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Der Israelit · 1895-02-14 · Heft 13 (14.2.1895) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 13 (14.2.1895)
Date
1895-02-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WWW 251 Frankreich. Paris, 11. Febr. (Kammer). Denis bringt folgende Interpellation ein: Welche Maßnahmen gedenkt die Regierung zu ergreifen, um die Invasion des jüdischen Elementes in die staatlich' Verwaltung zu verhindern? Die Interpellation wird auf einen Monat vertagt mit 268 gegen 208 Stimmen. Ministerpräsident Ribot verlangte Vertagung der Interpellation Denis über die jüdischen Beamten und sagte: Was die sogenannte Judenfrage anlange, so habe die Regierung nur eine Antwort : In diesem Lande respektirt man alle Glaubensbekenntnisse ohne Unterschied. Die Regierung kümmert sich nicht darum, ob ein Beamter in die Misse geht, ob er Jude oder Freimaurer ist; die Regierung will nur, daß die Beamten durch tadelloses Verhalten das Beispiel der Rechtschaffenheit und des Pflichtgefühls geben. (Beifall.) Die Interpellation wurde darauf, wie oben gemeldet, vertagt. M a r o c c o. Qt. Tanger, 25. Januar. Bald wird ein Jahr um sein, seitdem die Franzosen in Timbuktu, der berühmten Stadt der Sahara, die unweit des Niger fluffes liegt, eingerückt sind und dort die Tricolore gehißt haben. Timbuktu mit seiner Negerbevölkerung gehört heute zum französischen Sudan, und in dessen Straßen herrscht nun die größte Sicherheit. Handel und Verkehr fangen an daselbst aufzublühen und schon haben sich auch einige algerische und marokkanische Kaufleute daselbst angestedelt. Vor einiger Zeit und zwar bald nach dem Sukkothfeste haben sich auch mehrere jüdische Geschäftsleute aus der Stadt Tafilelt und Umgebung am südlichen Abhange des Atlas, begleitet von Kameelen und Maulthieren. die mit europäischen Fabrikaten und Lebensmitteln beladen waren, auf den Weg nach Timbuktu gemacht, um sich dort anzusiedeln und Geschäftshäuser daselbst zu eröffnen. Später wollen sie auch ihre Familien Nachkommen lassen. Sie hoffen nämlich, daß es ihnen unter. der französischen Herrschaft bedeutend besser ergehen werde, als unter der marokkanischen, und daß sie in dieser Negerstadt eher ihres Lebens sicher sein werden, als tn ihrem bisherigen Baterlande. Timbuktu wird daher bald eine kleine jüdische Gemeinde mit einem Bethause besitzen. Es wird dies die erste jüd. Niederlassung in der Sahara sein, wo man bisher die Juden nur dem Namen nach kannte, da kein Israelit bisher es wagte, sich dort niederzulaffen. Vermischtes. Karlsruhe, 6 Febr. Die Antisemiten versuchten in diesen Tagen einen kräftigen Vorstoß gegen die badische Residenz. Hier besitzen sie vorerst keinen Anhang, wenn man von einem kleinen Häuflein Leute unter der Führung eines confusen Schusters absieht. Der heute unternommene Anlauf der Heidelberger Antisemiten ist geradezu kläglich verlaufen; in dem großen Saale der Restauration Nowack hatten sich etwa 40 Personen eingefunden, um die Weisheit des kürzlich in Heidelberg ja recht rühmlich bekannt gewordenen „Chefredakteurs" Stein zu hören. Derselbe verzichtete jedoch bei der kleinen Schaar auf ein Referat. Posen. 8 Febr. Der Druckereibefltzer und Redakteur des Bromberger AntiscmuenblatteS, Ballhausen, wurde wegen in Mannheim verübter Unterschlagungen von Krankenkaffenaeldern verhaftet und nach Mannheim tranSportirt. Brandenburg a d. Havel, 12 Febr. Die Reprasentanlenversammlung wählte Herrn Dr. A. Ackermann, Schüler des HildeSheimer'schen Rabbinerseminars, zum Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde. Frcderieia. Im hiesigen Thierschutzverein wurde nach längeren Verhandlungen die Resolution angenommen: Das Schächten nach jüdischem Ritus ist allen anderen Schlachtmethoden vorzuziehen. Aus Jerusalem, im Januar. Das Eisenbahnnetz in Palästina und Syrien gewinnt nach und nach eine solche Ausdehnung, daß man von Europa aus hieher per Bahn reifen kann, ohne mehr zur See zu fahren, als der Uebergang über den Bosporus erfordert. In nächster Zeit wird die Bahn Beirut-Damaekus eröffnet, und eine Zweigbahn in den Hauran ist bereits fertig. Einer französischen Gesellschaft ist die Konzession ertheilt worden, die Fortsetzung dieser Bahnen von Damaskus über Hoems, Aleppo nach Biredschih am Euphrat zu bauen Biredschih ist aber der Knotenpunkt in dem bereits konzessionierten Netze der kleinasiatifchen Bahnen, von wo die Anschlüffe nach der projektierten Tigrisbahn gebaut werden sollen. Auch die Linie Akko-DamaSkus macht bedeutende Fortschritte und eS fehlt nur noch eine Zweiglinie von einem Punkte dieser Strecke nach Jerusalem, dann ist auch der Süden Palästinas in dieses Netz hineingezogen.__ Berichtigung. In Nr. 10 in dem „Jüd. Allerlei" soll e8 anstatt „I. Killa" in Pceßburg „I. Kellner" heißen. Briefkasten der Nedactiou. Dr. Gin N- Das Werk ging, wenn es hier eingetroffen, an einen unserer Mita, beiter, der eine Besprechung bis heule noch nicht geliefert hat. Briefkasten der Expedition. H. S. B. Bis 1. April 95. E. G. in Proßnitz. Betrag erhalten. Bio okera holl ä na. SlO StO wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem ,.drand Prix“, der höchsten Auszeichnung prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blooker’s Cacao die feinste Marke.

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