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Der Israelit · 1895-01-17 · Heft 5 (17.1.1895) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 5 (17.1.1895)
Date
1895-01-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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| *jr*x:C!n 92 ist doch selbstverständlich, sowie daß die antisemitischen s Journale täglich über den Rektor in mitunter [ gerade nicht sehr liebenswürdiger Weise losziehen, während andrerseits die Blätter der Liberalen Dr. Müllner als den wahren und richtigen Mann erkennen, der als Hort der ersten Lehrkanzel des Reiches nur seiner ihm obliegenden Pflicht Genüge geleistet. Von besonderem Interesse ist aber im gegenwärtigen Momente die Betrachtung des klerikalen conservativen Organs, das früher, vor der Conftituirung der Coalitions-Regierung mit den Antisemiten durch dick und dünn ging, nunmehr aber nur den klerikalen Zwecken dienlich ist und den Anhängern der doch nur problematischen Theorie Luegers und Consorten oftmals in etwas derbem Tone die Leviten liest. Das „Vaterland" schreibt nach längerer Einleitung: „Für die katholische Sache wollten die Angreifer des Rektors einstehen, eine katholische Universität wollten sie fordern, ihr katholisches Gefühl betonen? Wohin soll es kommen, wenn nicht nur alle katholische Laien, sondern auch bewährte katholische Priester, hochachtbare Prälaten, vom heiligen Geiste zur Regierung der Kirche berufene Bischöfe terroristisch verunglimpft, als Regierungswerkzeuge verschrien, als Judenknechte gebrandmarkt werden, blos dessalb, weil sie weder mit den politischen Ansichten, noch mit den Manieren gewisser Leute einverstanden sind? Man rühmt sich, es dahin gebracht zu haben, daß katholische Priester nicht mehr ans öffentlicher Straße insulttrt werden, und im selben Aihem insulttrt man einen hochangesehenen Priester in öffentlicher Landlagssitzung ins Angesicht in gröblichster Weise!" Der Artikel des „Vaterland" geißelt im weiteren Verlaufe das Vorgehen der antisemitischen Partei und namentlich ihrer Schreier aus das Empfindlichste und macht daher in allen Kreisen das größte Aufsehen. Emil Jelinek. Rußland. Petersburg, 3. Januar. Den ersten Tag des Ehanukafestes hat unsere jüdische Gemeinde zur Abtragung einer alten Dankesschuld ausersehen.- sie veranstaltete zu Ehren des unermüdlichen Kämpfers für unsere uralte Schlachtmethode, des weit über die Grenzen Rußlands hinaus bekannten Hofrats Dr. I. Dembo ein Festbankett, welches einen geradezu großartigen Verlauf nahm und allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben dürfte. Siebzig jüdische Notabiliäten nahmen an demselben Theil. Zunächst wurde dem Helden des Festes eine von den Herren Dr. Katzenelsohn und L. Rabinowitz, Herausgeber des „Hamelitz"" verfaßte, kunstvoll ausgestattete Adresse überreicht, in welcher dessen Verdienste um die jüdische Religion und die Wissenschaft gefeiert werden. Bei Tische brachte zunächst Baron H. Günzburg ein Hoch auf den Zaren Nikolaus II. aus. Hierauf folgten Ansprachen an Dr. Dembo von den Herren Rabb. Dr. Drabkin, Dr. Harkavy Dr. Towin, Redakteur A. Lehmann (von den „Nowostt") und Baron H. Günzburg in russischer, sowie von Herrn Redakteur L. Rabinowitz in hebräischer Sprache. Herr Dr. Harkavy knüpfte seine geistreiche Rede in überaus gelungener Weise an den Bibelvers (Sprüche Salom. XII, 10) an : „Der Gerechte kennt die Seele seines Viehes; aber das Mitleid der Bösen ist Grausamkeit." Die Herren Banquier Leon, Wohllerner und Gurtan überreichten Herrn Dr. Dembo hierauf ein sehr sinniges und kunstvolles Geschenk, bestehend in einem schwer silbernen Schreibzeug, welches den Kopf eines rituell geschächteten Ochsen darstellt, an der Stelle des Schächtschnitts die Ocffnung für das Tintenfaß enthält, am Fuße mit finnretchen Versen geschmückt ist, rechts das von dem Künstler Griliches gestochene Bild des Dr. D. und links eine Waage trägt, in deren einer Schale ein Dolch (Nackenftich), in der andern ein Schächtmesser zu sehen ist — letztere hat das Uebergewicht. Die Anregung zu diesem sinnreichen Ehrengeschenke gab Herr Oberrabb. R. Jizchak Elchanan Spektor in Kowno. Telegramme wurden verlesen von dem Letztgenannten, von Rabbiner S. Mohilewer (Bialystock), ferner von angesehenen Glaubensgenossen in Kowno. Bialystok, Wilna, Warschau, Riga, Odessa, Minsk, Kiew, Zarskoje Selo, Grodno, Kamenetz-Podolsk, Kischinew, Kalarasch. Herr H. Dembot aus Astrachan, welcher an dem Feste theilnahm, spendete zu Ehren des Tages 600 Mtttagsgedecke für die Armen St. Petersburgs. Vermischtes. Schwerin, 13. Januar. Am Mittwoch d. 9. d. Mt8. wurde der allgemein geachtete und streng relig.hies. Einwohner JuituS Jaffe auf einetn Landwege tobt aufgesunden. Derselbe war auf Geschäftswegen begriffen, und muß ihn ein plötzlicher Tod überrascht haben. Ec hat mit großer Sorgfalt seinen Bater, welcher seit längerer Zeit bettlägerig ist, gepflegt, und hat er die Mizwoh BW UN 1DD in jeder Weise ausgeführt. Möge der liebe Gott fernen hochbetagten Eltern Trost spenden. liolläna. C SiC &L O wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem ..Grrand Prix“, der höchsten Auszeichnung prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blooker’s Cacao die feinste Marke.

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