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Der Israelit · 1915-12-02 · Heft 50 (2.12.1915) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
55 (1915)
Issue
Heft 50 (2.12.1915)
Date
1915-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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11 w . rr.gi ""gi p» '^pi ■ jp^u m .gjji i WP iffpqB^pg^gappp|PippwM^CTWfWgff 2 Sin Centratoraan Iflr das orthodoxe JudenHtm i{j& faggg Begründet oos Dr. Lehmann in llbinz y\ J mir lahrnmui. Essssi Vranbturf -> m 2. Dezember 1915 ise»q >S Hfl. Wf irniii gMf V2f ftM MIVJIlill 1 "" ™l 25. Kislew 5676. ■Ki&fl |/I* «IWB «•ommKOtt P», Stertelf«Q«: Gewöhnlich» musaobt «H.1.BO veftauSaabe (CnnfttaxD Mt. S.—. Auslandspreise: Gewöhnlich. AvSarch,: Oesterreich-va-m» l Ki., Rnitatfe 1 Rnb., fetalen* f d>., Swtrifo 60 et«., Rieserlaad» 1J0 fl.. Sraakeich Fn. MM flBonnunentl bei allen VollauftaNeu, Luchhaubluusea, sowie Der Israelit erscheint jedin Dauuerstaa. Juferate: 30 Pfennig für bie sechsgespaltene Eolonel-Zeile; Rabatt nach Tarif. äinfemienaMM ft6me durch den «erlag deS ISraelit G. m. b. H., Frankfurt a.M.» Gr. Lschenbeimerstr. 83 Tel.584s.Amt Hansa, sowie sämtl. Aimoncrn-Lxved. deS Inand Auslands. PlatzvorschrMe» ohne VerbtudNchkett. Zahl»»se« kdnueu außer direkt au dm Werlag erfolgen pec Taute »et der «. 8. GaKspartaHe «Mai fte. T»«W Taute »et de» ft. Ma*sp«»aUe»a»t «udutzeA Ma. 18iU Taute »et »er fttaarr Tauourr»»au» tu Wt« und der« Nlialm. Der ITadidrudi der flrflhel und Correfponden?en 0es „Israelit“ IR nur unter genauer Quellenangabe, unö, soweit es fltfi um größere Rufffifc handelt, nur nadi vorheriger Genehmigung geffattet* Irthal1»überfich1 l Letta rtikel: Das Recht -er Wenigen. — 2. Aufsätze: Der Kampf gegen Kotteks und Geschichtsbuch. — Die Gntwcihnvg des göttlichen Namens. — 3. John Lehmann: Gebet vor der Schlacht (Gedicht.) — 4 Kleines Feuil leton. Rabbiner Dr. M. Lewin, Wreschen: Das dienende Sicht. — G Iüd . . . r Offizier!? — Alte Hylzsynagogen. — Die Spaniolen in Saloniki. — 5. Korrespondenzen und Nachrichten: Frankfurt a. M. („In diesen Tagen, in dieser Zeit".) — Berlin (Verein zur Abwehr des Antisemitismus.) — Lodz, Lodz, Warschau (Aus den okkupierten Gebieten.) — Warschau (Schulverordnungsblatt für Polen.) — Kalisch (Unter-- stützung armer Juden.) — Königsberg i. Pr. (Die Not in Lttauen und Polen.) — St. Gallen (Abschied Oberrabbiners A. I Kuk.) Petersburg (Die Regierung und die Juden.) — London (Londoner Brief.) — 6. Personalien: Frankfurts- M. — Berlin. — Hannover. — Wenkheim. — Retchenfachfen. — Wifnic;. — Wehrda. — Stendal. — 7. Vermischtes: Leipzig. - Basel. — Basel — Rakel. — 8. Bücherschau. — Briejkasten — Familiennachrichten 9. — Beilagen: Jüdisch er Bvlksfreund: Der Dereia für die jüd. Interessen Rheinlands im Kriegsjahre 1915. - Rabb. Dr. Michalski, Recklingshausen: Die Kpeifeoorfchristen im Kriege. — Willy Wolf, Cöln: Suckoth und Chavuckah. — Zweiter Krirf aus meiner militärischen Sommerfrische. — Spenden. — Feuilleton: L.: Mendel Sacharzewers Aufstieg - Solomon Dembitzer: In meinem galtzifchen Heimatstüdtchrn. Das Recht der Wenigen. In den ewigen, ehernen Gesetzen der Natnr und Völkergeschichte ist das Recht der Minorität verbrieft und verbürgt. Wie sich irr Md und Garten die edlere Alt über das Meer der Wucherpflanzen erhebt und zur Blüte und Reiffentfaltet, so Zählt im Völkerleben die große, wogende Masse bei dem Vor und Auf, den letzten großen Zielen entgegen, nicht viel. Was der königliche Sänger als sieggekrönter Heerführer erlebte, alle Schlachtfelder der Geschichte, von Modin bis zu den masurischen Seen, haben es tausendfach bestätigt: „Trügerisch ist das Roß beim Siege, und nicht beim großen Heere ist Errettung" — „Die Einen mit Roß un^ Reitern, die anderen im Namen Gottes, inte stürzen und fallen, diese halten Stand uno bleiben aufrecht."- In diesen Offenbarungsgrsetzen kündet' sich das Recht der Wenigen als naturgegeben und gottgewollt auch in unserem Gemeinschaftsleben und M Kampfe der Meinungen. Die talmudische Halacha (siehe Sanhedrin Mischua 1.) sucht und sind et aus ihre Weise einen Ausgleich, zivischeu der Bestimmung im Satze M. II., 23., 2., „der Menge nicht z um Bösen zu solg e n" rmo dem im gleichen Satze enthaltenen Gebote, „d e r M ehrheitzuz u Ji eig c n." Auf dem Markte des Lebens und in der Welt des Denkens außerhalb der „vier Ellen der Halacha" haben beide Sätze ihr Recht, ohne im geringsten miteinander zu kollidieren. Wenn in konkreten Fragen innerhalb eines Gedankenkreises für die 'Praxis die Mehrheit entscheidet und das Majoritätsvotum zum Ge-- richtsvotum wird, so bleibt doch andererseits die Ueberzeugung des Einzelnen, die für ihn nicht unter Frage gestellt werden kann, geheiligt und unantastbar. In Dingen des Denkens und Glauben? — Glauben ist hier Wissen — bekundete sich jüdischer Heroismus allezeit irr unerschütterlichem Bekennermute, in der festen Entschlossenheit, das, was man als recht und wahr erkannte, bis zum Tode, einer feindlichen Welt gegenüber zu vertreten. In den Religionsdispntationen' vom grauen Ailtertume bisi zum spätesten Mittelalter, wird von der Gegenpartei immer und immer wieder das Argument des M e h r h e i t s - Prinzip es gegen das Judentum ins Md geführt. „Ihr seid gering an Zahl, ergo stünde es euch wohl an, getreu eurem eigenen Gesetze, der großen heidnischen — später christlichen Welt euch einzusügen." In talmudischer Zeit, da die Denk- und Redefreiheit von den Zäsaren ungleich höher geschätzt wurde, als von der Kirche des Mittelalters und man beim Kreuzen der Geisteswaffe noch Sinn und wohllvollendes Verständnis für einen geschickten Zug des Gegners zeigte, hatten die Weisen für solches Mehrheitsrechtmißverständnis stets das richtige Wort: Pflegte man doch ohne Bedenken und Bedauern ganze Erdhaufen wegzuschäufeln, um die eine kostbare Perle ans Tageslicht fn fördern; so schreitet Gott von Adam bis Noah, von diesem bis Abraham über ganze Reihen von Generationen achtlos hinweg. — Was fürchtet Melfter Schmied die seine kleine Schmiedstube bedrängenden und bedrohenden gewaltigen Karawanenwagen, nachdem ja ein einziger Funke aus seiner Werkstätte deren ganze überwältigende Ladung in Wammen ausgehen kaffen könnte? So und ähnlich' hätten auch Rabbi Jechiel aus Paris und Nachmanides, als ihnen iw Mittelalter böser Wille mrd Schaulust ein öffentliches Redestehen in Religionsfrügeu miU zwangen, das Mehrheitsprinzip richtiggestellt, hätten sie ohne Gefahr für sich und ihre Gemeinschaft frei reden dürfen. Die Mißdeutung der Mehrheitsregel beruht aus oer irrtümlichen Verwechslung von Geist und Materie. Nur im Stoffe zieht die Masse die kleinen Teile an. Im Reiche des Geistes führt von altersher der Einzelne, der Erlesene die Menge. Alle großen Aktionen in der Geschichte nehmen vom Individuum ihren Ausgang und tragen bis zuletzt den Stempel seines Geistes. Einer ist es, der auf Kanzel und Katheder der Hörer große Schar im Banne hält. Es weht uns der lebendige Odem eines Einzelnen an aus dem BucA, das durch zahllose Hände gegangen und schon vielleicht seit langen Generationen zu Geists und Herz Tausender spricht. Die numerische Ueberzahl bietet kein inneres Uebergewicht gegenüber dem, der berufen ist, dieser Menge neue Wege zu weisen nud sie großen Zielen entgegenzuführen. Ein Lehrer der Völker und Priester in den Lichthallen der Menschheit, hat Israel das höhere, gottgegebenr Recht der Minorität für sich. Dieses höhere Recht nimmt aber auch der Einzelne, nehmen auch die Wenigen in Israel für sich in Anspruch, die — auch dort, wo sie in der Minderheit sind — unbeirrt von den Götzan der Zeit, treu zum ewigen Lichte der Lehre halten und sich nicht vom mißoeuteten Mehrßeitsprinzipe in ihrem Eigensten und Besten treffen lassen dürfen. Das Ehanuckahfest erhebt das Recht der Wenigen zu einem göttlichen Naturgesetze im Gejchichts- und Gemeinschaftsleben. Der Kampf gegen Kvltek- GeschichtSbuch. In Nr. 38 dieses Blattes haben wir unS bereits einmal mit der Elbogenschen Rezension der Kottekschen „Geschichte der Juden" (Nr. 29 deS „Hamburger Familienblattes") gründlich auseinandergesetzt und dabei die Kampfmethoden ElbogenS nach Gebühr gewürdigt. Nun erhebt Elbogen in Nr. 41 desselben Blattes feine Stimme von neuem, und zwar, wie er uns in diesem Artikel wiederholt versichert, einzig und allein aus dem Grunde, weil er um daS Wohl 1 I i i s i! i i 1

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