Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1895)
- Date
- 1895-01-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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^Vl. Jahrgang. Der Israelit. Ein Genlral-Hrgan für das orthodore Judentyum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 1«. Januar 5655 (1895). Leitender Artikel. Die Zeichen des waßren Krlöfers. (Zu Paraschath 'i3'i.) Mainz, 9. Januar. II. Das zweite Zeichen des Erlösers ist: moan □Mp? v2v „Er wählt von Euch die Alten aus." Die damals zu erlösende Generation hatte mit den „Alten" gebrochen, und dieser Bruch mit ihnen und ihrer Lebensanschauung hatte die Knechtung zur Folge, welche der zu erwartende Erlöser aufheben sollte. Er mußte daher an die „Alten" anknüpfen, wenn er sein Befreiüngswerk äilbahnen wollte. So lange einer der Alten, einst als Fremdlinge Eingewanderten noch lebte, hatte die ägyptische Unterdrückung noch nicht angefangen. Erst als mit ihrem Tode bei der in Egypten geborenen und herangewachsenen Generation auch die Lsbensregime der Alten ihre lebendige, anregende Frische verloren hatte, begann die Knechtung. Ihre Ueberschrift und Einleitung lautet: .»inn nnn bj) vnx ioi *pi» nv'i „Es starben Joseph, alle seine Brüder und die ganze damalige Generation." (II. B. M. C. 1. V. 6.) Ein Jahrhundert war säst verflossen, seitdem die Jbrischen Eingewanderten in Egypten gastliche Aufnahme gefunden, Grundbesitz erworben und sich im Lande mehr und mehr als vollständig emanc'pirt ausgebreitet hatten. Da wurden sie plötzlich nach dem Tode ihres königlichen Beschützers als Fremde, wie eben erst ankommende — o’Kan — behandelt, und sie waren doch schon längst mit Jakob, jed r mit seiner Familie gekommen. 8^n D-N3 ci\3 »n *33 niat? rhui nn fjdvw lei bi 8*?8 wiirad ixe» arid vn D’33 Dn'by njnj na onsa bv *18»d pr6 n*n xp D'*p □nno^ 10333 er bv *nix i^’nd D’N3n a*n3 ■p’eb 38«'2 .(U"d 7133 nivL' »330) Daß dieser jähe Wechsel jedoch erst eingetreten war, nachdem das Verhalten der Söhne Israels das schwere, göttliche Strafgericht herausgefordert hatte, sprechen unsere Weisen offen aus. Nicht als ob sie es an der Erfüllung ihrer Staats- und Bürgerpflichten irgendwie hätten fehlen lassen. Daß ihr sociales Leben und ihr politisches Verhalten gegen den Staat nichts zu wünschen übrig ließ, der sie einmal gastlich ausgenommen hatte, bezeugen ihre Verfolger selber, indem sie zur List ihre Zuflucht nehmen mußten, um einen Vorwand zur Ausnahmestellung zu finden. (II. B. M. C. I. B. 9.) 17!3v3nn3 71371). Ihr Verschulden lag vielmehr darin, daß sie zu sehr in ihrer Umgebung aufgtngen, daß ihre vollständig? Gleichstellung mit den übrigen Bürgern des Staates sie vergessen ließ, daß der Nil nicht ihr Jordan, Egypten nicht das Land ihrer Bestimmung sei, daß sie in Folge dessen die ursprüngliche Treue gegen ihr Vätererbe nicht ungetrübt bewahrten und dem sittenverderbenden egyptischen Göttercult nicht die alte, abweisende Haltung entgegenbrachten. (Jecheskel Cap. 20. V. 7. 8.) Die Losung jener Zeit lautete nach der Ueberlieferung der Weisen: „Wirwollen Egypter werden." Aber dieser Bruch mit dem Alten und die Sucht nach Neuem waren die mittelbare Veranlassung der nun folgenden beispiellosen Unterdrückung eines großen, freien Volkes. D*3T 0*33 '3 1333 '33 83p ’XTl^ 813712 1'Nnv |333 nsn p)cr noaw -pa^ ,07pp^n 718 V37I ll^38' 7I71P . (X"D 7133 map V33D) O"31v3 77713 13D8 TlV’D n*33 So lange Jakob, Joseph und die nachMtzrajim Eingewanderten lebten, gab es vielleicht cryan aber kein royan in Mizrajim. Sie wußten, daß sie und wie sie als Fremde eingewandert waren. Dieses Bewußtsein ließ sie sich auf ihren Kreis beschränken und diese sich selber auferlegte Einschränkung, ließ keinen Neid ihrer egyptischen Umgebung aufkommen, sondern schuf und erhielt das