Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1895)
- Date
- 1895-01-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448559-2448564--40009-2488902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-:rf^Yww: XXXVI. Lahrgang. M 4. Der Israelit Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudenlhum. BctzrAndet von Vr. Lehmann tn Mainz. Montag, den 14 Januar 5655 (1895). Leitender Artikel. |>ie jüdischen Wamen. (Zu Paraschat Schemot.) Mainz, 13. Januar. Das zweite Buch der Thora, das in unseren Gotteshäusern dieser Tage zu lesen begonnen wird, führt den Namen: „Namen" niD0, nach seinen einleitenden Worten; D’ion ^>xi0» »ja mo 0 nbxi na irvai 0»x apy» nx nonso „das sind die Namen der Söhne Israels, die nach Mtz. rajim gekommen waren, mit Jakob, jeder und sei«HauS, waren sie gekommen." Da eS hier nicht wie sonst heißt: anmn hVni on'.vv nbxi no'iao D'xan. Dieses sind die Männer, die nach Mizrajtm gekommen waren und dieses find ihre Namen, indem vielmehr die Namen, der in Mizrajtm Eingewanderten in den Vordergrund gestellt werden, so liegt schon in dieser Veranstaltung die Bedeutsamkeit betont, welche den Namen an und für sich innewohnt. Die Ueberlieferung weist daher auf diese Namen besonders hin und findet in der Treue, mit der unsere Ahnen in Egypien an ihren Namen festhielten, eines der hervorragendsten Momente, welche die Erlösung aus Egypten zur Folge hatten. Durch daS Verdienst von vier Dingen wurden die Väter aus Egypten erlöst: sie hatten ihre Namen und ihre Sprache nicht geändert, sie hatten ihre Keuschheit bewahrt und es gab keine Verrät h e r unter ihnen. Diese vier Eigenthümlichkeiten, welche unsere Ahnen vor dem Aufgehen in ihre egyptische Umgebung schützten, werden in den oben angeführten ersten Worten des Buches nwo sofort angedeutet. map n5xi Dieses sind die Namen der Kinder Israels l Daß sie als Rüben, Schimeon, Levi, Jehuda nach Mizrajtm hinabgezogen, und diese Namen treu bewahrt hatten, das hat ihnen zuerst die Erlösung aus der ihnen bereiteten Verfolgung gesichert. Sie hatten sich des Jsraelitenthums nicht zu schämen und schämten sich daher auch nicht, es durch ihre Namen offen zu bekunden. Mit ihren jüdischen Namen wahrten sie sich auch die zweite Eigenthümlichkett, welche ihnen ihre Erlösung verbürgte, ihre Sprache. Ihre« jüdischen Namen hätte ja Sinn und Berständniß ohne die sie deutende Svrache gefehlt, welcher sie entnommen waren. Die Kenntniß und hingebende Pflege ihrer Sprache, machte diese bloßen Namen, die sonst die Welt gedankenlos gibt und nennt, zu Garanten der ihnen verheißenen Befreiung. Sie hat sicherlich einen geistigen Kordon um die geächteten Unglücklichen gezogen, der sie vor der Berührung mit der verthierten Sittenlostgkeit ihrer Peiniger schützte. 5x1»' r6iw 00 by Vxir »ja me» r6xi pyor, »Dy oy nx »n»xi nxi 10*00 pixi po vqtj .(td) 'di onpxj nx 71 yo0»i 00 by Den sichersten Schutz ihrer sittenstrengen Keuschheit, dieser dritten Perle, deren Besitz sie der einstigen Freiheit fähig und würdig machte, bot ihnen jedoch ihr Familienleben, das sie nicht erst in Egypten begründeten, sondern wie Name und Sprache aus der Heimath mltgebracht hatten, ixa tfvai 0'x und dem daher die Kraft innewohnte, seine einzelnen Glieder für die Reize sinnlicher Leidenschaften unempfänglich zu machen. Die fiebenzig Glieder der Jakobsfamtlie bildeten durch das innige Band der Sprache und des Familienlebens ein Ganzes, vdj n'yzv; ein Geist belebte sie alle. Aus dieser Harmonie erblühte jene vierte, die Erlösung bedingende, jüdische Nattonaltugend, die das ganze Volk nur als eine erweiterte Familie begreifen, jeden Volksgenossen wie ein Familienglied achten und lieben lehrte, und so den Dämon der Verleumdung und Zwtlchenträgeret^dem jüdischen Kreis fern und fremd bleiben ließ. Wir haben an diese Kette von jüdischen Tugenden erinnert, um die Bedeutsamkeit ihres ersten Ringes