Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1895)
- Date
- 1895-03-07
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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WW -.V ■/ 981 Prag. Am k4. März begeht, wie Sie bereits berichteten, unser heimischer Schriftsteller Herr S. Kohn sein 7. Wiegenfest. Diesem Feste, wenngleich es, streng genommen, wie die „silberne Hochzeit" die er bloß geschrieben und nicht gefeiert hat, nur als ein Familienereignis aufgefaßt werden kann, werden dennoch nicht nur literarische Kreise, sondern auch die vielen Verehrer und Freunde, die der Jubilar zählt, herzliche und innige Theilnahme entgegenbringen, alle seine Geistesktnder, bereit ihm dem wohlverdienten Lorbeer zu reichen, werden sich um ihn scharen die „Starken" wie die „Fidelen Alten". „Die Schwarze und die Blonde", selbst „David Löb Magdeburger" und „Beer Moriner" werden nicht fehlen und unter den Gästen werden sich einfinden „Des Stadtschreibers Gast", ja selbst ein „Deutscher Minister", den am Eingänge des mit „Ghettobilder" geschmückten Dichterheims „Der alte Grenadier" in strammer Haltung zu begrüßen bestimmt ist. wird seine Aufwartung macken, um ihm „zu melden di« Fürstengunst" für die „gerettete Ehre", die „der Vater" als Zeichen der Dankbarkeit entgegennehmen wird, und „Gabriel", der die halbe Welt durchwanderte und in fast allen europäischen Sprachen, ja selbst in der hebräischen, sich verständlich machte, wird dem Jubilar den „Spiegel der Gegenwart" Vorhalten, um diesem den helleuchtenden Geist verjüngt zu zeigen, mit dem manches düstere Gemüth erhellt, manche Stunde des Frohsinns herbeigeführt wurde. Als einer der letzten der alten Garde der Ghettoerzähler und als einer der bedeutendsten jener noch lebenden Romantiker, welche den aus dem jüdischen Familienleben und, um mit Kompert zu sprechen „aus der Gaffe" hervorgeholten Stoff poetisch bearbeiteten, hat es aber auch der geistvolle Jubilar vortrefflich verstanden, in's volle Menschenleben Hineinzugreisen, bald durch launige, bald durch ergreifende Episoden in seinen Erzählungen die Satten menschlicher Empfindungen in Schwingungen zu bringen, die jüdischen Charaktere plastisch zu gestalten und durch lebensfrische Darstellung und dramatische Effecte Geist und Sinn zu fesseln. Aus allen seinen Schriften, welche seine tief religiöse Anschauung durchschimmert, leuchtet des Dichters Bestreben hervor, das Judenthum zu verherrlichen, und schon dieser Umstand allein erhöht sein Verdienst um dasselbe und veranlaßt uns, ihm an seinem Jubeltage unsere Glückwünsche zu entbieten. Möge ihm noch eine große Anzahl von freudenreichen Jahren beschreden sein und das Glück, noch viele liebliche Geistesblüthen den dankbaren Lesern seiner zahlreichen stnnberückenden und herzerquickenden Erzählungen zu streuen In der am 23. Februar abgehaltenen Vorstandssttzung des Vereines „Afike Jehuda" wurde der Antrag des Schriftführers Herrn Dr. Kisch, den Schriftsteller Herrn S. Kohn anläßlich deffen am 14. März statifindendcn 70. Geburtstages zum Ehrenmitgliede des Vereines zu ernennen und durch einen am 16. März abzuhaltendeu Kohn-Abend mit Vortrag zu ehren, einstimmig angenommen. Mnzetgen. Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Bitte, verlangen Sie ausdrücklich) den vielfach höchstprämiirten.' Cossmanns gebr. Java-Kaffee iu 85,80,85, WOPhg.pJiäPucket. A.Cossmann Köln-Deutz. Ohne prelsanWiis! Auf unter Aufs I IUSJ Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Frank in Köln. Man erbitte kreiseouravt. ■ms. yyjn rod « jsss. U Sämmtliche Sorten Spezereiwaoren. gedörrtes Obst, Kartoffelmehl, Cichorien, Choeotade, Cacao, Ham burger Clrt.rdche«, Branntwein. Efsiaesfenz, fst. Oel, Sauerkraut und "rtIO Seife empfiehlt bestens 1378) JL«0 HAAS in Mainz, Betzelsgaffe 6. U Daß Herr Leo Haas von hier in Bezug auf nritco der von ihm offerirten Maaren voller Vertrauen verdient, bezeugt gern Dr.^Bondi. Cichorien hob ted langjährige Fabrikation, eingerichtet nach Vorschrift des Herrn Rabbiner Dr. Marx in Darmstadt und unter Aufsicht eines von demselben ernannten ißjtf. Bestellungen auf nDO erbitte sofort. (1343 Friedr. Engelhardt, — Cichorien Fabrik ffgegr. 1$19) — HlüsselsHeiin a. Main. ei einer älteren alleinstehenden Dame wird per sofort ein jungeS Mädchen aus anständiger Familie zur Führung des Haushalts und zur Gesellschaft gegen gutes Salair gesucht. Gest Offerten beliebe man an Joseph Nathan, Essen a. d. Ruhr gelangen zu lassen. ros bzr Kartoffelmehl fabrizirt unter Rabbinatsauf-- sicht und steht mit billigster Offerte zu Diensten. (109a. Gustav Löher, F i l e h n e.