Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1895)
- Date
- 1895-01-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVI. Jahrgang. M 9 Der Israelit. En Genlrat-Hrgan für das orlhodoXe ZudenLHum. Begründet von Vr. Lehmann tn Mainz. Donnerstag, de« 81. Januar 5655 (1895). Leitender Artikel. 3>te Lichtseiten des Judenhasses. (Zu Parafchath *ta.) Mainz, 29. Januar. Zu den Worten unserer Stdra: ^a a^a prr *6 „Gegen alle Kinder Israels wird kein Hund seine Zunge recken (II. B. M., Cap. XI. V. 7) findet sich im Midrasch Jalkut folgender räthselhafter Ausspruch: ruynn ndh p xj»jn »aa bv ii'übn rry»’ *an no« (rawyn n"s xoaun nr» *b *yiD2i) nrayn n"e ■or nyar ijrr »‘j »bj ny o»a!>am ona atnav Q’aVa ay rpyttr b aoxi own p -jx^d 6 rwy ,rrrr ivr^> o'pon oe£d N’n nyiar aaaa m by nayno nnx ’no nt aan rfo ab X’ajn pipan^> itd dvd «n -jna Sru d*tk bv n'D^nr?'2V2 t*b* , obtya rraa die6 '»d ib Tjn^ ppatrft , ca-v^n p »ainte ,nnx ’J3 ^271 , ona 21DD^ '&b , m'ff 1V^ O'a^a.a 13T Ht3 aay^ I2w n6n my X^I ,w«p aVa prr ab Sxar1 py!?t , nw iD'b «7 p by x"nD aina^ r.my onxtXD , aty nn naaa *pw bm ,*pinx^ aan , nbxvv no :wbj nnuo aotr wvb'i re id'v ainatr iva „Rabbi Jesaja. Schüler des Rabbi Chanina ben Dosa fastete 88 Fasttage. Er sprach: Die Hunde, von denen geschrieben steht (Jesaja Cap. 56, SS. 11): „Die Hunde find harten Sinnes, sie kennen keine Sättigung," sie sollen gewürdigt sein ein Lied anzustimmen? Da antwortete ihm ein Engel vom Himmel herab und sprach zu ihm; Wie lange willst Du fasten? Es ist ein Schwur Gottes, gepriesen sei er: Seitdem er sein Geheimniß dem Propheten Chabakuk offenbart hat. hat er diese Sache keinem Wesen der Welt offenbart. Nur weil Du der Schüler eines großen Mannes bist, hat man mich vom Himmel gesandt, daß ich mich Dir anschließe, um Dir zu verkünden, was die Hunde würdigt ein Lied anzustimmen. Es steht nämlich von ihnen geschrieben, allen Kindern Jsraels wird kein Hund seine Zange recken. Und nicht nur das. Sind sie doch gewürdigt worden, daß man mit ihrem Unrath die Felle herstellt, um Thorarollen, Ttfillin und Mesusoth zu schreiben. Deßhalb find sie gewürdigt worden, ein Lied anzusttmmen. Was aber die Frage au und für sich betrifft, die Du gefragt hast, so weiche zurück und füge in dieser Sache nicht noch etwas hinzu, wie es geschrieben steht: Wer seinen Mund und seine Zunge hütet, hütet von Leiden seine Seele." (Spr. Sal. Cap. 13, B. 2). Wir brauchen auf das geheimnißvolle Dunkel dieses Ausspruches nicht erst durch Aufzählung der einzelnen Schwierigkeiten htnzuwetsen. — Bet der bloß wörtlichen Auffassung dieses Satzes denkt man zunächst an den Perek Schira, der die Kreaturen der ganzen uns umgebenden Welt den Kreis Gottes vekündend lehrt. Auch die Hunde find dort mit ihrem Antheil aufgeführt, den sie zu dem Gottespreis steuern, welchen das ganze Universum anstimmt; mit ihrem Loblied schließt sogar der Perek Schirah. Es liegt deßhalb nahe dir Frage Rabbi Jesaja's hierauf zu beziehen. Aber abgesehen davon, daß der Hund nicht das einzige Wesen ist, welchem die hier vindicirte Charactereigenthümlichkeit zugeschrieben wird, so dürfte die Bedeutsamkeit der Frage schwer zu ermitteln sein, die R. Jesaja veranlaßte sich deßhalb so viele Fasttage aufzuerlegen. Wir glauben daher, daß eS stch hier um einen der großen Wahrheiten handelt, die unsere Weisen ihrer tiefen Bedeutsamkeit halber tn allegorische Form gekleidet und damit der Möglichkeit von Mißverständniß und Mißbrauch vorgedeugt habe». Nicht erst seit heute und gestern wird ja ein menschenunwürdiges Verhalten und Gebühren hündisch oder wie der griechische Ausdruck lautet: chnisch genannt. Um darüber gar keinen Jrrthum aufkommen zu laffeu, frägt Rabbi Jesaja, warum diejenigen Hunde den Gottespreis im Munde führen, von welchen das Prophetenwort Jesaja Cap. 56, B. 11