Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1895)
- Date
- 1895-01-10
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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49 W^f'-v auf das Schärfste zu krtttstren und die Haltlosigkeit der Ausführungen zu beweisen. Schlag auf Schlag, Hieb auf Hieb sauste auf den antisemitischen Verunglimpfer sowie auf dessen ganzen Anhang herab. „Ich bin der Ueberzeugung, daß man die Dinge, über die man spricht, vorher gelernt haben muß. Ich bin seit mehr als zwanzig Jahre katholischer Priester, habe aber nie auf Confession gesehen. Ich weiß nicht, in welchen Beziehungen der Abg. Gregortg zu den Naturwiffenschaften steht, aber wenn er eine solche Beziehung hat, empfehle ich ihm ein Buch, das gerade lesbar geschrieben ist, die physiologische Psychologie von Maudt. Dort könnte er sich vielleicht orientiren. was man von Prof. Nothnagel als Nerven-Pathologen zuhalten hat." Diese Rede, welcher selbstverständlich während und nach Beendigigung seitens der Liberalen lebhafter Beifall gespendet wurde, brachte die Herren Lueger und Consorten vollends aus dem Häuschen. Durch Zwischenrufe, wie „Ehrenrabbtner," er soll das Schächtmeffer nehmen" rc., die übrigens in anständigen Gesellschaftskreisen nicht üblich sind, sowie durch bereits Mode gewordenes Aufschlagen auf die Pulte machten sich die Antisemiten Luft, wenngleich auch diese Ausbrüche ihre ungeheure Wuth nicht verdecken konnten. Rector Müllner, der sich durch diese Rede die Sympathie aller Gebildeten erworben, hat in Folge der ihm eingeräumten höchsten Stelle hiervon Gebrauch gemacht und nimmt im Landtage als Vertreter der höchsten Bildungsstätte seinen Platz ein, ohne gewählt zu sein; der jeweilige Rector hat eine Virilstimme und aus diesem Grunde ist Müllner den Herren von der linken Seite so sehr mißliebig. Emil Jelinek, i vermischtes. Bafel, 3. Januar. Kaum haben wir uns durch daS Zusammenhalten und die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen über die Calamität des SchächtverbotS einigermrßen hinweggeholfen und durch Errichtung einer Schlachterei in St. Ludwig, jenseits der deutschen Grenze, für die rituellen Bedürfnisse unserer und der Nächstliegenden jüdischen Gemeinden gesorgt, so droht unS eine neue Gefahr. Dieser Tage wurde der Schachet der iSrael. Gemeinde vor da8 Polizei-Strafgericht geladen, um sich wegen Thierquälerei zu verantworten. ES stellte sich heraus, daß er das Verbrechen begangen hatte, ein Huhn ohne vorherige Betäubung zu fchächten. Vergebens berief er sich darauf, daß nach dem gesunden Menschen-Verstand daS Gesetz doch nur die Be äubung von Schlachtvieh verlange, daß kein Mensch, weder Jude noch Christ, das Geflügel vor dem Tödten betäube. ES half alles nichts. Der Amtsanwalt machte den Wortlaut des Gesetzes geltend, welches von allen Thieren spricht (als auch von Insekten u. s. w., die doch unstreitig zu den Thieren zu rechnen sind). Er beantragte eine Buße von 30 FrS. DaS Urtheil lautete auf 5 FrS. Üeber den weiteren Verlaus dieser principiell hochwichtigen Sache werde ich Ihnen zur Zeit berichten. Briefkasten der Nedaetion. A. F. in Duna-Szerdahely Schicken Sie uns das Buch ein. Das Weitere werden wir besorgen. holländ.. Cacao wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem "Gtrand Prix*4, der höchsten Auszeichnung prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen; mithin bleibt Blooker’s Cacao die feinste Marke. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. S.&D.LÖWENTHAL.SUberwaaren, „6) Frankfurt a. M., Zeil 25, Israel. Cultusgegenstände. Direetriee. Für unser Putzgeschäft suchen wir per 1. resp. per 15. März eine durchaus tüchtig, selbstständige Directrice gegen hohes Salair bei freier Station im Haufe. (61 G. PiukuSfon & Cie., Emden (Ostfriesland.) ttehrliug, Commis,Buch- Halter, Reifende u. s. w. können Stellung erhalten durch A. Ullmauu, einziges isr. PlactrungS-Bureau Bayerns in Nürnberg. Prinzipale werden kostenfrei bedient. ß?in braves, jüdisches Mäd- ^2, djen aus gutem Hause, das sich in meinem kleinen Haushalt aller Arbeit unterzieht, gleichzeitig von mir in feinerer HauS- und Handarbeit ausgebildet wird, per sofort gesucht von Frau Rabb. Dr. Pletzner, Ostrowo, Prov. Posen. Zeugnisse erbeten. (140 Aesucht für sofort ein braveS, tüchtige» Mädchen zur Stütze der Hausfrau, gute Behandlung u. hoher Lohn. Off. wolle man an L. Löb III. in Grünstadt (Pfalz) richten. <68