Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1895)
- Date
- 1895-03-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448559-2448579--40349-2489258- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
orthodoxe MuderrthumÄ ARO N^Vrf», l-O-AA O S £ S v?V>!| Mr S. 7. März 1895 ] Bfev« mu /m,\ 'J77i IVfek MWSMS^kS Eine glänzende Thal eines jüdischen Arztes. Eine Erinnerung aus dem Kriege von 1870/71. Von S. Steinberg. Es gibt Erinnerungen, ewig jung bleiben, wül fie Generationen überdauerden halten werden. Eine solche, für unsere Vaterstadt bedeutsame Erinnerung erweckt der 2. Dezember aus der Flucht der Jahre. Jener glorreiche Tag, an welchem vor vierundzwanzig Jahren das 2. Hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76 — die Söhne Hamburgs — im beldenmüthigen, blutigen Ringen einen glorreichen Steg errungen, ihre glühende Vaterlandsliebe und opferwillige Hingabe mit ihrem Blut und Leben besiegelten. Längst sind sie zu Staub geworden all' die tapfern Krieger, die in der Jugend Blüthezeit den Heldentod für'6 Vaterland gefunden, aber unauslöschlich lebt im Herzen unseres Volkes die Erinnerung fort an die pflichtgetreuen Söhne, die mit ihrem Blute die Saat gesäet, aus der die lang ersehnte Freiheit und Einheit aufsprteßte. Daß die nie veralten, die von einem erhabenen, Geiste belebt und er- S. Kohn, —«£ Uerfaffer von „Gabriel". &— Zu seinem 70. Geburtstage. — Stehe S. 381 es auch den Hanseaten vergönnt war, ihr Bestes darzubringen für diesen großen Preis, darf für immer die Brust des Hamburgers freudig schwellen. Daher sei der Tag von Lotgny ein Memento den kommenden Geschlechtern auf die Zeit, da die Tapferkeit der Hanseaten imKampfe für das gemeinsame Vaterland tiefe Breche schlug. Nicht ein Bild des eigentlichen Kampfes will die Feder zeichnen, wohl aber die Erinnerung auf einen Mann lenken, dessen ruhmvolles Verhalten — die dankbaren Herzen der Augenzeugen bis zum letzten Schlage mit Liebe und Verehrung erfüllt. Kein Held des Schwertes und des Steges und doch von lichtem Glanz umwoben. — Die Waffen ruhen. Der Kampfruf schwtiat. Auf blutgetränkter Wahlstatt ringen verzweiflungsvoll die zahllosen Opfer der heiligsten Pflicht mit dem Tode. Der gellende, herzerschütternde Schmerzensschrei der Sterbenden übertönt das dumpfe Stöhnen