Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1895-01-03 · Heft 1 (3.1.1895) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
36 (1895)
Issue
Heft 1 (3.1.1895)
Date
1895-01-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2448559-2448561--39951-2488841
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

18 Streben geleitet, daß sie sich erhabene Ziele zur Aufgabe gestellt, wird wohl nicht bestritten werden können. In diesem Streben unterstützt, diesem Ziele näher geführt aber wird dieselbe, wenn sie dem alljüdischen Grundsätze immer mehr gerecht zu werden sucht: „Jofeh Talmud-Thora im Derech- Erez", und so auch den Anforderungen ganz und voll zu entsprechen bestrebt ist, die sie als Präparandenschule zu erfüllen hat. (Schulchronik.) Im Schuljahr 1893/94 wurden 10 Zöglinge ausgenommen. 2 nur probeweise, und von diesen konnte der eine spater nur als Hospitant in der Anstalt belassen werden. Mit Anfang des Sommersemesters traten vier Knaben als Hospitanten ein, wodurch die Schülerzahl am Ende des Schuljahres 35 betragen hat. Am 27. März erkrankte der seit März 1887 an der Anstalt wirkende Religionslehrer, Herr P. H. M. Wechsler. Die Krankheit nahm leider einen bösartigen Charakter an. Am 1. Juli schon setzte der Tod diesem thatenreichen Leben eine Grenze. Die Anstalt beklagt in ihm eine tüchtige Lehrkraft. Er war ein Muster des Fleißes und der Pflichttreue. Die seit der eben erwähnten Erkrankung nöthig gewordene Unterrichtsvertretung wurde bisher im 1. u. II. Kurse durch den Schuldienstexspektanten B. Wechsler, im III. Kurs durch die Anstaltslehrer Eschwege und Ehrenreich übernommen. Wie seither wurde auch dieses Jahr für würdige, dürftige, in Bayern beheimathete Präparanden der Anstalt vom Hohen König!. Slaatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten eine staatliche Unterstützung gnädigst überwiesen. Sowohl für das Jahr 1893 als auch für 1894 kamen in diesem Schuljahre je M. 250 auf fünf Schüler zur Vertheilung. Auch von privater Seite wurden arme Zöglinge thatkräftig unterstützt. In erster Linie gebührt der tiefempfundenste Dank einem hochherzigen Spender (N. N.), welcher, wie seit vielen Jahren, auch dieses Jahr durch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner S. Fromm, Frankfurt a. M., dem Berichterstatter die Summe von M. 1100 zur Verfügung stellte, wovon die Hälfte zur theilweisen Begleichung der Kostrechnungen armer Schüler Verwendung fand, während die andere Hälfte der Anstaltskafse überwiesen wurde. Auch seitens edler Glaubensgenoffen in Würzburg finden die Zöglinge fortgesetzt regste Unterstützung. Ihnen allen sei hierdurch der innigste Dank ausgesprochen. Im Sommersemester d. Js. gelangten zum erstenmal die halbjährigen Zinsen des Jubiläumsfonds — M. 14 — zur Vertheilung. Dieselben wurden statutenmäßig dem dürftigsten und würdigsten Schüler der Anstalt ausgezahlt. Sämtliche — 13 — Präparanden des vorjährigen III. Kurses fanden mit dem Beginne dieses Schuljahres in verschiedenen Seminarien (Kgl. Seminar Würzburg 2, isr. Lehrerbildungsanstalt daselbst 8, jüd. Lehrerseminar Köln 3) Aufnahme. Dieses Jahr treten 8 Schüler in die genannten Seminarien über. (Aus dem Bericht des Kuratoriums.) Die in nachfolgendem Auszuge aus der von der hohen Kgl. Regierung genehmigten Rechnung pro l893 vorgetragenen Zahlen legen ein beredtes Zeugnis dafür ab, in welch' hohem Maße die Stiftung der allgemeinen Unterstützung bedarf. Während durch die erweiterten Ansprüche bezüglich der Ausbildung und Erweiterung des Unterrichtswesens ganz bedeutende neue Forderungen herantraten, sind die regelmäßigen Spenden nicht mehr geworden. Durch die im Schulberichte bereits angedeutete in Aussicht stehende Errichtung eines IV. Präparanden-Kurses werden sich überdies die Ausgaben ganz bedeutend erhöhen. Wir sind deshalb umsomehr gezwungen, durch diesen Bericht kund zu thun, wie sehr die Stiftung auf die Zuwendung von Spenden und Legaten angewiesen ist. Bei der steten Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen hoffen wir daher, seitens derselben die nöthige Unterstützung zu finden, daß es uns ermöglicht werde, das edle Werk im Sinne des verewigten Gründers erfolgreich fortzusühren. An alle, denen es um die Förderung des Thorastudmms und der damit zusammenhängenden Ausbildung jüdischer Lehrer zu thun ist, richten wir' daher die dringende Bitte, durch ständige Beiträge und Legate unser Streben zu unterstützen. Ganz besonders möchten wir hier die früheren Schüler der Präparandenschule bitten, sich derselben mehr, als es bisher geschah, zu erinnern. Handelt es sich doch um die Unterstützung ver Anstalt, welcher sie ihr späteres Fortkommen im Leben in erster Linie zu verdanken haben. Wenn die vielen, die in Höchberg ihre Vorbereitung genoffen haben, nur einigermaßen zu Gunsten der Anstaltskaffa wirken würden, so könnte eine große Summe aufgebracht werden, und — „viele wenig geben ein viel". Außerdem bietet sich bei den verschiedensten „Familienereignissen", bei denen das Herz immer zum Geben gestimmt ist, so oft Gelegenheit, ein Scherflein für unsere Stiftung zu erwirken. Die Einnahmen betrugen 2!)8l9 M 13 Pf.; die Ausgaben 28875 M. 47 Pf. Der Vermögensstand ist 179 716 M. 66 Pf. Vermischtes. (P.) Czernowrtz, 20. Dez. Der jüd. Gutspächter Jacob Blei er, der mit seiner Gattin zu einer Hochzeit nach dem Dorfe Mihaleny fuhr, wurde unterwegs von einem Rudel Wölfe überfallen, die beide Gatten auffr atzen. Nur die Knochen und die blutigen Kleider der Unglücklichen wurden anfgefunden. In diesem Monat ist von der türkischen Negierung Befehl ergangen, datz man in allen Schulen, gleichviel ob mohammedanischen, christlichen oder jüdischen, abweichend von dem bisherigen Verfahren, den Unterricht in der türkischen Sprache ertheile. Dem Chacham Baschi von Kon ftantinopel ging infolgedessen im Laufe der Woche ein dahin gehender Befehl zu. Briefkasten der Expedition. H. D. in T. Die Adresse der Breslauer Buchhandlung ist Wilh. Jacobsohn u. Co. iwr Anzeigen. "W« Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. a. 0TL —1 ■ ■■ ScflUS&t eTcifetcfr&tCLtflS io*,. nmtk «Sk

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.