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Der Israelit · 1895-02-18 · Heft 14 (18.2.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 14 (18.2.1895)
Date
1895-02-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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271 So lange das Judenthum unter seinen Bekenner« solche selbstlose Menschen hervorbringt, — und es wird stets solche zeitigen — haben wir nicht nöthig uns unseres Glaubens zu schämen. Solche Männer müssen uns vielmehr ein Sporn zur Nachahmung sein, als religiöse Israeliten nützlich zu werden der Wissenschaft und dem Vaterlande. M. Sulmann. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«. Der in Parts verstorbene Hermann Freiherr v. Springer hat die Armen von Wien in seiner letzwilligen Verfügung mit 15,000 fl., das israelitische Waisenhaus und das israelitische Taubstummen - Institut mit je 25.000 fl. bedacht. Für die vom Vater des Verstorbenen, Baron Max Springer, errichtete Arbeiterstiftung im Betrage von 50.000 fl. hat der Erblasser 25,000 fl. gewidmet, mit der Bestimmung, daß die Zinsen des Legats alljährlich an seinem Todestage unter hilfsbedürftige Arbeiter ohne Unterschied der Eonfession zu vertheilen sind. Das Allgemeine Blinden Institut und eine Reihe anderer humanitärer Institutionen erhalten jede mehrere tausend Gulden. ll. Wien, 10. Februar. Mitte vorigen Monates fand hier im S'tzuugSsaale der isr. Alliance die Constituirung des israelitischen Literaturvereins „Mendelssohn" statt, in dessen Ausschuß folgende Herren berufen wurden: Obmann Dr. Gustav Ritter von Schlesinger, Obmann-Stellvertreter Dr. Arnold Nabel, ferner Prof. Dr. Adolf Brühler, Dr. M. Hajek, Emil Jelinek, David Kohn, Dr. Fried, S.Krauß, Eduard Kulte, Louis May er, S. Schweinburg, Direktor D. Simon, Moritz Maizner und Ludwig Waldstein. Zweck des schönen Vereines ist, durch Herausgabe von Schriften, sowie Veranstaltung von Vorträgen, für welche bereits hervorragende Gelehrte gewonnen sind, anregend, belehrend und interessant zu wirken, und da dem Vereine seit seinem so kurzen Bestände bereits zahlreiche Anmeldungen zukamen, dürfte derselbe wohl bald in der Lage sein, die ersten Schritte zur Durchführung seines großangelegten Programmes zu unternehmen. Zuschriften und freundliche Zusendungen werden erbeten an Herrn Emil Jelinek, I, Seitenstettengaffe 5. England. London, 11. Februar. Am Sabbat N3 's wurde in der Central Synagogue, Great Portland Street die Bar-Mizwah des jungen Barons Lionel de Rothschild (Sohn des Barons Leopold de Rothschild) gefeiert. In derselben Synagoge fand im Jahre 1881 die HochzeitSfeier des besagten Barons Leopold de Rothschild mit Signorina Perugia statt, welcher Festlichkeit damals der Prince of Wales anwohnte. — Die Bar-Mizwah war sehr erhebend, der mso na trug seine nter® deutlich und mit lauter Stimme vor. Es wurden sein Vater, ferner sein Onkel, der Lord Rothschild und Mr. Arthur S a s s o o n zur Thora aufgerufen. Sämmtliche Ladies des Hauses Rothschild waren anwesend. In der Männersynagoge bemerkte man, daß sich ein christliches Parlamentsmitglied. Sir Henry Calcrast mit einem nHu bekleidete. Der herrliche pn, Rev. Spero, Schwiegersohn des ehem. Frankfurteri"i, R. Moses Katzenellbogen, fungierte und der Chief Rabbi hielt eine Ansprache an den in m*D an den Text I Samuel anknüpfend: „Und Saul sagte zu ihm: Wessen Sohn bist Du, mein Junge? David antwortete: Ich bin der Sohn Deines Dieners Jschai aus Bethlehem." Die Commentatoren erklären die Schwierigkeit der Frage, wie es möglich sein konnte, daß Saul die Abkunft seines Günstlings David nicht gewußt haben sollte, dahin, daß Saul nicht den Namen seines Vaters, sondern überhaupt deffen Thun und Laffen erfahren wollte. War Dein Vater ebenso heldenmüthig wie Du. meinte Saul in seiner Frage. Einem jungen Manne, der tn's öffentliche Leben tritt, sollten diese Worte stets vorschweben: Wessen Sohn bist Du? — bist Du würdig, ein Sohn Deiner Eltern genannt zu werden? Dr. Adler wandte sich an den Bar-Mizwah (der sich von seinem Sitze erhob) mit den Worten: Mein junger Freund, bestrebe dich, ein würdiges Mitglied der heiligen Gemeinde, in die du heute eintrittst, durch Festhaltung an dem väterlichen Glauben und unerschütterliche Treue zu den Pflichten der Religion zu bleiben. Bestrebe dich ferner, ein würdiges Mitglied der Familie, der du angehörst, durch Ausübung deren Familientugenden, nämlich Eintracht, Solidität, Fleiß, Güte und Ehrenhaftigkeit zu werden, betrage Dich vor allem aberstets imLeben so, wie es sich einemSohne Israels geziemt. — Nach dem Gottesdienste wurden die Familien-Mitglieder und Freunde, sowie der Chief Rabbi, Chaffan Rev. Spero und Synagogendiener Mr. Valentine zum Frühstück eingeladen. Nachdem man sich, wie üblich, die Hände gewaschen hatte, bemerkte Baron Rothschild, daß alles, was servirt wird, streng sei. — Wie sehr die Familie Rothschild an den alten jüdischen Traditionen festhält, beweist, daß noch an jedem Neumonde an die armen Leute ttnn «mn-Gelder vertheilt werden. Briefkasten der Expedition. S. H. in O. Betrag erhalten.^

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