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Der Israelit · 1895-03-14 · Heft 21 (14.3.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 21 (14.3.1895)
Date
1895-03-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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421 ist, in welchem die Juden am Unterhalte der Schule theilnehmev. Nach diesem Verhältnisse wird der Finanzmtnister alljährlich den Prozentsatz der zuzulassenden jüdischen Schüler bestimmen. Sibirien. (v.) Kiächta, im Januar. Unsere Stadt liegt bekanntlich hart an der Grenze und ihr gegenüber befindet sich die Stadt Maimatschin, die zum chinesischen Reiche gehört. Aber hier, wie dort existiren jüd. Ansiedelungen, nur daß die Anzahl der Juden in Kiächta größer ist, als im chinesischen Maimatschin. Da aber in Folge eines vor zwei Jahren von der Centralregierung in Petersburg erlassenen Edictes, alle Juden längs der russisch-chinesischen Grenze zur Auswanderung verdammt wurden, so schien es, als hätte nun auch für unsere kleine Gemeinde die Stunde der Auflösung und des Zerfalles geschlagen. Viele Juden von hier bereiteten sich daher schon zur Ueberstedelung nach Maimatschin vor. da dessen Tutt (chinesischer Gouverneur) erklärt hatte, er werde den jüd. Einwanderern kein Hinderniß in den Weg legen. In letzter Stunde traf jedoch hier ein neuer Erlaß aus Petersburg ein mit der Anordnung, auf die Auswanderung der Juden von hier nicht zu dringen und alle, welche noch ferner hier bleiben wollen, ungestört zu lassen. Wir sind so glücklich der Gefahr entgangen, und können daher noch weiter ruhig unserem Erwerbe nachgehen. Türkei. (B.) Kouftautinopel, 5. März, no'i ywi Durch den Telegraph werden Sie schon Kunde von dem hier erfolgten Tode des Ex-Khedive Ismail Pascha erlangt haben Derselbe gehörte, so wie sein Vater Ibrahim und sein Großvater Mohamet Alt, der sich bekanntlich vom einfachen Soldaten zum Herrscher Egyptens emporgeschwungen, zu den nvn da er die Gleichstellung der Juden im Nillande energisch durchführte, und viele derselben auch an seinen Hof und zu seinen Festen zog. Dank dieser Gleichstellung konnte später ein Budapester Jude, Herr Julius Blum, derselbe ist heute Direktor der Creditanstalt in Wien, Pascha und egyptischer Ftnanzminister werden. (Heute gehört Herr Julius Blum nicht mehr dem Judenthume an.) Aber nicht nur in Egypten, sondern überall in Afrika, wohin die Heere Ismail Paschas drangen, so in den Küstenstädten Abkssynincns, in Zeilah, in Harrar, begann für die Juden daselbst eine freie und glückliche Zeit und sie wurden sofort mit der übrigen Landesb.völkerung gleichgestellt. Auch hier, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, sah er gerne Juden um sich und bet sich, und äußerte er oft seine Befriedigung darüber, daß der Antisemitismus in den mohamedanischen Ländern nicht Wurzel fassen könne, nnuv wnuo \nn ■ra Vermischtes. Verlin, 10. März. Gestern Abend fand in den Räumen des Hotel Cassel die diesjährige von der Agitations-Comlssion des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur veranstaltete Purtmfeier statt, an der eine stattliche Anzahl von Mitgliedern, wie auch viele Gäste theilnahmen. Herr Gustav Lazarus, dessen musikalischen Vorträgen die Vereinsmttglieder schon im vorigen Jahre reichen Beifall zollten, leitete mit einer Brahms'schen Rhapsodie op. 69 Nc. 20 die Feier ein, worauf Gesangsvorträge von Fcl. Hedwig Joel und die Vorlesung einer jüdischen Erzählung, von Ferdinand Runkel folgten. Frl. Lueie Jacobson trug auf der Violine eine Mazurka von Wieniawskt und „die Biene" von Schubert vor, uud damit schloß das offizielle Programm, das im ganzen als gelungen bezeichnet zu werden verdient. Ein darauf folgendes Festmahl, das durch Deklamationen der Herren Prof. Breslauer und Jacobson und geistreiche Toaste der Herren Benas Lewy, Dr. Karpeles und Dr. Kastan, gewürzt waren, hielt die fröhliche Gesellschaft bis gegen 1 Uhr Morgens zusammen, und man trennte sich mit dem Bewußtsein, wieder einmal ein echt jüdisches Fest gefeiert zu haben. Eppingen Zum ehrenden Andenken des dahier laut Memorbuch im Jahre 5605 verstorbenen und auf dem hiesigen Friedhofe begrabenen Parnes Rabbi Henele Weinfchenk J?*T, Sohn des Rabbiners Jakob Weinschenk auS Fürth, welcher das Thorastudium besonders unter der Jugend mit grohem Fleitze in uneigennütziger Weise verbreitete, haben mehrere Gemeindemitglieder an seinem Sterbetage ein Thoramäntelchen, worin dessen Name eingestickt ist, gestiftet. Doktor Dt. Bisensteln-Effendi, türkischer Delegirter bei der ägyptischen Sanitätsbehörde, ist im 81. Lebensjahre in Alexandrien gestorben. Lucien Dreyfus, Attache im franz. Ministerium des Innern, ist zum Vize Residenten für Änam und Tonking ernannt worden. Vorige Woche haben wir eine große Anzahl Koscher- Briefe eingesehen, welche die Firma H. B. de' Beer Amsterdam, seit ihrer Errichtung bis heute, bei Weinsendungen erhallen hat. Hieraus geht hervor, daß diese Firma, schon weit über hundert Jahre besteht. Der Koscher-Brief, welchen wir am Besten entziffern konnten, datirt vom IW P n« KHn1? 'n n'Ppn, demnach vom Jahre 5535(1775) ist also 12v Jahre alt. Dieses Schreiben wurde erlaffen vom Rabbiner DN’Dj; 3pj?’ YTllD "in für Bordeauxweine, geliefert durch den Verkäufer HNpTD DpjT an NJpJ p njn (NJpJ war der Familiename des damaligen Chefs der Firma). Diese Bescheinigung ist für Holland visirt durch den Oberrabbiner Lurie Saul Löwenstamm P) — Obiges ist die Abschrift eines Berichtes über genannte Firma und zu lesen in „Let Rleuiiv I8rae1. Weekblad" vom 19. Juli 1887.

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