahl der A. J. U. in ür. anfrecht zn erhalten; ich hoffe jedoch, dass es Ihrem redlichen Bemühen gelingen wird, zu der für Ihre ansehnliche Gemeinde sehr geringen Anzahl der bisherigen Mitglieder bald recht viele neue zn gewinnen. — 8. in C1.-81. Senden Sie gütigst auch bei Ihren zukünftigen Sammlungen ein Verzeichniss der Spenderinnen mit deren Vor- und Znnamen, a*er gleichzeitig mit dem Sammelergebnisse ein. N o t i z. Die Umgegend von "Dpp’ jnDl* ist äusserst reich an Alterthümern. In der Nähe der Kolonie (deren arabischer Name „Samarie“ sich von Schomron herleitet) befinden sich die Festungsruinen Tantnra und Atlid, viele uralte, in massive Felsblöcke gehauene Strophen, Felsengräber (viereckige Höhlen, mit 6—8 wagerecht in die Wand hineingehauenen Höhlungen, in denen eben Ranm genug für einen schmalen Sarg ist; der Inhalt dieser Gräber wurde wahrscheinlich schon vor Jahrhunderten durch Schätze Suchende heransgenommen und verstreut), Häuserrninen etc. Bei der Gründung der Kolonie stiess man auch auf viele alt-israelitische Grüfte, auf Thonsärge, deren Boden nach altisraelitischem Ritus durchlöchert war, und in denen Leichen mit goldgestickten Gewändern lagen, die aber bei der geringsten Berührung zerfielen, Bäder, Brücken, Säulen etc. In Anwesenheit des Herrn Scheid wurde auch eine grosse Höhle entdeckt, ans der viele alt - israelitische Thongefässe verschiedener Grösse an s Tageslicht gefördert wurden. Druck der Joh. Wirth’schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Kainz.

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