Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 55 (1915)
- Issue
- Heft 52 (16.12.1915)
- Date
- 1915-12-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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M 53. ._^. 23 Dezember 1916. IrrnkfM «. P., den g^— JK 53 Der frankfurter Israelit^ wirb mit Le« Israelis abonniert? Abormemertt für beide »lütter -ufammen WO. 150 vierteljichrttch (Inland). Inserate t« frankfurter JSraeltt" koste« SS Pfg. für die fechSgefpaltene Solonelzeile? Rabatt «ach Larff. Arrhnlt. Die Woche. 1. Frau Sara MroS ,i'v. 3. Emil Levi V). 3. Zur Jahrzeit von Samson Raph. Hirsch 4. rrn D* *'aaw. 5. Lhanukahieier im Hort für jüdische Mädchen. 6. Verein für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. 7. Die israelitische Sinderyeilstätte in Bad Rauheim. 8. Amerikas Neutralität (Schluß). — Mit den Heimatlosen hinter der ruffischen Front. — Gin Monument für gefallene Krieger. — BereinSkalender. — Familtennachrtchten. — Gebetzetten. — Bücherchau. — Literarische Notiz. mmmmmmmmmmamttuBmammmBmmmm Die Woche Ara« Sara Moos n*p. Stille Trauer geht durch die Reihen der Mitglieder unserer Gemeinde. Der Tod, der jetzt draußen so reiche Ernte hält, hat zu Hause in unserer Mitte eine schmerzliche Lücke gerissen. Am 11. TeweS, am Morgen des heiligen Sabbattages wurde nach kurzer, schwerer Krankheit Frau Sara Moos geb. Hirsch im Alter von 45 Jahren ihrer Familie und ihren Freunden entrissen. Still und bescheiden, wie sie gelebt hatte, schied fie dahin, schlief sie ein, um nicht wieder zu erwachen, und nur die wenigen, die außer ihrer Familie ihr nahe standen, wissen, welch seltene Größe die Seele dieser Frau barg. Erfüllt von den Lehren ihres Großvaters S. R. Hirsch und ihres Vaters, des unvergessenen Dr. med. Markus Hirsch, erzogen von einer wahrhaft frommen Mutter, entsprach fie voll und ganz dem Ideal der jüdischen Frau, so wie es der große Führer unserer Gemeinde so oft in seinen Werken und Worten geschildert hat. Nur für die Ihren lebend, war fie die Sonne ihres von wahrer Frömmigkeit erfüllten Heims, die Stütze urch Beraterin ihres Gatten, die Freundin, die Schwester ihrer Heranwachsenden Töchter, Stets forderte fie das höchste an Pflichterfüllung und Selbstverleugnung von stch selbst, immer aber wußte sie die Schwächen und Fehler anderer zu entschul- * digen. Die Sorgen anderer, die fie schätzte, waren ihr schmerzlich wie eigene, aber sich des .Glückes anderer zu erfreuen und dies Glück wie >jhr eigenes zu empfinden verstand fie ebenso sehr Jm höchstem Maße. Niemals trat fie auS ihrem .stillen Pfllchtenkretse hervor in die laute Öffentlichkeit, ihr genügte es, groß im kleinen zu sein, nichtfür sich selbst, alles für andere zu erreichen. Aber weit über den Kreis der trauernden Famllie hinaus, wird ihr Andenken weir-rleben, und so oft man in Frankfurt a. M. des Namens Hirsch - gedenkt, wird man auch ihrer gedenken als eine der ^elften und würdigsten, die ihn getragen. »Y'SJttfl frrfC <£*»{* 9*3. Am vn row entschlief nach ganz kurzer cankheit^Herr Emll LeviS b% ein wackerer,*1VT* von echtem Schrot und Korn, der es wohl verdient, daß wir sein auch an dieser Stelle gedenken. Einer hochangesehenen frommen Familie in Karlsruhe entsprossen, war er vor etwa 60 Jahren hierher gekommen, um ein tüchttger Kaufmann zu werden. Die Lauterkeit seines Charakter-, die stch ganz besonders in einer peinlichen Gewissenhaftigkeit jeder übernommenen Pflicht gegenüber bekundete, und eine ungeheuchelte, tiefwurzelnde Frömmigkeit hatten schon früh die Aufmerksamkeit der Verwaltung der hiesigen Israelitischen ReltgionSgrsellschaft auf ihn gelenkt und ihm so manches Ehrenamt eingetragen. DaS ihm entgegengebrachte Vertrauen hat er hier ebenso glänzend gerechtfertigt wie in seinem bürgerlichen Beruft als Börsenmakler. Er war von einem so unbestechlichen Rechtlichkeitsfinn erfüllt, daß er im Kreise seiner Berussgenossen einer ungeteilten! Beliebtheit und eines unbestrittenen hohen An- - fehens sich erfreute. Dabet blieb er stets der selbstlose, bescheidene Mann, der sich nirgends vordrängte und von seinem Tun und Lassen nicht j viel Aufsehens gemacht wissen wollte. Roch als - 75 jährigen Mann konnte man ihn jede« Morgen! frühzeitig in der Synagoge beim andächtigen! Gebete sehen, wie er denn ein seltener p*7p*?p; F) 1XÄ3 war, der die nlLv bv NNVV in voller Tiefe empfand. Mit feiner reichlich gespendeten HplX bedachte er in erster Linie verschämte Arme,! bei denen er sicher war, daß fie seinen Namen! der Oeffentlichkeit nicht Preisgaben. So wenig! wie er selbst bekrittelt sein wollte, so wenig hat er jemals andere herabgewürdigt, jnn war ihm aufS ttefste verhaßt und er konnte es nicht ertragen, wenn in seiner Gegenwart Nachteiliges über andere gesprochen wurde. Bon der großen Wertschätzung und allgemeinen Beliebtheit dieses ffön P’HSC legte auch die zahlreiche Beteiligung von Leidtragenden an seiner 'vfo Zeugnis ob. Trotz strömenden Regens waren Hunderte von ihnen gekommen und bekundeten so der schwer getroffenen Gattin, wie hoch Emil LeviS in ihrer Achtung gestanden hat. Möge fie für den herben Verlust eines so ausgezeichneten Mannes einen schwachen Trost finden in dem Bewußtsein, daß ihm wett über die Grenzen der Gemeinde hinaus ein dauerndes ehrendes Andenken gesichert bleibt. .Y'aaun. Zur Iahrzett vo« Samson Mapyaet Kirsch b*xt. Der 27. Todestag von Samson Raphael Hirsch yjCT (TD’D T"3) fällt dieses Jahr auf Montag, den 3. Januar. Aus diesem Anlaß wird am vorhergehenden Sonntag in der Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '3X nSnJ ein größerer Vortragsabend stattfinden. Das Hauptreferat hält Herr Rabbiner Dr. B. Wolf, Köln, über ^ZukunftSgedanken aus Vergangenheit und Gegenwart." Näheres wird noch bekanntgegeben. Man schreibt uns : Eine Anzahl Herren haben stch vereinigt, jeden Donnerstag innerhalb der nächsten 7 Wochen obige DTWfl abzuhalten. Diese Fasttage wurden m früheren Zeiten fast in allen Mischen Gemeinden in den Jahren veranstaltet. Weitere Teilnchmer werden daher gebeten, zu mmbvl nnjtt nachmittags 1 Uhr in den neuen Höisaal Friedberger Anlage zu kommen. ßßamrkahfeier im Kort sür jüdische Mädchen. Trotz der schweren Zett wollte die Berwaltnng des Hortes für jüdische Mädchen die Ehanuckatage lischt vorübergehen lassen, ohne daß ein Strahl freudiger, froher Chanuckahstimmnng in die Herzen der Nortzoglinge gefallen wäre. So versammelten sich am vorletzten Chamickohtage die Kinder zur gewohnten Stunde nach Schluß des Unterrichts, diesmal nicht zur Arbeit,, sondern zu einer kleinen, intimen Feier. SMt hes sehr einfachen Vesperbrotes, das ür der Regel oft nach Boendigung der Schularbeiten eingeyryWNey wird, hatten freundliche Spenderinnen als Zuaybss zur Milch Kuchen gesandt. Unter heiteren Gesprächen verlief den Kindern rasch hie Zqtt, bis die e^entliche Feier mit dem Anzünden der Ehanuckahlichter begann. Nachdem das von 70 Kindern angestimmte Chanuckahlieb ausgeklungen war, ergriff die Vorsitzende des Hjoräomilves, Frau Besthöff, das Wort zu einer kleinen 'MspreHe, in der sie den Gäste« für ihr Erscheinen, den freiwilligen Heffertnüen für ihre ausdauernde und hingebende Mitarbeit im Hort, der Leiterin desselben für ihre liebwerte Tätigkeit herzlichsten Dank sagte, wobei sie auch all derer gedachte, die die Hortarbeit sonst fördern und unterstützen, und diejenigen, denen der Hort noch fremd, zum Besuch während der 'Arbeitsstunden einlud. Darm zeigten die Kinder, was sie leisten können. Ein wunderhübscher Bogelreigen der Kleinsten fand den lebhaften und berechtigten Beifall der Mitschüler sowohl, als auch der geladenen Gäste. Nicht minder gefielen auch die anderen Borführungen, insbesondere aber die gesanglichen und deklamatorischen Darbietungen der Ander, und die von der Vorsitzenden an die Kinder gerichteten Dankesworte waren wohlverdient. Den Schluß des Abends bildete die Beschenkung der Kinder. Außer einem Paar WollhandschUhe erhielt jedes Kind noch kleine nützliche urch angenehme Geschenke, für deren Beschaffung sich die Helferinnen und Freundinnen des Hortes besonders bemüht hatten. Die kleine, bescheidene Feier hinterließ bei allen Anwesenden einen lebhaften Bindruck. Besonders lebhaften Beifall fanden die neben den Geschenken ausegstellten Flick- und Stopfarbeiten, die von den Kindern unter Leitung freiwill^er Kelftrinnen im Hort angeftrtigt wurden. Aduchfie gaben Zeugnis von der wertvollen Arbeit, die dort für die Jugenderziehung geleistet wirk