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Der Israelit · 1895-02-11 · Heft 12 (11.2.1895) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 12 (11.2.1895)
Date
1895-02-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1M^MWWWWWWWWM.W 236 der erste Teilnehmer. Er war ein Menschenfreund im wahren Sinne des Wortes. Auch in Ausübung religiöser Pflichten war er ein Muster. Morgens und Abends bei Sommer und Winter, ungeachtet seines hohen Alters (87 Jahre), und obschon er während der letzten 20 Jahren an einer tückischen Krankheit litt, die ihn auch plötzlich hinraffte, immer kam er seinen religiösen Pflichten nach. In den letzten Jahren erbleichte sein Augenlicht. Wie rührend war es, diesen Frommen am Arme seines Enkels in das Gebethaus wandern zu sehen, um selbst den öffentlichen Borbeterdienst zu versehen, rottf BQn ntcns», ein Tag vor seinem Tode, trug er noch das Gebet vor. Als Anerkennung seiner unvergeßlichen Dienste wurde ihm im Jahre 1888 durch Seine Majestät Kaiser Wilhelm I das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Traurig im stillen Schmerze begleiteten ihn seine niedergebeugte Familie und die sehr heimgesuchte iSr. Gemeindeglieder zur letzten Ruhestätte. rrasjn Cd)tt)ä&. Gmünd. Eine solenne Abschiedsfeier zu Ehren deS von hier scheidenden Herrn Lehrer Adler, die durch die Anwesenheit der Herrn Kirchenrath Dr. Kroner-Stuttgart noch besondere Weihe erhielt, versammelte Samstag Abend, 2. Februar, die Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde. Nachdem der 1. Synagogenvorstand, Herr Hermann Gutmann die vollzählig erschienenen Gemeindemitglieder mit ihren Familienangehörigen begrüßt hatte, ergriff Herr David Mayer das Wort und rühmte die großen Verdienste des Scheidenden, die sich derselbe während seiner 6-jährigen Thätigkeit um das hiesige Gemeindewesen, den Gottesdienst und ganz besonders die Erziehung der Jugend erworben hat. Aber nicht nur bei seinen Glaubensgenoffen sei er geachtet und geehrt gewesen, sondern bei allen, die ihn näher kannten AIS Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung überreichte der Redner dem Scheidenden im Namen der Gemeinde eine goldene Uhr. Die hiesige israel. Gemeinde steht Herrn Adler sehr ungerne von hier gehen, sie wird ihn stets in gutem Andenken hatten. Möge eS Herrn Adler in seinem neuen Wirkungskreise Schweinfurt wohl ergehen. Wie«. Am 7. v. M. starb hier der Realitätenbesttzer Herr Moses Reich, in dem seltenen hohen Alter von 102 Jahren. Er war bis zu seinem Lebensende körperlich und geistig frisch — er intereffirte sich noch für AlleS und verfolgte die Tagesfragen noch bis zum letzten Augenblicke, sein scharfes Urtheil überraschte Jedermann, der mit ihm verkehrte. Moses Reich, in Austerli , einer kleinen Stadt Mährens, geboren, war eine durch kaufmännische Tüchtigkeit, streng solide Grundsätze, großen Unternehmungsgeist angesehene und sehr beliebte Persönlichkeit, Im Krimseldzug wurden ihm die sämmtlichen großen Lieferungen für die OceupationStruppen in der Moldau und Wallachei übertragen, ein Unternehmen, welches vor Allem gewaltige Energie, Umsicht und Tüchtigkeit erforderte; er wurde auch für die prompte und streng reelle Durchführung von seiner Majestät dem Kaiser Franz Josef I. damals ausgezeichnet und im KriegSjahre 1866 wurde ihm wieder eine große Lieferung für die Armee übertragen. Stets von seinen auSgedehnen Reifen, die sich bis nach Asien erstreckten, in seinen kleinen HeimatSort zurückkehrend, hat er für dar Wohl dieser Gemeinde bestens zu wirken verstanden. In den Fünfziger-Jahren überstedelte M. Reich nach Wien-Fünfhaus und war einer der ersten Juden, der auf seinen Namen ein Haus kaufte. Den Aufschwung und die Vergrößerung Wiens voraussehend, kaufte er viele Grundstücke in Hietzing und St. Veit, baute, um die Gegend zu beleben selbst eine große Anzahl Villen und legte so den Grundstein für die jetzige schöne Lainzerstraße. — Für seine Verdienste um die Gemeinden Hietzing und St. Veit wurde eine Gaffe nach seinem Namen Reichgaffe benannt. MoseS Reich war stets wohlthätig und hat auch testamentarisch die Armen ohne Unterschied der Confesston mit größeren Legaten bedacht. Briefkaste« der Expedition. F. E. in G. Mark 10 erhalten. Lehrer A. E. in G., S. F. in M., M 8. in N-T, I. St. in H. und M. H. in St. Beträge erhallen. »M- M n f g i g g it. -B« Für kn folgenden Theil ist die Nedaction nicht verantwortlich. \Fifr^WJdngenS/e 'ausdrücklich 'den y/sdfach höchst pramörten.■ Cossmanns Java-Kaffee zu 85,30,35,föOPfg.p’MPacket. A.Cossmann Köln-Deutz. Ohne jUretsanfWos! Aus unter Aufs I IUw Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Frank in Köln. Man erbitte Preiscourant. ist zu Flammry’s, Puddings, Milchspeisen, Sandtorten, Verdickung v. Suppen, Saucen, Cacno vortrefflich. Zu haben in Pack, ä 60, 30 u. 15 Pf. v oAson Ban^eüehäft. Friedrich Wfistner Vachf. Inhaber €OHN & KREH, Frankfurt a. Main, 52 Kronprinzenstr. 52 Uebernahme von Neubauten, Umbauten, Reparaturen etc. Den P. T. Herren Hausbesitzern und Interessenten zur Vornahme aller in das Baufach einschlagenden Arbeiten bestens empfohlen. Prompte Bedienung bei billigen Preisen. (196 Lehrling mit guter Schulbildung für 1 Manufaetur- und Damen-ConsrctionS-Geschäft zum sofortigen oder baldigen Eintritt gesucht. Offerten unter Nr. 847 beförd. die Exped. dsS. Bl.

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