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Der Israelit · 1895-02-14 · Heft 13 (14.2.1895) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 13 (14.2.1895)
Date
1895-02-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXVI. Jahrgang. Zweite Beilage ju M 13 des „Israelis. Zeitungsnachrichten »nv Correspon-enzen. Deutschland. Würzburg, im Febr. Unsere Universitätsstadt bietet für geistiges Leben so viel Anregung, daß sich auch das Laienthum gern daran bethetltgr und sich für die vielen Voriräge namentlich während des Wintersemesters aus allen Gebieten der Wissenschaft und der Kunst stets ein zahlreiches dankbares Publikum findet. Warum sollte man da, wo es sich um die eigene heilige Wissenschaft handelt, zurückstehend Wir konnten erst jüng stens von einem dahier seit 25 Jahren bestehenden in diesem Sinne segensreich wirkenden Vereine berichten und so kann ich auch heute von dem Erstehen eines neuen Vereins Kunde geben, der sich ebenfalls zur Aufgabe gestellt, das Interesse für unsere erhabene Geschichte und Literatur durch wöchentliche öffentliche Vorträge zu wecken und zu heben. Einige wackere Söhne unserer Alma Julia, die für unsere heiligsten Interessen begeistert und von Liebe zu unserer heiligen Thora und Religion erfüllt, haben es unternommen, einen „Akademischen Verein für jüdische Geschichte und Literatur" zu gründen, mit der Bestimmung, daß auch Nicht - akademiker als außerordentliche Mitglieder aufge nommen werden können. Bereits bat der junge Verein in seiner spezifisch jüdischen Tendenz unter Vorlage der Statuten die Rektorats-Genehmigung erhalten und wurde am 4. ds. durch den ersten Vortrag im großen Saale des Hotel Adler vor zahlreicher Versammlung eröffnet. Diesen Vortrag hielt der Vorstand, Herr 8tuä. theol. Em. Karlebach, Sohn des Herrn Rabb. Dr. K a r l e b a ch »"2 in Lübeck. Nachdem der Redner in einer besonderen Ansprache sich über den Zweck und die Tendenz deS Vereins verbreitete und hervorhob, wie sehr es Pfl cht und Ehrensache sei, unserer ruhmreichen Geschichte und heiligen Literatur das größte Interesse entgegenzubringen, forderte er die Versammlung auf, den Verein in seinem Streben durch zahlreiches Erscheinen und lebhafte Antheilnahme an den Vorträgen zu unterstützen. Hierauf ging er zum eigentlichen Vortrag über, zu welchem er sich das Thema, „der jüdische Sclavc" wählte. Verstand es der junge Redner durch seine wahrhaft fesselnde und rhetorische Vortragsweise das Publikum für den Gegenstand in hohem Grade zu interesstren, so war die gründliche und vielseitige Behandlung deffelben nicht weniger lehrreich. Das Ganze aber klang in dem Beweise aus, wie sehr unser heiliges Gesetz von dem Geiste der Humanität erfüllt und die Sklav?nsrage, welche jenseits des Oceans erst in unfern Tagen durch das Schwert entschieden werden mußte, in humanster Weise gelöst war. Diese Anerkennung müsse man doch einmal noch dem jüd. Gesetze und damit auch dem jüd. Volke zollen, trotz aller gegenseitigen Erfahrung; auf die Zeiten der Kälte und Finsterniß müsse Licht und Sonne folgen und so könnte man mit dem Dichter sagen: „Nur unverzagt auf Gott vertraut, es muß doch Frühling werden." Wohlverdienter reichlicher Beifall lohnte den Redner für seine wahrhaft große Leistung. Die eröffnete Dtscussion hatte nur wenig Gelegenheit Kritik zu üben: denn das Ganze ließ an Vollständigkeit und Gründlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die folgenden Redner fanden nur Veranlassung, ihre Anerkennung für den Redner und ihre Wünsche für den Verein auszudrückcn. Auch wir schließen uns diesen Wünschen an mit den Worten: nm mxD naitr “jmriNi -iyyn ■jnwi! — Den nächsten Vortrag übernahm Herr Distr.-Rabb. Bamberger ’"j dahier über das Thema: Ras cht. Sowohl der Redner als der interessante Gegenstand lassen wieder auf eine zahlreiche Behelligung rechnen. O e st e r r. -U n g a r. Monarchie. 8. H. Wien, 9. Februar. Die Affaire, der angeblich in einer Synagoge zu Sadagora erfolgten Revision durch eine Fmanzwach-Commission, bei welcher Gelegenheit Contrebande gefunden, eine Schlägerei entstanden und mehrere Personen vom Bethause aus, in Hast genommen sein sollten, bildete der Gegenstand einer Interpellation im jetzt tagenden Bukowinaer Landtage und der Landesprästdent beantwortete die Interpellanten dahin, daß der Vorgang nicht so stattgesunden habe, wie die Informationen der Jnterpellaten lauten, mit anderen Worten, es sei in Sadagara eine Schmugglerbande seftgenommen worden und das auf ganz gewöhnliche Weise, eine Synagoge aber hat mit der Sache nichts zu thun. Den ersten Bericht in dieser Affaire brachte, wie bereits gemeldet, die in Czernowitz erscheinende „Gr6ta polska“ und diese hat den Sachverhalt tendenziös entstellt, um den Juden etwas am Zeuge zu flicken. Vermischtes. Groß Steinheim i. H. Bor einigen Jahren noch herrschte hier daS roheste Treiben der Antisemiten. Böckel und Genoffen wurden mit Jubel begrüßt und durften ihre Hetzreden und Schmähungen gegen die Juden ungehindert an den Tag bringen. In der Hochflut dieses empörenden

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