Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 25 (28.3.1895)
- Date
- 1895-03-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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ansässta machten, dte sich mit dem Getreidehandel resp. Expedition desselben beschäftigen, so geruhten Se. Majestät in Erledigung der Bittschrift des Darde bis auf weiteres anzuordnen, daß die Juden daselbst weiter wohnen und ihrem Geschäfte nachgehen dürfen. Der Aswski naczalnik Herr Alexander Krupinski kam voll Freude nach Dandiuszany und zeigte uns sowie Herrn Darde die Depesche. Wir sprechen an dieser Stelle Herrn Krupinski unseren Dank aus und werden denselben auch in einer Petersburger Zeitung veröffentlichen. Amerika. Bs. New-Aork im März. Der hier erscheinende American Hcbrew stellt eine Anzahl von Thatsachen zusammen, die auf das neu erwachsende Interesse der jüdischen Frauenwelt für alle jüdischen Dinge hinweist, und er betont mit Recht, von wie ungeheurer Bedeutung für den Bestand des Judentbums es ist, wenn die Frauen und Mädchen Judas aus den gebildeten Ständen nicht mehr wie in den letzten Jahrzehnten kalt und nichtachtend die eigenen Interessen übersetzen, sondern sich wieder für die jüdische Geschichte und die Literatur unseres Volkes begeistern. In diesem Sinne war auch ein Vortrag, den Miß Richmann über „die junge Jüdin von heute" im hebräischen Jünglingsverein heute gehalten hat. Haben wir erst wieder unsere Frauen und Mädchen für das Judenthum zurückgewonren, dann wird dasselbe zuversichtlich in den Vereinigten Staaten einem besseren kräftigen Leben entgegengehen. Bs. Atlanta (Georgia). Das jährliche Meeting der Distrikt Groß Loge des Ordens I. O. V. V. brachte einen interressanten Bericht über dte Thätigkeit desselben, aus dem wir das Referat über das in diesem Distrikt des Ordens errichtete Waisenhaus in Atlanta hervorheben. Dasselbe zählt 62 Zöglinge, die einen jährlich Kostenaufwand von ca. 44000 Mk. verursachen, incl. Unterricht und aller Nebenkosten. Nachdem man jetzt dte nöthigen Mittel zusammen hat, soll im nächsten Jahr eine bedeutende Vergrößerung des Gebäudes vorgenommen werden, wozu das Bedürfniß von allen Seiten betont wurde. Die Zöglinge werden zu Handwerkern ausgebtldet, bleiben aber bis zur Beendigung der Lehrzeit im Hause, das zur Zeit 6 solcher Lehrlinge beherbergt. vermischtes. Frankfurt <*. M, 22. März. Bei der gestrigen Reifeprüfung an der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft, unter dem Vorsitz des neuen ProvinzialschulratheS Dr. Pähler, erhielten sämmtliche 36 Schüler der obersten Klasse das Zeugniß der Reise; 22Mrüflingen wurde „das Mündliche" ganz, den übrigen theitweise erlassen. Marburg i. Wests., 10. März. Gestatten Sie mir. Ihnen über ein Fest, da« am »ergangenen "O ntcnö nattf in unsrer Gemeinde gefeiert wurde, einen kurzen Bericht zu geben. In mitten einer zahlreichen Kinderschaar und versammleter Gemeinde feierte Herr Ph. Steinberg nebst Frau das Fest der silbernen Hochzeit. Recht schone und sinnige Geschenke wurden dem Jubelpaare bei dieser Gelegenheit zu Theil; ich erwähne nur eine silberne V'vl72-Büchfe sowie einen wN'p Becher, eine Widmung der ältesten Söhne. In der Synagoge wurde dem Jubelpaare von den Ausgerufenen ein 'D gewidmet. DaS Fest verlief in schönster und gemächlichster Weise, während des ganzen Tages erschienen zahlreiche Gratulanten; auch fehlte der Präses unsrer Gemeinde nicht. Gailirrgerr. Der „Israelit" brachte kürzlich eine Notiz über den kostümirten Festzug am jüngsten Purim. Derselbe hat eine kleine Vorgeschichte, welche die hiesigen religiösen Zustände besser charakteristrt, als es die glänzendsten Festzüge vermöchten. Am Tag vor Purim, am idj verbreitete sich morgens vor mnttf n?5n die Nachricht, daß die Regierung zu Konstanz das Abhalten des FefrzugS mit Rücksicht auf die SonntagSfeier bei einer Strafe von 100 Mark verbiete. Während in der Synagoge viele Mitglieder der versammelten Gemeinde ungleich lebhafter als das Gebet die Frage beschäftigte, was einem solchen Unglücke gegenüber zu thun sei, reiste ein Herr am t£Hlp H257 flUgS nach Konstanz, um das Verbot rückgängig zu machen. Nachmittags traf dann per Telegraph die Freudenbotschaft ein, daß die Regierung sich habe erweichen lassen. So hatten wir denn einen glänzenden Festzug durch einen offenkundigen, flagranten Chillul Schabbos. Ob eS recht und billig ist, den Purim auf Kosten des rot7 zu feiern und diese Feier dann hinterher noch in einem orthodoxen jüdischen Blatt auszuposaunen, darüber braucht wohl kein Wort verloren zu werden. Wäre die Liebe zum Purim so heiß, wie man aus diesen sestlichen Veranstaltungen schließen könnte, so mußte man wohl auch am Taaniß Ester etwas daran merken. Daß dies leider nicht der Fall ist, erscheint noch nicht als das betrübend e der ganzen Geschichte. DaS Schlimmste ist dabei, daß-sich hier auch nicht ein Einziger findet, der durch ein entschiedenes, öffentliches Wort diesem taktlosen, irreligiösen Gebühren entgegen tritt. Brünn. (60jährige8 Doctor-Jubiläum.) Am 23. d. begeht Herr Dr. Marcus Rokotnitz, Bürgermeister der Prerauer israelitischen Gemeinde und Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes, in Prerau sein 60-jähriges Doctor- Jubiläum. Zu Ehren des Jubilars, der sich allgemeiner Hochachtung und Werthschätzung erfreut, findet an dem genannten Tage ein von der Jsraelitengemeinde Prerau veranstalteter Festabend im Saale des Herrn M. HaaS statt. Die Einladungen für diese Feier, welche dem Jubilar eine Reihe von Ovationen bringen wird, sind bereits versendet worden. Briefkasten der Redaktion A. St. in H. Ihre Erklärung der dunklen Raschiftelle war zur Veröffentlichung nicht geeignet. Ptoui Almoni .in Palmuike«. Die Deutung des Wortes Schalent von ^17 ist uns auch von anderer Seite zugegangen, doch halten wir solche nicht für zutreffend. Herrn Leopold PorgeS, Milchdorf. Das Witz.Blatt Kaviar ist uns unbekannt. Briefkasten der Expedition. E. S.. M. L. K. (1396) in W.. Lehrer M. B. in D«, Betrag erhalten.