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Der Israelit · 1895-02-25 · Heft 16 (25.2.1895) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 16 (25.2.1895)
Date
1895-02-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXTI. Jahrgang. Beilage ju Ns 16 -es „Israelit". Leitender Artikel. MMliMs als wedtzlaislhe Autorität. Don Dr. I. Münz in Der ent. (Schluß.) Nutzer diesen medicinischen Schriften, die wir bereits kennen gelernt haben, werden unserm Matmontdes noch einige andere Arbeiten auf dem Gebiete der Heilkunde zugeschriebeu, die nach der Angabe der Cataloge in den verschiedenen Bibliotheken sich erhalten haben. Ein Verzeichniß dieser zweifelhaften medietnischen Schriften Matmunt's möge der Vollständigkeit wegen hier angeführt werden: 1) Commentare zu den medicinischen Schriften des Hippokrates, von dem französischen Gelehrten, MoseS ibn Tibbon ins Hebräische übersetzt (1268). Diese Schrift befindet sich noch handschriftlich in der Bibliothek zu Leyden und soll aus sieben Capiteln bestehen. 2) Ueber die Ursachen und Vorzeichen der Krankheiten. Diese Schrift soll Maimunt in hebräischer Sprache geschrieben und Soleiman ben Holeisch el Nokaddisi ins Arabische übelsetzt haben. In der Bodlejana und unter den Manuscripten des Vatikan hat sich diese medicinische Abhandlung handschriftlich erhalten. 3) Ueber Speisen und Nahrungsmittel. Wie mehrere von diesen medicinischen Schriften, soll unser Arzt auch diese Abhandlung auf Befehl des Sultans geschrieben haben. Die hebräische Uebersetzung hat den Gelehrten Berachja ben Jsak Schaltiel aus Barzelluna zum Verfaffer. Dieses Werk soll für den medicinischen Standpunkt unseres Weisen ganz besonders charakteristisch sein. „Schon die Art und Weise, wie er in diesem Hauptwerke seine Aufgabe saßt — sagt ein fachkundiger Gelehrter der Gegenwart — der Umstand, daß er, der heutigen Medicin um sieben Jahrhunderte vorauseilend. den antiologischen Standpunkt einnimmt, seine Aufmerksamkeit vor allem den Ursachen der Krankheiten zuwendet, spricht für den medicinischen Scharfblick dieses Mannes und macht uns den großen Ruhm, dessen er sich als Arzt zu erfteuen hat, begreiflich." *) 4) Ueber Hemorrhoiden. Diese medicinische Abhandlung besteht aus 7 Abschnitten und hat sich handschriftlich in der Bodlejana erhalten. Eine hebräische Uebersetzung soll Salomon ben Josef ibn Ajub verfaßt haben (1265). 1) Dr. Alfred Nosstg, die Sozialhygiene der Juden 1804, S. 199. 5) Ueber die einfachen Medikamente. Diese Schrift hat wahrscheinlich unser Arzt nach seine« Vorbtlde Galen abgefatzt, von dem ein medicinischeS Buch mit gleichem Titel bekannt ist. 6) Ueber das Podagra (Fußgift). Ein jüdischer Gelehrter aus Cordova, Abu Amram ben Abdallah, soll das arabische Original ins Spanische übersetzt haben. Diese Uebersetzung ist im Eskurial handschriftlich vorhanden. Bon diesen sechs medicinischen Schriften Maimuni's, welche uns ein glückliches Geschick erhalten hat, ist uns außer diesen dürftigen Angaben nichts weiteres bekannt. Es wäre sehr zu wünschen, daß diese medicinischen Bücher einmal aus dem vielhundertjährigen Staube der Bibliotheken hervorgezogen und auf ihren Inhalt näher geprüft werden sollen. So lange dieses nicht geschehen ist, wird das Bild Maimunt's als Arzt unvollkommen bleiben, kann die medicinische Bedeutung unseres Weisen nicht in ihrem vollen Umfange gewürdigt werden. Die jüdische Literatur hat hier, wie überhaupt, in der Geschichte der jüdischen Aerzte, noch eine große Schuld abzutragen. Durch seine ausgebreitete, fruchtbare Thättgkeit einerseits als praktischer Arzt und andererseits als medictntscher Schriftsteller hatte unser Weise ein außerordentliches Ansehen in der muhamedanischen Welt erlangt. Nicht nur in Egypten, sondern auch in weiter Ferne war Matmuni als medicinische Autorität anerkannt und berühmt und feierte als solcher die höchsten Triumphe. Es wird erzählt, daß der berühmte englische König Richard Löwenherz, Saladin's würdiger Gegner im dritten Kreuzzug, Maimonides zu seinem Leibarzt ernennen und wahrscheinlich auch in seine Heimath mitnehmen wollte. Unser Weise aber, der seinem edlen Fürsten nicht untreu werden wollte, ging auf diesen ehrenvollen Vorschlag nicht ein und blieb in Egypten. 2) Der gefeierte und hochangesehene arabische Arzt und Theologe Abdullattf aus Bagdad kam um das Jahr 1191 nach Egypten, um die Bekanntschaft dreier großer Männer dieses Landes zu 2) Maimunis Zeitgenosse, der Westr Alkifti berichtet* .Er (M.) erhielt einen Ruf von dem „König der Kranken in ASkalon", bei ihm die Stelle als Leibarzt anzunehmen, welche Ehre und Würde er ausschlug. Unter diesem „König der Franken" kann kein anderer als Richard Löwenherz verstanden werden. Richard ließ für seine kriegerischen EroberungSplane die Stadt ASkalon wieder aufbauen und schlug wohl dort sein Lager auf. Die Berufung Maimuni'S zum Arzt wird jedenfalls mit der Erkrankung Richard'- nach Ealadin'S Sieg im Oktober 1102 in Verbindung stehen- Weil, Ehalifen HL, S. 423. Orient 1848, S. 341.

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