Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 24 (25.3.1895)
- Date
- 1895-03-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVI. Jahrgang. Der Israelit Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoLe ZudenIHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 25 März 5655 (1895). Wir beginnen tm Laufe tus nächsten Quarkals Historische Erzählung von S. Koh«, Verfasser von Gabriel. Das Erscheinen eines Werkes eines so beliebten Dichters, wie der Genannte, der erst in diesen Tagen anläßlich seines 70. Geburtstages von der gesammten jüdischen Welt und von den ersten nichtjüdischen literarischen Eapaziiaten so begeistcrungsvoll gefeiert wurde, bildet stets auch in bett weitesten Kre sen e'n Ercigniß, namentlich und ganz besonders, wenn cs sich um einen jüdisch-historischen Roman handelt, in wclch'M Gcnre der berühmte Verfasser „Gabriel" widerspruchslos vollkommen unerreichbar ist. Auch in diesem seinem neuesten Werke, welches wir unseren Lesern vorzuführen beabsichtigen, finden sich alle Vorzüge vereint, die seine Schöpfungen auszeichnen. Eme hochanregende spannende Handlung, getreue Schilderung des Lebens während des dreißigjährigen Krieges, lebendige Darstellung echter Gottesliebe und Glaubenstreue, Scenen voll dramatischer Wirksamkeit vereinen sich zu einem Ganzen von vollendeter Schönheit. Das Werk reiht sich „Gabriel", der den Ruf seines Autors von Pol zu Pol trug und „Fürstengunft", das erst vor Kurzem unser Blatt schmückte, gleichwerthig und ebenbürtig an. Nach vollendetem Abdruck im „Israelit" wird von diesem packenden Romane sofort eine Buchausgabe in zwei Bänden veranstaltet werden, wir dürfen insolgedeffen einem Versprechen gemäß mit Nachlieferungen in Buchformat nicht allzu freigtcbig sein und bitten deshalb die geehrten Leser rechtzeitig zu abonniren (ein Postbestellzettel lag bereits unserer vorigen Nummer bei) und die betreffenden Nummern gut aufzubewahren. Rr-action -es „Israelit". Leitender Artikel. Kagadah schet Ueßach. Neunte Serie. VI. Mainz, 24. ^är^. Das Tischgebet. Wir haben bereits ' darauf hingewiesen, wie auch die gewöhnlichen, alltäglichen Aeußerungen des jüdischen Pflichtlebens an Tiefe und Innigkeit gewinnen, wenn sie an den Abenden an uns herantreten, welche für das Gedächtniß unserer nationalen Wiedergeburt gestiftet sind. Dies tritt in besonders markanter Weise beim Tischgebet hervor, das jedem geläufig ist, das aber gerade wegen dieser seiner Geläufigkeit und Alltäglichkeit Gefahr läuft, verkannt oder doch nicht nach Gebühr gewürdigt zu werden. Wenn man von dem Inhalt des Tischgebets einen Augenblick ganz abfieht und nur die äußere Form ins Auge fatzt, so ist diese allein geeignet uns mit Ehifurcht und heiliger Scheu zu erfüllen. Die eiste Beracha, aus welcher unser Tischgebet etnleitet, ist wohl das älteste Gebet, das wir überhaupt besitzen. Sie hat keinen geringeren als unseren Lehrer Moscheh zum Verfasser, der sie anordnete als eben nach dem Auszug aus Egypten und nach dem Durchschreiten der Meeresfluthen vas Manna als tägliches Brod den Erlösten in der Wüste vom Himmel gereicht wurde, yn rnia pp ip’n rwo pro 22 id« .(n"o nona) ]D nrb ith/ njwa Wo gäbe cs daher einen geeigneteren Augenblick, uns tu die Bedeutung dieser Worte zu vertiefen und sie unserem großen Lehrer nachzudenken als in den Abenden, an welchen wir uns als selber mit unseren Vätern und Müttern aus Mizrajim gezogen ansehen! Wmn uns Gottes Wort die Pflicht auferlegt Seiner nach dem Genuß segnen) zu gedenken, so leitet dieses Gebot daher mit der