Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1915-12-02 · Heft 50 (2.12.1915) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 50 (2.12.1915)
Date
1915-12-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448506-2448555--67854-2488769
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seile: 12 Nr. 6Ö. Ker Asraeltt. Z. Dezember 1815 An Kperrden gingen ein: sichtbare Zeichen der Göttlichkeit der Tauwh, war nicht mehr vorhanden. Ein großer Teil der Priester stand in Lehre und Leben nicht mehr auf dem Boden des Judentums, huldigte fremden Anschauungen und Gewohnheiten. Das Tempelleben war nicht mehr vom Geiste der Tanroh beherrscht und draußen im tätigen Leben waltete die griechische Lehre mit ihren entsittlichenden Folgen. Da entfalten die Hasmonäer mit echtem Mute die Fahne des Judentums, und indein G-tt ihr Streben mit seinem Beistände zur idealen Vollendung brachte, verzcichnete er mit unvergänglichen Lettern im Buche der Geschichte, oaß er bas seinem Volke überantwortete Ideal selbst in gesunkenen Zeiten nicht preisgibt, ganz p, wie er im Tempel oas Licht feines Wunders erstrahlen ließ. Mit weitschauendem Blicke pflanzten di: Hasmonäer, die das großartige Wunder erlebt, das Gedächtnis desselben in die jüdischen Häuser hinüber. Den Untergang des Tempels sahen sie wohl voraus, und als 'er sich vollzogen, lebt: das Chanuckah-Wunder schon alljährlich in der: jüdischen Häusern auf. So trugen sie sein G: dächtnis auf der Galuthwanderung durch Jahrtausende in aller Herren Länder fort, damit aus ihm immer aufs neue das in ernsten Stunden vor Verzweiflung schützende Bewußtsein hervorgehe, daß den bescheidenen Beitrag, den die durch das Galuth erübrigten schwachen Mittel für die Verwirklichung des Tauboh-Jdeals liefern, durch Gottes Beistand.die Krone der Vollendung tvinkt. Sukkoth und Chanuckah — die Feste des jüdischen Ideals und der Unverlierbarkeit, die es durch Gottes Leitung und Beistand besitzt! In diesem Zusammenhänge stimmen die Schlus'-- fest" des Jahres vielleicht gerade in unserer schwergeprüften Zeit das jüdische Herz zu jener Rtthe und Zufriedenheit, welche die Ueberz.ugung von der Treue Gottes zu ben Menschen hervorruft. Wohl mischt sich unwillkürlich in unser? Festesfreude das Gefühl des Schmerzes um den Heimgang so vieler Gesinnungsgenossen, die der Krieg von uns als Opfer gefordert. So manche Hand die noch im Vorjahre bie Chanuckahlrchttr entzündet und sich stets im Leben emsig für oie Erfüllung der jüdischen Anliegen gerührt, ist inzwischen dem irdischen Wirkungskreise entrückt. Wie aber zur Hasmoiräerzeit Gottes Wunderkraft währte, bis neues Oel für oeu Tempelleuch-er hergcstetlt war, so schwebt sie fort über unserer winzigen Arbeit, bis zur Zeit der messianischm Vollendung die Menschen in redlichem Wollen und Vollbringen als Mehrer des Gottesreiches aut Erden sich zusammenfindcn. — Zweiter Aeisebries aus meiner militärischen Sommerfrische! Am Schabbos Pinchasz machten wir unseren ersten größeren Marsch. Da wir uns bestänokg nur in einem mäßigen Abstand von der Sladtgrenze unseres Städtchens, dasselbe stets umkreisend, bewegten, dachte ich schon, das für L. D. zuständige Rabbinat hätte unseren Herrn Hauptmann dahin beeinflußt, aus Rücksicht auf die jüdischen Soldaten, nicht außerhalb des Techums ru marschieren. Ta ich aber inzwischen sechs Wochen hier bin und nicht das geringste Bemühen um das Wohl und Wehe der jüdischen Soldaten wahrgenommen habe, glaube ich, daß meine Annahme bezüglich des Techums eine irrige ist. Ist es nicht tief beschämend, daß allwöchentlich unsere christlichen Soldaten beider Konfessionen zur Kirche geführt werden und der jüdische Soldat geht wie ein Heide herum. Seine jüdische Behörde kümmert sich nicht um ihn, nicht die geringste Aeußerung jüdischen Lebens, und doch ist es so leicht, etwas zu erreichen. Mit Sorgen sah ich dem neunten Aw entgegen. Bei diesem anstrengenden Dienst fasten, .... fast undenkbar. Doch es kam anders! Aus Anlaß der Vereidigt»ug lernte ich zum erstenmal ein Organ der jüdischen Gemeinde kennen. Der jüdische Lehrer machte im Auftrag der Militärbehörde die jüdischen Soldaten auf die Bedeutung des Eides aufmerksam. Er wies mit Recht darauf hin, daß man jüdische Soldaten auf die Heiligkeit des Eides eigentlich nicht mehr aufmerksam zu machen brauche. Mit der deutschen undhebräischen Verlesung des Mismaur 83 war ein guter Untergrund für den Hinweis auf die jüdische Bedeutung dieses Krieges geschaffen. Da aber bekanntlich lau hamidrasch hoikor elo hamaßeh, die Tat Alles, das Wort nur Wenig gilt, veranlaßte ich Herrn A. beim Herrn Hauptmanu vorstellig zu werden, und ihm bei der Bedeutung unseres nationalen Trauertages, die Dienstbefreiung der jüdischen Soldaten nahe zu legen. Siehe da, bei der Parole des folgenden Tages wurde bekanntgegeben, daß jüdische Soldaten für Tischobeaw um Urlaub resp. Dienstbesreiung einkommen könnten, von welcher Vergünstigung, soweit ich beobachten tonnte, sämtliche jüdische Soldaten Gebrauch machten. Aber auch sollst scheint mir der MilitärsiSkttS sehr „medakbik" su sein. Obschon es ncch eine Reihe von Wochen bis zu den Jomim Hanauroim ist, üben wir doch schon täglich^ oft bis zu 20mal an einem Vormittag, die Awau' do h! Aber mit einer solchen Präzision, mit einem solchen Bekiusz von seiten unseres Vorgesetzten, daß sich die gesetzestreueste" Gemeinde daran ein Beispiel nehmen könnte. Für den aufmerksamen jüdischen Beobachter bietet unser Garnisoustädtchen einen iuteressAllen Anblick. Auf einer tafyten Anhöhe, dem Har Eiwol vergleichbar, ragt wuchtig und trutzig ein ehemaliges altes Schloß, das heute 120 Insassen birgt, an denen sich des Lebens Fluch verwirklicht. Ihm gegenüber, von lieblichen Fruchtgärten und 'kühlen Schatten spendenden Bäumen umrahmt, steht auf einer das ganz? überragenden Anhöhe wie der zur Tat gewordene Har Gerrsim, das Gebäude eines jüdischer; Kinderheims. Wo würde sic lieber weilen, Gottes Schechinoh, als bei 40 wahrhaft gesitteten Knaben, Waisen zum großen Teil, deren Erziehung die weitgehendste Gewißheit dafür bietet, daß uns „Mipi aulalim wejaunkinr jisadeto aus", aus ihnen eine Macht entstehen wird, auf die wir zählen können als Erfüllung des jüdischen Gesetzes. Roch nie weilte ich in einem Minjan, — es sind schon 13 Knaben Bar Mizwoh, dem die Keduschoh so ausgeprägt ist als in dem Minjan dieser Waisenknaben, aber auch noch tlie sah ich ein solch musterhaftes Verhalten jüdischer Kinder in Schul, die mit solch regem angestrengtem Interesse bei der Sache sind, so exakt ohne Aufforderung, ihr Erzieher fungierte als Chasen — Boruch hu und Omein sagen —. Sieben Knaben besuchen die Realschule der Stadt. Sie zählen zu den besten Schülern der Schule. Ein besonoers Begabter kam Ostern zum Gymnasium, wurde Primus und erhielt die Kyiserprämie. Den das Institut verlassenden Schülern werden n u r sabbathsrcic Stellen besorgt, selbst wenn deren Besorgung Zeit und Mühe erfordert. Alrch in ihrerLehrzeit stehen die Zöglinge unter dem Schutz ihrer Erziehnngsstätte, die ihnen Rat und Kleidung und bei Urlaub oder Erkrankung gastliche Wiederaufnahme gewährt. Wer diese Stätte stützt, der Kinderlose, der hier sich einen Kaddisch kauft, wird nur noch in tiefster Ergriffenheit die Worte unserer Taanis haftauroh sagen können: Wenosatt, Jod woscheim, muw mibnoim umibonans. Wo wir während der Jomim hanuroim weilen werden, lveiß ich nicht, aber schon jetzt spreche ich die Hoffnung aus, daß die zuständigen jüoischen Stellen alles Notwendige rechtzeitig veranlassen werden, um uns Urlaub oder Dienstbcsreiung zu erwirken. In dieser Erwartung verharre ich mit der Bitte des königlichen Sängers, Gott gebe.seinem Volke Kraft, diese herbe Prüfling zu ertragen und gewähre ihm! den Fraden, der keine Trübung mehr erfährt. Für Sotdalen - Kürsorge r Alber Katz, Dormagen 10 M., Sinn, Köln 2 M., Cohen, Köln 3 M., Cohen, Köln 0,70 M., Synagogengemetnde, Boppard 15 M., Dr. Rosenthal, Bad Homburg 10 M., Dühring, Köln 1 M., Rosalie Simons, Köln 1 M., Frau Boß, Kalk 3 M., Kehillas Jisroel, Köln 100 M., Eugen Weil, Frankfurt 20 M., N. N. Andernach 2 M. Gesammelt durch Herrn Lehrer Soffen, Linnich: M. Hertz 10 M., B. Kaufmann 3 M., A. Alexander 1 M., A. Haas 3 M., H. Lehmann 1 M., G. Baum 2 M., L. Löwenthal 2 M., L. Gottschalk 1 M., Gebr. Heumann 2 M., A. Jacoby 1 M., N. Mendel 1 M., Wwe. Gottschalk 1M.; L. Kaufmann, Ltnntch 1 M., Wwe. Moses, Linnich 1 M., H. ftoopmann 1 M., Teilsammlung auf einer Hochzeit 8 M., A. Saffen auf einer Hochzeit 1 M., N. N., Cöln 50 M-, Soldat Aron, Cöln 2 M., Samuel Munk, Cöln 2 M., Unteroffizier Anschel, Geldern 10 M., Gefreiter Sulzberger, Wiesbaden 2,65 M., G. Bruckmann, Goch 10 M., Jos. Ebstein, Winzenheim 20 M., Hedwig Falkenstein 5 M., Aron Wolf 2 M., Frau M. Walter, Cöln 10 M., N. N. 3 M., Laz. Wolf 2 M-, Viktor Moses, Wesel 2 M., H. Lion, Wesel 1 M., Jac. Boas, Weset 1 M., S. Poppert, Wesel IM., Scherbel,Wesel3M., Alfred Frankfurter, Wesel 2 M., Dr. David, 2 M., B. Bongartz, Wesel 2 M , Geschwister Lffmann, Wesel 5 M., M. Rothmann, Wesel 2,50 M., Frl. C. Meyer, Wesel 2,50 M., Aus der Sparbüchse der Kinder Rosenthal, Cöln 2 M-, Aron Wolf, Cöln 2 M., Kurzweil, Cöln 0,50 M., Ring, Cöln 2 M., Jos. Königshöfer im Felde 33,30 M., Nathan Pollak, Berlin 54,95 M., Jonas Ackermann, Höxter 5 M., Kaufmann, Ellingen 5 M., Victor Moses, Wesel 24 M., Max Fraenkel, Berlin 10 M., Fritz Kaiser, Lehrer in Kettwig 5 M., L. und A. Kaufmann, Dove 10 M., durch Frl. Bertha Adler Frankfurt gesammelt 100 M., Albert Abraham, Cöln 50 M., durch Frl. Gella Abraham, Cöln 23 M., durch Frl. Bertha Adler, Frankfurt 100 M., N. N. 0,25 M., I. Königshöfer 2?,30 M., Gefreiter Jacoby 5 M., Unteroffizier Heymann, Neuburg 15 M., Schönstädt, Luisenthal 10 M., Jos. Aron, Cöln 2 M., Frau Max Friedmann, Frankenw'nheim 20 M., H. S. Aachen 1 M., Jos. Wolf, Cöln 5 M., Emil Heymann (Soldat) 10 M, Nedergelder, Hamm- Sieg 8,80 M. Maffenbacher, Burghaßlach 54,9d M., Bolksspende, Dinslaken 60 M. , N. N. 40 M., Jos. Alexander, Vallendar 3 M., N. N. Bolksspende 6 M., N. N. 2 M., Soldat Aaron 2 M., Soldat Sally Schönbach 3 M., Fräulein Coßmann, aus Sühnesache 100 M., Soldat Humbert, Düffeldorf 5 M, N. N. 10 M., Dinkel, Cöln 25 M., Lehrer Kayser, Kettwig 40 M., Musketier Jos. Adler s. A., s. Zt. im Felde, aus Frankfurt a. M. 10 M., N. N., Frankfurt a. M. 1 M., N. N., Frankfurt a.M. 1 M., N. N., Frankfurt a. M. 1 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M., N. N., Frankfurt a. M. 2 M-, H. Weinberg, Franks. a.M. 3 M., A. Nußbaum, Frankfurt a. M. 3 M., S. Rödelheimer, Frankfurt a. M. 3 M., M. B., Frankfurt a. M. 3 M., W. L., Frankfurt a. M. 3 M., L. Str., Frankfurt a. M. 3 M., N. N. 3 M., M. St., Frankfurt a. M. 3 M., E. St., Frankfurt a. M. 3 M, S. H-, Frankfurt a. M. 3 M., Dt. C, Frankfurt a. M. 3 M., Ist Benjamin, Frankfurt a. 8 M., Max Rothschild, Frankfurt a. M. 5 M., Jos. Strauß'sche iisMiWMMMMüMkMlL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.